Mi, 07:00 Uhr
10.09.2014
Regionales Management (5)
Im Teil 4 wurde dargestellt, wie die Probleme der derzeitigen Regionalförderung derzeit in großen Teilen der Bevölkerung wahrgenommen werden. Doch es gibt eine Alternative, die einen ganzheitlichen und nachhaltigen regionalplanerischen Ansatz verfolgt: das Biosphärenreservat...
Die CEMA-Studie zum Regionalmanagement und -budget hat es aufgezeigt: Von Bedeutung erscheint eine Gesamtstrategie, die Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur, Natur und ländlichen Raum gleichermaßen einschließt. Es muß der sprichwörtliche "Rote Faden" zu erkennen sein.
Wie könnte dieser aussehen? Auf den ersten Blick erscheint es schwer, all diese Aspekte miteinander zu verbinden. Vielleicht sollten wir überlegen, was wir für die Zukunft erreichen wollen, was uns wichtig ist, welche Werte es für uns und unsere Region gibt. Ein Leitbild gewissermaßen.
Die Probleme liegen auf der Hand: Eine strukturschwache Region, ein finanziell angeschlagener Landkreis und finanziell schwache Kommunen, denen es immer schwerer fällt, selbst elementare Dinge der Daseinsvorsorge zu finanzieren. Die aber gleichzeitig ein Industriegebiet haben wollen, Arbeitsplätze, Nahverkehr, ihre Sehenswürdigkeiten erhalten wollen, unberührte Natur, Tourismusentwicklung, Landwirtschaft... Eine Perspektive für die Kinder, für die Zukunft, für unsere erhaltenswerte Landschaft...
Das viel strapazierte Wort hierfür heißt Nachhaltigkeit und der Weg Kooperation und gemeinsame Planung. Müssen wir nicht Wirtschaft, Verkehr, Tourismus und Natur, Infrastruktur und Daseinsversorge langsam als ein Ganzes zu verstehen versuchen? Können wir bestimmte Dinge nicht besser zusammen organisieren? Regionale Ansätze hierfür gibt es schon in bestimmten Bereichen (Tourismusverband, Naturpark, Verein für Wirtschaftsförderung).
Ideal wäre es, dies zusammenzuführen. Bevor man Verwaltungsstrukturen ändert, Kreise zusammenlegt- sollte sich eine Region sich nicht aus sich selbst heraus weiterentwickeln und dabei vielleicht überregionale Kooperationen suchen? Weltweit wurde dies bereits erkannt: Die UNESCO hat mit ihrem Programm MAB (Man and Biosphere) hierfür die Grundlage geschaffen.
Viele andere Regionen versuchen dies bereits und lassen dies sogar extern evaluieren. Sie nennen sich Biosphärenreservat (BR) oder Biosphärengebiet, wer (wie ich) nicht gern im "Reservat" wohnt. Im Rahmen der Evaluierungen bestehender UNESCO-Biosphärenreservate wurden die Kriterien für BR 2004 und 2007 grundlegend überarbeitet.
Während der Planung zuvor rein naturräumliche Kriterien zugrunde lagen, tritt der interdisziplinäre und überregionale Charakter, welcher wirtschaftliche und soziokulturelle Bedingungen einschließt, immer mehr in den Mittelpunkt. So darf die Förderung innovativer und nachhaltiger Wirtschaftsprojekte als Bestandteil im Gesamtkonzept eines BR betrachtet werden, was letzteres zu einem Modellprojekt für nachhaltiges Regionalmanagement macht.
Dieser wichtige Punkt blieb in der Diskussion um ein BR in unserer Region bisher völlig unberücksichtigt, ja er wurde der Bevölkerung, von der ein Großteil überhaupt nichts über ein BR weiß, geradezu vorenthalten.
Im nächsten Teil soll der Weg hierzu skizziert und wichtige Fragen zur Organisation, Struktur und Aufgaben eines Biosphärenreservates erläutert werden.
Dr. Christian Marx
Autor: redDie CEMA-Studie zum Regionalmanagement und -budget hat es aufgezeigt: Von Bedeutung erscheint eine Gesamtstrategie, die Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur, Natur und ländlichen Raum gleichermaßen einschließt. Es muß der sprichwörtliche "Rote Faden" zu erkennen sein.
Wie könnte dieser aussehen? Auf den ersten Blick erscheint es schwer, all diese Aspekte miteinander zu verbinden. Vielleicht sollten wir überlegen, was wir für die Zukunft erreichen wollen, was uns wichtig ist, welche Werte es für uns und unsere Region gibt. Ein Leitbild gewissermaßen.
Die Probleme liegen auf der Hand: Eine strukturschwache Region, ein finanziell angeschlagener Landkreis und finanziell schwache Kommunen, denen es immer schwerer fällt, selbst elementare Dinge der Daseinsvorsorge zu finanzieren. Die aber gleichzeitig ein Industriegebiet haben wollen, Arbeitsplätze, Nahverkehr, ihre Sehenswürdigkeiten erhalten wollen, unberührte Natur, Tourismusentwicklung, Landwirtschaft... Eine Perspektive für die Kinder, für die Zukunft, für unsere erhaltenswerte Landschaft...
Das viel strapazierte Wort hierfür heißt Nachhaltigkeit und der Weg Kooperation und gemeinsame Planung. Müssen wir nicht Wirtschaft, Verkehr, Tourismus und Natur, Infrastruktur und Daseinsversorge langsam als ein Ganzes zu verstehen versuchen? Können wir bestimmte Dinge nicht besser zusammen organisieren? Regionale Ansätze hierfür gibt es schon in bestimmten Bereichen (Tourismusverband, Naturpark, Verein für Wirtschaftsförderung).
Ideal wäre es, dies zusammenzuführen. Bevor man Verwaltungsstrukturen ändert, Kreise zusammenlegt- sollte sich eine Region sich nicht aus sich selbst heraus weiterentwickeln und dabei vielleicht überregionale Kooperationen suchen? Weltweit wurde dies bereits erkannt: Die UNESCO hat mit ihrem Programm MAB (Man and Biosphere) hierfür die Grundlage geschaffen.
Viele andere Regionen versuchen dies bereits und lassen dies sogar extern evaluieren. Sie nennen sich Biosphärenreservat (BR) oder Biosphärengebiet, wer (wie ich) nicht gern im "Reservat" wohnt. Im Rahmen der Evaluierungen bestehender UNESCO-Biosphärenreservate wurden die Kriterien für BR 2004 und 2007 grundlegend überarbeitet.
Während der Planung zuvor rein naturräumliche Kriterien zugrunde lagen, tritt der interdisziplinäre und überregionale Charakter, welcher wirtschaftliche und soziokulturelle Bedingungen einschließt, immer mehr in den Mittelpunkt. So darf die Förderung innovativer und nachhaltiger Wirtschaftsprojekte als Bestandteil im Gesamtkonzept eines BR betrachtet werden, was letzteres zu einem Modellprojekt für nachhaltiges Regionalmanagement macht.
Dieser wichtige Punkt blieb in der Diskussion um ein BR in unserer Region bisher völlig unberücksichtigt, ja er wurde der Bevölkerung, von der ein Großteil überhaupt nichts über ein BR weiß, geradezu vorenthalten.
Im nächsten Teil soll der Weg hierzu skizziert und wichtige Fragen zur Organisation, Struktur und Aufgaben eines Biosphärenreservates erläutert werden.
Dr. Christian Marx

