eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Di, 21:24 Uhr
09.09.2014

Die missbrauchte Religion

Von der "Scharia-Polizei" bishin zu Djihad-Rückehrern und den unerträglichen Meldungen aus dem Nahen Osten - der Islamismus, eines der beherschenden Themen dieser Tage, ist heute auch in Nordhausen angekommen. Denn in der Flohburg wurde heute eine Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz zum Thema eröffnet...

Islam ist nicht gleich Islamismus ist nicht gleich Terrorismus. So könnte man die heute in der Flohburg eröffnete Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungschutz zusammenfassen. Drei Wochen lang wird die Ausstellung in den Räumen der Flohburg gastieren und dabei von Mitarbeitern des Amtes betreut.

Anzeige symplr (1)
Zur Eröffnung waren zahlreiche Besucher erschienen und lauschten den Begrüßungen, Danksagungen und Ausführungen im Grünen Salon des Hauses. Üblicherweise finden Eröffnungen im Ausstellungsraum statt, doch das war heute nicht möglich, da die Ausstellung den gesamten Kellerbereich einnimmt.

Museumsleiterin Dr. Cornelia Klose zeigte sich erfreut, das Nordhausen die erste Stadt in Thüringen ist, in der die Ausstellung zu sehen ist und das die Flohburg nun auch einmal ein Zeithistorisches Thema im Haus habe.

Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh dankte dem Verfassungsschutz, das dieser sich auch in der Öffentlichkeitsarbeit und der Aufklärung betätige, insbesondere zu einem Thema, das derzeit Weltweit von Bedeutung ist. "Ich denke die Ausstellung wird viele Fragen beantworten, die die Menschen haben", sagte Zeh. Mit 99% der Muslime in Deutschland würde es keine Probleme geben, so Zeh weiter, und es sei auch Aufgabe der Ausstellung, zu verhindern, das muslimische Mitbürger in Misskredit gebracht würden.

Bernd Adolf erläuterte das Phänomen des Salafismus (Foto: Angelo Glashagel) Bernd Adolf erläuterte das Phänomen des Salafismus (Foto: Angelo Glashagel) Der Referatsgruppenleiter des Verfassungsschutzes, Bernd Adolf, der das Projekt betreut, pflichtete Zeh bei und konkretesierte dahingehend, das es nur ein Tausendstel der Muslime sei, um die man sich beim Verfassungsschutz Sorgen machen würde.

Bis zu 2500 Gewaltbereite Islamisten gäbe es in Deutschland, ist in der Ausstellung zu lesen. Während diese ein breites Themenspektrum darstellt, von den Grundlagen der Religion über Verbände und Vereine bishin zu einzelnen Terrororganisationen, konzentrierte sich Adolf auf die Ausprägung des Islamismus der als "Salafismus" bekannt ist. Diese radikale Strömung mit mittelalterlichen Anklängen, die den Koran streng dem Wort nach auslegt, sei ein "wachsendes Phänomen" und "Nährboden für den Terrorismus". "Das heißt nicht, das jeder Salafist auch ein Terrorist ist", so Adolf, "aber jeder Terrorist war mit hoher Wahrscheinlichkeit zuvor im Salafistischen Milieu".

Führungen durch die Ausstellung werden von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes beträut (Foto: Angelo Glashagel) Führungen durch die Ausstellung werden von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes beträut (Foto: Angelo Glashagel)

Aus diesem Spektrum habe der Verfassungsschutz derzeit 400 bsi 500 Personen erkannt, die in das Bürgerkriegsland Syrien aufgebrochen sind oder die dortigen Terrororisten aktiv unterstützen. Etwa 150 Personen würden zwischen Deutschland und dem Nahen Osten pendeln, gut 30 Deutsche Djihadis sollen bisher aktiv an Kämpfen und auch an Greueltaten beteiligt gewesen sein, erläuterte der Verfassungsschützer. Aufgabe des Dienstes sei es, sich radikalisierende Personen im Vorfeld zu erkennen und dann Informationen zu sammeln und zu verdichten die in der Folge an die Polizei und die Staatsanwaltschaft übergeben werden können, so Adolf.

Die Zentren des Salafismus in Deutschland sind Nordrhein-Westphalen, Hessen und Großstädte wie Hamburg. Im eher kleinen Thüringen sei das Milieu hingegen wenig ausgeprägt. Die beste Mittel, der Radikalisierung vorzubeugen, sei es, so der Referatsleiter, Information und Aufklärung zu betreiben.

In der Ausstellung gibt es nicht nur Texte... (Foto: Angelo Glashagel) In der Ausstellung gibt es nicht nur Texte... (Foto: Angelo Glashagel)

Bei aller (berechtigten) Kritik die dem Verfassungsschutz in den vergangenen Wochen und Monaten entgegengeschlagen ist, und die dem Image der "Beschützer der Demokratie" ziemlich tiefe Kratzer verpasst hat, sollte man der Ausstellung eine Chance geben. Denn sie bietet eben Informationen zu einem Thema, mit dem man sich vor Ort kaum Auseinandersetzen muss, das aber nicht erst seit dem Vordringen des "IS" von weltweiter Bedeutung ist. Nicht zuletzt hat die Ausstellung auch den Vorteil, das sie professionell gestaltet und somit leicht zugänglich und interessant ist.

"Die missbrauchte Religion" ist noch bis zum 5. Oktober in der Flohburg zu sehen. Führungen durch Mitarbeiter des Verfassungsschutzes können telefonisch vereinbart werden und zu den normalen Öffnungszeiten der Flohburg zwischen Dienstag und Freitag angeboten werden.
Angelo Glashagel
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Leser X
10.09.2014, 07:14 Uhr
Der Verfassungsschutz sollte...
... seine überbordenden Ressourcen aber auch mal dazu nutzen, uns Bürger vor der allumfassenden Beschnüffelung durch unsere "Freunde" zu schützen. Für den Krieg der Religionen wurde diese Institution nämlich nicht geschaffen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)