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Fr, 07:19 Uhr
18.05.2001

Wacker-Torhüter hofft endlich auf einen Job

Nordhausen (nnz). Nicht einmal die kühnsten Optimisten hätten Wacker 90 vor dem Spiel gegen Dresden-Nord nach den beiden letzten deftigen Niederlagen einen Erfolg zugetraut, zumal die Mannschaft personell so stark geschrumpft war, daß gerade mal zwölf Spieler die Reise ins Sachsenland antreten konnten. Und so hieß die Devise Schadensbegrenzung. Die Dresdner hingegen diskutierten nur über die Höhe des vermeintlich sicheren Sieges. Aber Hochmut vor dem Fall kommt, besagt eine alte Weisheit. Und diese bekamen die Sachsen voll zu spüren. nnz sprach unter anderem mit Wacker-Torwart Patrick Michael.

Die Elbestädter, aller Abstiegssorgen ledig, waren sichtlich überrascht von der taktisch disziplinierten Spielweise der Nordhäuser. Immer wieder beschäftigten Rüdiger und Brkic mit schnellen Kontern die Dresdner Abwehr. In der zwanzigsten Minuten gab es den verdienten Lohn für die Wackeren aus Nordhausen. Brkic markierte den nicht einmal überraschenden Führungstreffer. Nach Traores Roten Karte rückten die Spieler um Kapitän Jens Ludwig noch enger zusammen und verteidigten mit „Mann und Maus“ das knappe Resultat. Nach 95 Spielminuten stand der erste volle Erfolg der Nordhäuser nach 28 sieglosen Spielen fest. nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg sprach mit Wackers Türhüter Patrick Michael, der maßgeblichen Anteil am Sensationssieg hatte.

nnz: Patrick, ein Wort zum Spiel gegen Dresden-Nord?

Michael: Wir haben in der Abwehr sehr kompakt gestanden und mit Kontern unsere Chance gesucht. Eine dieser Möglichkeiten führte auch zum Führungstreffer durch Stipan Brkic, der eine Superflanke von Maik Rüdiger aufnahm und gegen die Laufrichtung des Torwarts ins lange Eck einköpfte. Nachdem Traore, vom Dresdner Böhme mehrfach provoziert, tätlich wurde, mußten wir wieder mit zehn Spielern auskommen. Von da an haben wir um die knappe Führung gekämpft bis zum Umfallen. Malura übernahm die Manndeckerposition, die Abwehr stand sicher. Vorn haben Brkic und Rüdiger für Entlastung gesorgt. Obwohl der Schiedsrichter aus Frankfurt/ Oder meiner Meinung nach wieder sehr einseitig gegen uns gepfiffen hat und unbegründeterweise fünf Minuten nachspielen ließ, gelang den Gatsgebern kein Treffer mehr.

nnz: Wie beurteilst Du Deine Leistungen in der Partie?

Michael: Ich bin eigentlich ganz zufrieden, vor allem, weil ich nach langer Zeit mal wieder keinen Gegentreffer zugelassen habe. Darauf versuche ich jetzt aufzubauen, um ein sicherer Rückhalt für die Mannschaft zu werden.

nnz: Du warst vier Spieltage gesperrt. War diese lange Zwangspause gerechtfertigt?

Michael: Das war meine erste Rote Karte in meiner Laufbahn und meiner Meinung nach war sie absolut nicht gerechtfertigt. Ich sollte nach Auffassung der Schiedsrichters einen Gegenspieler rüde von den Beinen geholt haben. Das stimmt aber nicht. Der Unparteiische ist auf eine Schwalbe des Stürmers hereingefallen. Daß ich darauf hin für vier Spieltage gesperrt wurde, hat mich fast von den Beinen geholt.

nnz: Deine Zwangspause war für Uhde eigentlich die Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Aber der war verschwunden. Weshalb?

Michael: Ich finde es echt unfair gegenüber den Mannschaftskameraden und grob unsportlich, daß sich Timo nicht einmal gemeldet hat. Bis heute sind uns die Gründe seines Fernbleibens nicht bekannt. Er hatte die Chance, sich in diesen vier Spielen mit guten Leistungen in die Stammelf hineinzukämpfen. Aber letztlich muß jeder selber wissen, was er macht. So mußte Andre Orlowski das Tor hüten. Er hat seine Sache ordentlich gemacht, ich denke da nur an Dessau, wo er mit großartigen Paraden geglänzt hat. Ich glaube, Andre hat viel Erfahrungen sammeln können.

nnz: In letzter Zeit hat Wacker kaum mal ein Spiel komplett durchspielen können. Worauf führst Du die überdurchschnittlich hohe Anzahl von Platzverweisen zurück?

Michael: Wir lassen uns einfach zu oft provozieren. außerdem liegen natürlich nach einer so langen Serie von Niederlagen bei den meisten Spielern die Nerven blank. Wir müssen eben einfach unsere Klappe halten, auch wenn es schwer fällt. Allerdings habe ich auch den Eindruck, daß gerade in der zweiten Halbserie manche Schiedsrichter die Partien nicht wirklich unparteiisch geleitet haben, beispielsweise bei der Roten Karte gegen mich. Das gibt natürlich zusätzlichen Frust.

nnz: Stehst Du Wacker in der Landesliga zur Verfügung?

Michael: Bei mir ist der Verbleib bei Wacker noch mit Fragezeichen behaftet. Ich bin derzeit arbeitslos und habe auch wenig Hoffnung, daß es mal mit einem Job klappt. Wenn mir anderweitig von einem lukrativen Verein eine Arbeitsstelle mit angeboten wird, werde ich verständlicherweise zugreifen. Aber bis jetzt ist noch nichts entschieden.

nnz: Morgen um 14.00 Uhr ist Riesa Gast im Albert-Kuntz-Sportpark. Was hat sich die Mannschaft vorgenommen?

Michael: Wir wollen unseren Fans, die trotz der langen Niederlagenserie zu uns gehalten haben, ein packendes Spiel bieten und mit einem Sieg Dank sagen für die Treue und die großartige Unterstützung in dieser für uns bitteren Saison.

Wir danken für dieses Gespräch.
Autor: nnz

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