tv nt eic kyf msh nnz uhz
Di, 17:43 Uhr
05.08.2014

Das kleinste EKG der Welt

Im Südharz Klinikum Nordhausen wurde jetzt erfolgreich als eine der ersten Kliniken der Region einem Patienten das kleinste EKG der Welt eingesetzt. Wir haben die Einzelheiten für Sie...

Das kleinste EKG der Welt (Foto: Südharz Klinikum) Das kleinste EKG der Welt (Foto: Südharz Klinikum)
Mehrere 100.000 Menschen in Deutschland leiden an Herzrhythmusstörungen. Bemerkbar macht sich dies durch zum Beispiel Herzstolpern, kurzzeitige Aussetzer oder auch starkes Herzrasen.

029
Müdigkeit, Luftnot und Schwindel bis hin zur Ohnmacht sind nicht selten die Folge. Herzrhythmusstörung sind Störungen der normalen Herzschlagfolge. Das Herz gerät aus dem Takt. Es schlägt zu langsam, zu schnell, unregelmäßig oder aber setzt für einige Momente ganz aus. Einige Formen von Herzrhythmusstörungen sind harmlos, andere hingegen können lebensbedrohlich sein.

Vorhofflimmern und anderes ist eine Rhythmusstörung der Herzvorhöfe. Wird es nicht erkannt und behandelt, steigt das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Leider treten diese Arrhythmien oft nur unregelmäßig oder in großen zeitlichen Abständen auf. Eine Langzeit-EKG Untersuchung zeigt dann auch keine Auffälligkeit an, eine gezielte Diagnose ist dann schwer bzw. nicht zu stellen.

Im Nordhäuser Südharz Klinikum werden seit vier Jahrzehnten in enger Zusammenarbeit der Kliniken für Kardiologie und Gefäßchirurgie Herzschrittmacher- und ICD-Systeme aber auch sogenannte Ereignisrekorder implantiert. Hier wurde nun als einem der ersten Krankenhäuser der Region bei einem Patienten mit unklaren Herzrhythmusstörungen das Reveal LINQ-System (Medtronic GmbH), ein Mini-Herzmonitor, zur Langzeitüberwachung implantiert.

„Das Mini-EKG-System ermöglicht es über Jahre hinweg, unsere Patienten kontinuierlich und drahtlos zu überwachen. Tritt eine Arrhythmie auf, so können wir schneller als bisher eine Diagnose stellen und eine adäquate Therapie einleiten“, sagt Dr. Meik Lustermann, der leitende Arzt der Kardiologie. Der Patient kann mit dem Gerät ein ganz normales Leben führen. Ist die Ursache seiner Herzrhythmusstörung gefunden, wird das Gerät in einer kleinen, kurzen OP wieder entfernt.

Der Reveal LINQ Herzmonitor ist nur so groß wie drei Streichhölzer und wiegt zwei Gramm. Damit ist er 80 % kleiner als andere implantierbare EKG-Geräte. Drei Jahre lang können Ärzte das Herz ihrer Patienten damit überwachen.

Der Reveal LINQ wird eingesetzt bei Patienten mit Symptomen wie Schwindel, Palpitationen (Herzstolpern), Ohnmachtsanfällen und Brustschmerzen, welche also auf eine Herzrhythmusstörung hinweisen aber auch für Patienten mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen, insbesondere Vorhofflimmern, mit all seinen möglichen Folgen wie z. B. Schlaganfall unbekannter Ursache.

Op-Team (Foto: Südharz Klinikum) Op-Team (Foto: Südharz Klinikum)
Das Op-Team

Mit einem kleinen Schnitt von weniger als einem Zentimeter in den unteren linken Brustbereich bringt der Implanteur das kleine drahtlose EKG direkt unter die Haut ein. Das Auge sieht das Gerät so gut wie nicht. „Der Herzmonitor wird in einem minimalinvasiven Verfahren eingesetzt und macht die ganze Maßnahme für Arzt und Patienten schneller und einfacher“, beschreibt der Chefarzt der Gefäßchirurgie, Dr. Wieland Gunkel. Patienten mit implantiertem Reveal LINQ können sich einer MRT oder Kernspinuntersuchung unterziehen, wenn dies notwendig ist. Das EKG-Gerät muss dafür nicht entfernt werden.
Autor: red

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige MSO digital

Cookies

Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.
Cookies akzeptieren
nur technisch notwendige
Javascript muss aktiviert sein.