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Do, 10:04 Uhr
28.08.2014

Leicht angestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen stieg Ende August leicht an. Wie in jedem Jahr während der Sommerferien ist die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen etwas verhaltener. Die Einzelheiten zum Nordthüringer Arbeitsmarkt wie immer mit dem bekannten Klick...


Im zurück liegenden Monat waren bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern 11.425 Menschen arbeitslos gemeldet, knapp 100 (+0,9%) mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 440 (-3,7%). Die Arbeitslosenquote für den Nordhäuser Agenturbezirk blieb zum Vormonat mit 8,1 Prozent unverändert. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 8,4 Prozent. Der steigenden Zahl von Arbeitslosen stand im August zwar eine leicht rückläufige Personalnachfrage gegenüber. Seit Jahresbeginn sei die Zahl freier Stellen jedoch leicht gestiegen.

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„Mit den ersten acht Monaten des Jahres können wir, was die Personalnachfrage der Unternehmen angeht, zufrieden sein“, bestätigt Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, die Entwicklung. Die hohe Nachfrage nach Fachkräften habe sich bislang fortgesetzt. Mit Blick auf die kommenden Monate gebe es allerdings erste Signale, die zu einer eher rückläufigen Entwicklung bei der Zahl freier Stellen führen könnten.

Aktuell werden von den Unternehmen vorrangig gut qualifizierte Mitarbeiter gesucht. Die zeitnahe Besetzung von qualifizierten Stellen sei in einigen Branchen inzwischen zu einer echten Herausforderung geworden. Die Tatsache verdeutliche deshalb das Anliegen der Arbeitsagentur, verstärkt jene Arbeitslosen zu qualifizieren, die noch ohne Berufsabschluss sind. „…und das sind immerhin knapp zwanzig Prozent.“

Seit 2012 steht in der Nordhäuser Arbeitsagentur verstärkt die Qualifizierung junger Erwachsener im Mittelpunkt. Zum einen sieht die Agenturleitung darin die dringend notwendige Sicherung des Fachkräftebedarfes in der Region. Zum anderen sollen ungelernte Erwachsene, die noch ein Berufsleben von mehr als 30 Jahren vor sich haben, an einen Berufsabschluss herangeführt werden. Die langfristige berufliche Wiedereingliederung sei entscheidend von einer aktuellen Qualifizierung abhängig.

Über 1.000 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren wurden seit dieser Zeit weitergebildet. Rund 200 Personen erlangten bisher einen beruflichen Abschluss. „Das sind 200 Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt jetzt gute Chancen haben“, so der Agenturchef. Rund 70 Prozent der Berufsabschlüsse waren auf Branchen ausgerichtet, in denen der Fachkräftebedarf besonders hoch ist, wie in der Metall- und Elektrobranche, dem Bereich Transport, Verkehr und Logistik sowie in der Gesundheitsbranche.

Mehr Einpendler nach Nordthüringen

Noch immer pendelt eine hohe Zahl der Beschäftigten zur Arbeit in andere Regionen. Rund 31.700 Männer und Frauen waren Mitte 2013 in anderen Landkreisen oder in benachbarten Bundesländern beschäftigt. Mit dem Beschäftigungsplus in Nordthüringen ist die Zahl der Auspendler in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen.

Mit Blick auf den Fachkräftebedarf zeigen die Pendler, dass in Nordthüringen noch ein großes Fachkräftepotential vorhanden ist. Die Entlohnung ist dabei aber ein sehr entscheidender Faktor.
„Fachkräfte kann man händeringend suchen – finden wird man sie mit guten Arbeitsbedingungen“, so Karsten Froböse.

Dass einige Wirtschaftsbereiche in Nordthüringen den richtigen Kurs bereits eingeschlagen haben, zeigt die Zahl der Einpendler. Sie sei nach Angaben der Arbeitsagentur in den letzten zehn Jahren um knapp sechzig Prozent gestiegen. Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen kamen im Juni 2013 von den 81.800 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Nordthüringen mehr als 13.000 aus anderen Landkreisen oder Bundesländern. Der Großteil der Einpendler ist im verarbeitenden- und Baugewerbe, sowie im Gesundheitswesen beschäftigt.

Über 500 freie Ausbildungsstellen

Das Berufsberatungsjahr steht kurz vor dem Abschluss. Noch sind rund 500 Ausbildungsstellen in Nordthüringen nicht besetzt. 260 Jugendliche haben noch keine Zusage oder den Ausbildungsvertrag noch nicht unterschrieben. “Wir unterstützen jeden Jugendlichen in seinen Bemühungen um eine passende Ausbildungsstelle“, bestätigt Karsten Froböse. Die Fachkräftesituation zeige deutlich, dass dies notwendig sei. An die Unternehmen appelliert der Agenturchef: „… sich den Jugendlichen noch einmal anzunehmen, die im ersten Gespräch nicht überzeugen konnten. Verborgene Talente erkennt man manchmal erst auf den zweiten Blick.“

Seit Oktober letzten Jahres hatten sich 1.530 Bewerber, fünf Prozent weniger als im Vorjahr gemeldet. Die Zahl der Ausbildungsstellen lag mit 1.580 um 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der Blick in die Landkreise

Landkreis Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit ist von Juli auf August um 54 auf 4.139 Personen gestiegen. Das waren 251 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im August 9,4%; vor einem Jahr belief sie sich auf 9,9%. Dabei meldeten sich 883 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 113 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 829 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–98).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 7.376 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 645 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 7.658 Abmeldungen von Arbeitslosen (–394). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im August um 8 Stellen auf 337 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 74 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im August 149 neue Arbeitsstellen, 63 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.343 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 329.

Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von Juli auf August geringfügig um 13 auf 3.095 Personen gestiegen. Das waren 143 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im August 5,6%; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,7%. Dabei meldeten sich 798 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 91 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 782 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–20).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 7.162 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Plus von 40 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 7.108 Abmeldungen von Arbeitslosen (–377). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im August um 44 Stellen auf 873 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 254 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im August 290 neue Arbeitsstellen, 84 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.923 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 422.

Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von Juli auf August um 31 auf 4.191 Personen gestiegen. Das waren 46 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im August 10,4%; sie war damit genau so hoch wie im Vorjahresmonat. Dabei meldeten sich 862 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 135 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 821 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–256).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 7.391 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 261 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 7.853 Abmeldungen von Arbeitslosen (–560). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im August um 7 Stellen auf 388 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 96 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im August 150 neue Arbeitsstellen, 5 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.137 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 7.
Autor: red

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