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Mo, 06:56 Uhr
08.09.2014

Regionales Management (3)

Im zweiten Teil wurde dargestellt, in welchem Rahmen in unserem Landkreis aus Regionalmanagement/ Regionalbudget und LEADER Förderungen erfolgten. Die Frage lautet: werden die Fördermittel effektiv eingesetzt (bringen sie unsere Region als Ganzes voran) und wird dies auch überprüft? Dr. Christian Marx mit Teil 3 seiner Beitragsserie in der nnz...


In der Regionalen Entwicklungsstrategie Südharz (108 Seiten) von 2008 liest man hierzu sinngemäß: „Das Monitoring ist eine der wichtigsten Aufgaben des LEADER-Managements."

Konkretes Ziel sei dabei „den Entwicklungsprozess zu optimieren, den Erfolg realistisch einzuordnen, Rechenschaft zu legen über die eingesetzten Mittel und Kapazitäten“. Im Vordergrund stünden „Effizienz, Wirksamkeit, Ziele und Nutzen“.

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„Das Monitoring wird auf der Ebene der Projekte und des Prozesses erfolgen. Methodisch wird dabei auf die interne Selbstevaluierung zurückgegriffen….Jedes Projekt wird bezüglich seiner Ergebnisse und seines Beitrages zu den Entwicklungszielen der Regionalen Entwicklungsstrategie bewertet…Die Daten werden durch das LEADER Management…gesammelt und gebündelt…Die Ergebnisse des Monitorings werden im Rahmen eines Workshops…ausgewertet…und im Rahmen einer jährlichen Veranstaltung präsentiert.“

Soviel zur Theorie. Es wurden in der Förderperiode 2007-2013 jährlich rund 300000 Euro für Einzelprojekte ausgegeben. Laut Information des LEADER-Managements befinden sich notwendige Evaluierungen in Erarbeitung und die neue Förderperiode wird ab Ende des Jahres vorbereitet. Zumindest eine Zwischenevaluierung für den Nutzen der gesamten Region erfolgte offenbar bisher nicht, Ursache dürfte hierfür die fehlende personelle Kapazität (eine Planstelle!) sein. Insofern ist der Umgang mit Fördermöglichkeiten der EU im Landkreis kritisch zu hinterfragen, was keine Aussage über die Qualität der geförderten Projekte darstellen soll.

Man darf gespannt sein, welche Ergebnisse eine wie auch immer aussehende Evaluierung liefern wird und inwiefern die zahlreichen Projekte einen tatsächlichen Mehrwert im Sinne einer regionalen Entwicklungsstrategie darstellen werden. In der zitierten Entwicklungsstrategie wurden Monitoring und Evaluierung allerdings sehr schwammig formuliert.

Das Land Thüringen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) durch die CIMA Institut für Regionalmanagement GmbH eine Evaluierung der Förderung von Regionalmanagement und Regionalbudget durchführen lassen (publiziert 2013). Die Evaluierung fasst die regionalwirtschaftliche Situation wie folgt zusammen: Eine ländliche Region, ein kleiner Wirtschaftsraum mit geringem Bevölkerungspotential, mehr Aus- als Einpendler. Die Bevölkerungsdynamik ist wie fast überall in Thüringen negativ. Im Thüringenvergleich stellen sich die Wirtschaftskraft und die kommunale Finanzsituation als problematisch dar, ebenso wie die (allerdings mit branchenabhängig unterschiedlichen Trends) die Arbeitsmarktsituation.

Die inhaltliche Ausrichtung des Regionalmanagements wurde als sehr breit angelegt beschrieben. Formuliert wurde die Gefahr der Verteilung der Mittel nach dem "Gießkannenprinzip" ohne strategische Steuerung, was nahezu zu einer Verpuffung ohne tatsächliche Wirkung führe. Im Rahmen der prinzipiell positiv bewerteten Reduktion der Handlungsfelder sei die Unterstützung hauptsächlich auf dem Gebiet des Tourismus erfolgt und weniger im Bereich der Wirtschaft. Länderübergreifende touristische Projekte wurden wiederum als wichtig und geradezu notwendig eingeschätzt. Während der Trägerverein die Förderperiode überlebte, sei das bei den geförderten Netzwerken nicht der Fall gewesen.

Das Regionalbudget profitierte laut CIMA von den geschaffenen Strukturen. Bemängelt wurde, daß die weiter fokussierte Förderung von Tourismusprojekten quasi an den regionalen Unternehmen des Gastgewerbes vorbei geschah. Auch im Bildungsmanagement fehle eine Gesamtstrategie ("Fachkräftesicherung vom Kindergarten bis zum Renteneintritt") und die Fokussierung auf die regionale Wirtschaft.

"Eine Projektauswahl, die sich an einem Gesamtkonzept orientiert... ist nicht festzustellen."

Wie nehmen denn die Menschen in der Region die Entwicklung in der Region wahr? Hierzu mehr im Teil 4.
Dr. Christian Marx
Autor: red

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