Fr, 07:18 Uhr
18.05.2001
"Nordhäuser" war schon im Mittelalter sehr gefragt
Nordhausen (nnz). Am Sonntag steigt auf dem Gelände der Nordbrand Nordhausen GmbH die 1. Sammelbörse für Miniaturtrucks. Da werden nicht nur die Liebhaber dieser schnuckligen Fahrzeuge auf ihre Kosten kommen, auch Kornexperten sind willkommen. Nordbrand wird an diesem Tag nicht nur eine neues Kind seiner Truck-Familie vorstellen, sondern auch ein neues altes Kornerzeugnis - den Arktika. nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg hat in seinem Archiv geblättert und aus aktuellem Anlaß wieder mal was zum Thema Korn gefunden.
Der in der Stadt entstehende Korn besitzt seit jeher in unserer engen und weiteren Heimat einen guten Ruf. Bereits in einer mittelalterlichen Akte wurde er als ein zu vielfältigen Krankheyten, fehl und Gebrechen des menschlichen Körpers nützliches Medikament gepriesen. 1507 gab es den korngelben reinen Tropfen schon in so großen Mengen, daß die Stadtväter einen Bornewyns Zins erhoben. Das Brennereigewerbe ist in unserer nunmehr fast Tausendfünfundsiebzigjährigen, ehemals Freien Reichsstadt am Rande der Goldenen Aue, immer mehr zur Hauptindustrie geworden. Die Stadtoberhäupter verboten schließlich die Einfuhr fremden Branntweins und überwachten selbst die Güte des eigenen Erzeugnisses. Vor allem das Wasser, die Fabrikation, die Destillation und die zweckmäßig eingerichteten Brennöfen boten die Gewähr für seine ausgezeichnete Qualität.
Später verbesserte man maschinell fabrikatorisch vieles. Auch der gereinigte Kartoffelspiritus, der sogenannte Feinsprit, kam als Produktionszweig hinzu. Zwar blieb durch das Destillieren des nach altem heimischen Verfahren gewonnenen Maischproduktes der eigenartige Geschmack des Nordhäusers. Wie die Kenner jedoch wußten, ist das bewährte Rezept des uralten Korns, der aus reinen, allerbesten Roggen und Malz gebrannt und durch mehrmalige sorgfältige Destillation sowie durch langjähriges Faßlagern und Pflege ohne jeden Zusatz von Sprit bereitet wurde, unnachahmlich.
Vor dem 1. Weltkrieg zählte Nordhausen insgesamt 65 Brennereien, von denen eine Reihe wegen des allgemeinen Wirtschaftsniederganges während der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 ihre Pforten schließen mußten. Die verstärkte Aufrüstung bewirkte 1936 ein zweijähriges Brennverbot von Roggen, für den man Buchweizen und Malz verwendete. Nach Ablauf dieser Frist erhielten die Firmen noch nicht einmal backfähiges Getreide für Brennzwecke zugeteilt.
Autor: rhDer in der Stadt entstehende Korn besitzt seit jeher in unserer engen und weiteren Heimat einen guten Ruf. Bereits in einer mittelalterlichen Akte wurde er als ein zu vielfältigen Krankheyten, fehl und Gebrechen des menschlichen Körpers nützliches Medikament gepriesen. 1507 gab es den korngelben reinen Tropfen schon in so großen Mengen, daß die Stadtväter einen Bornewyns Zins erhoben. Das Brennereigewerbe ist in unserer nunmehr fast Tausendfünfundsiebzigjährigen, ehemals Freien Reichsstadt am Rande der Goldenen Aue, immer mehr zur Hauptindustrie geworden. Die Stadtoberhäupter verboten schließlich die Einfuhr fremden Branntweins und überwachten selbst die Güte des eigenen Erzeugnisses. Vor allem das Wasser, die Fabrikation, die Destillation und die zweckmäßig eingerichteten Brennöfen boten die Gewähr für seine ausgezeichnete Qualität.
Später verbesserte man maschinell fabrikatorisch vieles. Auch der gereinigte Kartoffelspiritus, der sogenannte Feinsprit, kam als Produktionszweig hinzu. Zwar blieb durch das Destillieren des nach altem heimischen Verfahren gewonnenen Maischproduktes der eigenartige Geschmack des Nordhäusers. Wie die Kenner jedoch wußten, ist das bewährte Rezept des uralten Korns, der aus reinen, allerbesten Roggen und Malz gebrannt und durch mehrmalige sorgfältige Destillation sowie durch langjähriges Faßlagern und Pflege ohne jeden Zusatz von Sprit bereitet wurde, unnachahmlich.
Vor dem 1. Weltkrieg zählte Nordhausen insgesamt 65 Brennereien, von denen eine Reihe wegen des allgemeinen Wirtschaftsniederganges während der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 ihre Pforten schließen mußten. Die verstärkte Aufrüstung bewirkte 1936 ein zweijähriges Brennverbot von Roggen, für den man Buchweizen und Malz verwendete. Nach Ablauf dieser Frist erhielten die Firmen noch nicht einmal backfähiges Getreide für Brennzwecke zugeteilt.

