Di, 12:10 Uhr
11.05.2004
Alles auf einen Blick
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte gestern über die Premieren der neuen Spielzeit am Nordhäuser Theater berichtet. Auf einzelne Vorhaben sind wir schon eingegangen. An dieser Stelle liefern wir eine umfangreiche Übersicht, was die Freunde des Nordhäuser Theaters ab September erwarten wird.
Operngala zur Spielzeiteröffnung
Werke von Mozart, Puccini, Lehár, Nicolai
In einer großen Gala stellen Intendant Lars Tietje und Chefdramaturgin Anja Eisner einen Querschnitt durch die Werke des neuen Spielplanes vor. Diese Gala gibt Solisten des Musiktheaterensembles, dem Opernchor sowie dem Loh-Orchester die Möglichkeit, sich gleich zu Beginn der Spielzeit mit einigen Glanzlichtern ihres Könnens zu präsentieren. Dabei sind u.a. solche musikalischen Leckerbissen wie das Duett des Papageno und der Papagena aus Mozarts Zauberflöte mit Brigitte Roth und Thomas Kohl sowie das Vilja-Lied aus Die lustige Witwe mit Sabine Blanchard geplant. Außerdem erleben die Besucher gleichzeitig neue Ensemblemitglieder bei ihrem ersten Auftritt auf den für sie neuen Bühnen. So ist u.a. vorgesehen, dass Matthias Heubusch mit der Arie des Tamino Dies Bildnis ist bezaubernd schön aus Mozarts Zauberflöte seinen musikalischen Einstand gibt.
Die musikalische Leitung des Abends teilen sich drei Künstler. Während GMD Hiroaki Masuda als Chefdirigent des Loh-Orchesters bereits ein guter Bekannter ist, betreten Joseph Olefirowicz als 1. Kapellmeister und Inga Hilsberg als Chordirektorin erstmals in ihrem neuen Aufgabengebiet die Bühne.
Aufführungen: 3. September 2004 Nordhausen, 5. September 2004 Sondershausen
BallettAufTakt
Die Kompanie stellt sich vor
Mit der neuen Ballettdirektorin Jutta Wörne und ihrer Ballettmeisterin Tara Yipp fängt mit Beginn der Spielzeit eine fast komplett neue Kompanie ihre künstlerische Arbeit an: Neun von zwölf der Tänzer und Tänzerinnen sind im Ensemble neu. Was liegt näher, als sich dem neuen Publikum mit einem speziellen Programm vorzustellen? Während auf der Bühne die Mitglieder der Kompanie in klassischen oder modernen Miniaturen, d.h. in Soli oder pas de deux, ihrer Kunst unverwechselbar Gestalt verleihen werden, treffen sich auf der Zuschauerseite all jene, denen die Begegnung mit dem Tanz besonders am Herzen liegt: der Förderverein, Ballettschulen, Presse, Politiker, andere Künstler und natürlich auch all jene, die einfach neugierig auf die neue Kompanie sind.
Der BallettAufTakt, das erste Hallo dieser Kompanie an ihr Publikum, wird den Besuchern auch die Gelegenheit geben, sich zu den gezeigten Beiträgen zu äußern. Im Rahmen eines Gewinnspiels, für das ein lokaler Medien-/Pressepartner gewonnen werden wird, küren die Zuschauer ihre Favoriten des Abends.
Aufführung: 11. September 2004, Theater Nordhausen
Die Zauberflöte
Deutsche Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Emanuel Schikaneder
Kaum eine andere Oper wäre so gut wie Mozarts Die Zauberflöte geeignet, eine Spielzeit unter neuer Leitung zu beginnen. Diese wunderbare Oper, unbestritten eines der größten Meisterwerke des Genres, gibt die Gelegenheit, den szenischen Spielzeitauftakt mit dem gesamten Ensemble zu gestalten. Dabei kommt der Charakter der Zauberflöte den Intentionen der Oberspielleiterin Kerstin Weiß, die die Oper unter der musikalischen Leitung von GMD Hiroaki Masuda inszenieren wird, sehr entgegen. Mozart schuf ein außerordentlich poetisches, spielerisches Werk, das sowohl die Traditionen und Erwartungen des Volkstheaters bediente, als auch ein philosophisch bedeutsames Werk.
Mozarts Können und dem seines Librettisten ist es zu verdanken, dass die Besucher seit der Uraufführung 1791 von den herrlichen Melodien gefangen genommen werden, mit denen Tamino auf der Suche nach seiner Pamina ist, mit der Mozart das Reich der Königin der Nacht und das scheinbar so gegensätzliche Reich des Sarastro charakterisierte, und mit denen all die abenteuerlichen Situationen so bezaubernd geschildert werden, die von einer sehr komplexen Weltsicht der Theatermacher zeugen.
Theater als Spiel auf der Bühne – dem fühlt sich auch der Bühnenbildner, Ausstattungsleiter Frank Olle, verpflichtet, und die Kostümbildnerin Elisabeth Stolze-Bley entwarf Figurinen, die mit der Zauberflöte eines der schönsten Märchen lebendig werden lassen.
Premiere: 8. Oktober 2004
Die lustige Witwe
Operette von Franz Lehár
Text von Victor Léon und Leo Stein
nach Henri Meilhacs Lustspiel L’attaché d’ambassade
Die heitere Operette wird heute zumeist wegen ihrer eingängigen Melodien besucht. Die lustige Witwe ist daran sehr reich. Der Ballsirenenwalzer, das romantische Lippen schweigen, die übermütige Ankündigung Dann geh ich ins Maxim oder das schwelgende Vilja-Lied, sie alle stammen aus dieser Operette, die 1905 das Licht der Bühne erblickte.
Doch Die lustige Witwe erweist sich als mehr denn ein Melodienlieferant. Sie ist die kleine, leichtere Schwester der Oper, in der sich Komponisten mit ihrer Zeit auseinander setzen. Zwar spielte das zugrundeliegende Lustspiel 40 Jahre zuvor, doch die Librettisten staffierten den Stoff mit verschiedenen Fakten aus der unmittelbaren Gegenwart aus. So darf man die Operette getrost als ein in der Pariser Botschaft des sich konstituierenden Staates Montenegro, der auf der Bühne den Namen Pontevedro trägt, verstehen.
Aber Die lustige Witwe wäre keine Operette, wenn nicht die Liebe eine größere Rolle spielen würde. Die junge Witwe Hanna Glawari hat 20 Millionen geerbt. Mit diesem Geld könnte sie Pontevedro retten. Doch es besteht die Gefahr, dass sie sich in den Pariser Salons verliebt! Deshalb wird gekuppelt, dass sie einen Pontevedriner heiratet – damit das Geld im Lande bleibt. Gerade Danilo allerdings, derjenige, der politisch zur Heirat ausersehen ist, macht Schwierigkeiten. Zwar liebt er Hanna schon seit Jahren, doch als Hanna arm war, kam für ihn als Vertreter einer dünkelhaften Familie mit ihr keine Heirat in Frage. Nun ist sie reich, er aber stolz...
Lehárs Operette nutzt einige der klassischen Komödienmuster, und so darf eine Liebesheirat auch eine Geldheirat sein. Die füreinander Bestimmten kriegen sich tatsächlich, und auch die Politik kommt auf ihre Kosten: Happyend auf der ganzen Linie!
Premiere: 3. Dezember 2004, Theater Nordhausen
Tosca
Musikdrama in drei Akten von Giacomo Puccini
Libretto nach Victorien Sardou von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa
- in Originalsprache -
1889 sah Giacomo Puccini in Mailand mit der berühmten Sarah Bernhardt das Drama Tosca von Sardou. Er war begeistert, dass ihn die Handlung gefangen nahm, obwohl er die französische Sprache, in der das Schauspiel gegeben wurde, nicht verstand. So ergreifend stellte er sich einen Opernstoff vor! Am 14. Januar 1900 konnte Tosca zum ersten Mal als Oper gegeben werden. Puccini erwies sich mit dieser Oper ganz als Verist. Eine krasse, ganz naturalistische, politisch geprägte und von Liebe durchzogene Handlung wird begleitet vom Wohllaut der Puccinischen Komposition.
Rom im Jahre 1800. Der ehemalige Konsul der Republik Rom ist aus seinem Kerker entwichen und versteckt sich beim Maler Cavaradossi. Polizeichef Scarpia findet in einem Bild des Malers einen Hinweis auf die Verbindung der beiden. Den politischen Flüchtling kann er allerdings bei Cavaradossi nicht finden, doch der Maler wird inhaftiert, da er sich zu Napoleon bekennt. Um ihrem Geliebten die Folter zu ersparen, verrät die Sängerin Floria Tosca das Versteck des gesuchten ehemaligen Konsuls. Doch retten könne Tosca sich und ihren Geliebten nur, wenn sie sich dem Polizeichef hingäbe...
Doch sowohl Scarpia als auch Tosca halten die – ohnehin schändliche – Vereinbarung nicht. Nachdem Scarpia einen Brief verfasst hat, der Tosca und Cavaradossi freies Geleit zusichern soll, ersticht Tosca den Polizeichef. Aber auch das freie Geleit wird den Liebenden nicht gewährt: Scarpia hat den Befehl zu Cavaradossis Hinrichtung nicht aufgehoben. Nach Cavaradossis Erschießung stürzt sich Tosca allein geblieben von der Engelsburg in den Tod.
Premiere: 21. Januar 2005
Chess
Komposition von Benny Andersson, Bjørn Ulvaeus
Texte: Tim Rice
Ihre 3-5minütigen Werke aus den siebziger Jahren sind absolute Welthits. Auch die Jüngeren lernten sie lieben – dank der aktuellen Revivalwelle ABBAMANIA. Die Rede ist von den beiden Bs der schwedischen Popgruppe ABBA, Benny Andersson und Bjørn Ulvaeus , die ein knappes Jahrzehnt Hit auf Hit komponierten.
Zum Ende von ABBA trug auch bei, dass sich die Komponisten musikalisch größeren Herausforderungen stellen wollten. Mit dem 1981 erstaufgeführten Musical Chess gelang das auf ganz beeindruckende Weise. Als Librettisten konnten Benny Andersson und Bjørn Ulvaeus einen der erfolgreichsten Musicallibrettisten überhaupt gewinnen: den Engländer Tim Rice, der Andrew Lloyd Webber die Vorlagen u.a. für Jesus Christ Superstar und Evita dichtete.
Im Schachspiel – Chess – begegneten sich auf internationalem Niveau nicht nur sportliche Rivalen, sondern es prallten im kalten Krieg Systeme aufeinander. Heute, nach Glasnost, Perestroika, Wende und beginnender Globalisierung der Erde ist die politische Situation eine andere, doch für den Sportler, für jeden Menschen, stehen weiterhin die gleichen Fragen: Ist jener, gegen den ich mich durchsetzen will, ein Feind oder nur ein anderer Mensch? Inwieweit bestimme ich meine Handlungen selbst, inwieweit bin ich fremd bestimmt? Kann Fremdbestimmung zu Fanatismus manipulieren? Bleibt zwangsläufig die Menschlichkeit auf der Strecke, wenn man sich in den Dienst einer Sache stellt?
Das Musical widmet sich dem Problemkreis, indem es die Geschichte des Schachchampions Frederick Trumper und seines Herausforderers Anatoly Sergievsky zur Weltmeisterschaft 1962 in New York erzählt. Ein Jahr später in Bangkok begegnen sich die beiden zur Weltmeisterschaft erneut. Doch im Musical geht es weniger um die schwarzen und weißen Steine als um Fanatismus, Liebe, Intrige und Musik, wozu u.a. auch der Hit One Night in Bangkok gehört.
Premiere: 18. März 2005, Theater Nordhausen
Die lustigen Weiber von Windsor
Komisch-phantastische Oper in drei Aufzügen von Otto Nicolai
Libretto von Salomon Hermann Mosenthal nach W. Shakespeares gleichnamigem Schauspiel
Sir John Falstaff begegnet dem Theaterliebhaber öfter auf der Bühne. Shakespeare schrieb wohl die bekannteste Bühnendichtung, Giuseppe Verdi komponierte mit Falstaff sein großes Alterswerk. Otto Nicolai weiß der Figur neue Züge abzugewinnen. Weniger die Tragikomik eines heruntergekommenen Edelmannes, der doch letztlich immer wieder über der Situation steht, wird zum Hauptelement der Oper, sondern die romantischen Züge unvergänglicher, teils inniger, teils köstlich humorvoller Melodien zeichnen dieses 1849 in Berlin erfolgreich uraufgeführte Werk aus.
Die Handlung bietet amüsantes Spiel. Windsor, Anfang des 17. Jahrhunderts. Sir John Falstaff versucht mit zwei befreundeten Nachbarinnen, Frau Fluth und Frau Reich, gleichzeitig anzubandeln – und das so ungeschickt, dass beide Frauen sein Doppelspiel sofort bemerken. Zum Schein gehen sie auf seine Avancen ein, bringen ihn dadurch aber in ganz peinliche Situationen: Mal wird er mit einem Waschkorb in die Themse geworfen, mal von einem der Ehemänner aus dem Haus geprügelt. Eine Auflösung soll es bei einem mitternächtlichen Maskenspiel zum Sommerfest im Park geben. Wieder wird Falstaff seinem Ziel nicht näher kommen, doch ihm wird vergeben. Ihr Ziel erreicht bei diesem Kostümfest allerdings Anna, die Tochter der Fluths. Es gelingt ihr, die beiden Bräutigame, die ihre Mutter bzw. ihr Vater für sie auserkoren haben, endgültig von sich zu weisen. Sie wird sich mit dem geliebten Fenton vermählen können.
Premiere: 27. Mai 2005, Theater Nordhausen
Uraufführung: GENERATION 80ies
Ballettabend von Jutta Wörne
nach einem Libretto von Hermann Bareis
zu Popmusik der 80er Jahre
Die Liebe der jungen Ballettdirektorin Jutta Wörne zur Musik hat ihre Wurzeln in den 80er Jahren. Die damals aufsteigenden großen Popikonen wie Madonna, Michael Jackson, Survivor oder Kool and the Gang prägten den typischen Musikstil der Eighties. Discos, Aerobicstudios und Tanzfilme wie Flashdance, Fame und Footloose waren die ‚Beweger‘ des Jahrzehnts.
Mit ihrem ersten Ballett, das in Nordhausen Premiere haben wird, entführt Jutta Wörne die Zuschauer in die Zeit, deren Musik sie mag, und in eine Gegend, die sie gut kennt. Während die Geschichtsbücher Demos, Lichterketten, Proteste und Konflikte zwischen Gruppen von Südafrika bis Deutschland vermitteln, lässt sich das Ballett GENERATION 80ies auf den konkreten Alltag in einer bayerischen Kleinstadt ein. Die Gruppen, die hier feindlich aufeinander stoßen, sind die Golfs und die Mantas. Sie konkurrieren miteinander in Tanz und Musik.
Doch wie im Großen liegt die Entscheidung nicht bei den Gruppen, sondern im Mut des Einzelnen. Die Geschichtsbücher überliefern die Verdienste Michail Gorbatschows, Nelson Mandelas und die des Dalai Lama. GENERATION 80ies macht mit Jugendlichen wie Donna, Teresa und Michael bekannt, und der Außenseiter Miroslav muss sich der Herausforderung stellen, ein Held zu werden.
Premiere: 22. Oktober 2004, Theater Nordhausen
Uraufführung: Macht der Bilder
Ballettabend von Jutta Wörne
nach einem Libretto von Hermann Bareis
Musik von Dmitri Kabalewski, Witold Lutoslawski und Alfred Schnittke
In diesem Ballett wird die Geschichte zweier Welten an einem mystischen Ort in der Zeit Jetzt nach Morgen erzählt. Die Welt der Bilder ist erdig, fest, farbig und klar definiert, die Welt der Gedanken erscheint durchsichtig, flüchtig, pastellfarben und gläsern. Beide Welten haben ihre Berechtigung, und zwischen ihnen herrscht eine gesunde Balance – bis Ibo, der neue Herrscher der Welt der Bilder, das Gleichgewicht zu seinen Gunsten verschieben will.
Das märchenhafte Ballett, das wunderschöne, individuelle Rollen für alle Tänzer der Kompanie sowie Auftritte für ein Kinderballett und den Kinderzirkus bietet, beginnt mit der Endrunde eines Tanzwettbewerbs. Während Frappina tanzt, die wie Tondina der Welt der Gedanken entstammt, fällt ihre Konkurrentin Pirinette in Ohnmacht. Noch ahnen die beiden nicht, dass damit durch Ibo bewusst mehr Aufmerksamkeit auf die Welt der Bilder gelenkt werden soll. Er will die Balance der Welten zerstören und sich die Gedanken untertan machen! Als Frappina und Tondina das Geheimnis entdecken, müssen sie vor den Gestalten der Welt der Bilder fliehen.
Sie treffen auf einen Magier und auf Bobo, die Hexe, sie lernen einen Clown kennen, nutzen den Zauber der Weisheit und einen Geistesblitz. Obwohl keine der Welten die gute oder die böse ist, ist die Auseinandersetzung erbittert. Sobald nur eine einzige Person, so wie Ibo, die Balance der Welten aus dem Lot bringt, wird er zum Aggressor und wirkt zerstörerisch.
Die unterschiedlichen Musikstile der Komponisten unterstützen die Erzählung des Balletts. So stellt die Musik Kabalewskis, die allgemein verständlichen Regeln folgt, die Welt der Bilder dar. Die Musik Lutoslawskis ist mit ihrer Aleatorik und ihren Sequenzen ein Hörerlebnis, das eher dem Denken und der Flüchtigkeit im Raum entspricht. Schnittkes Concerto grosso Nr. 1 spiegelt die Welt zwischen den beiden, lässt Begreifbares und nicht Begreifbares musikalisch entstehen. Somit wandern die Tänzer von Kabalewski zu Lutoslawski via Schnittke. Der Weg wird spannend für Tänzer und Publikum, und eine mitreißende Geschichte erzählt der Ballettabend allemal!
Premiere: 22. Oktober 2004, Theater Nordhausen
Uraufführung: Begegnungen getanzter Art
Kammertanzabend im TuD
Choreographien von Mitgliedern der Ballettkompanie und Jutta Wörne
Der Kammertanzabend gibt Tänzern der Nordhäuser Kompanie die Möglichkeit, innerhalb eines Themas eigene Choreographien zu entwickeln. Zum Thema Begegnungen getanzter Art ließ sich Ballettdirektorin Jutta Wörne von einer Choreographie inspirieren, die sie für zwei Tänzer am Staatstheater Kassel schuf. In Tuesday 3 O’Clock, jener Choreographie, die bisher als einzige des Kammertanzabends existiert, wird eine Verabredung zweier Menschen gezeigt, die immer und immer wieder stattfindet. Spannend, komisch und etwas traurig zugleich.
Begegnungen versprechen die Neuschöpfungen ebenfalls. Um ihre Fähigkeiten als Choreographen zu entdecken und unter Beweis zu stellen, setzen sich die Tänzer in ungewohnter Weise mit sich selbst auseinander. So unterschiedlich wie ihr kultureller Hintergrund und ihre künstlerischen Erfahrungen die Tänzer prägten, so verschieden sind ihr Bewegungsstil und ihre Choreographien. So wird der Kammertanzabend zu einer Begegnung, bei der Menschen tanzend aufeinander treffen – vielleicht leicht und sinnlich, vielleicht beschwingt und traurig oder melancholisch und komisch.
Premiere: 22. Oktober 2004, Theater Nordhausen
Sekretärinnen
Eine Schlagerrevue von Franz Wittenbrink
Sie können 300 Anschläge pro Minute fehlerfrei schreiben und sich gleichzeitig dabei unterhalten. Sie kochen wunderbaren Kaffee und richten verunglückte Krawattenknoten. Sie bewachen die Bürotür ihres Chefs und halten unliebsame Anrufe von ihm fern. Sie sind diskret, adrett gekleidet und sehen stets aus, als kämen sie gerade vom Friseur. So sind sie –die Sekretärinnen. Oder etwa nicht? Sechs Frauen mit dieser Profession sind an diesem Abend zu erleben. Sie sitzen zusammen in einem Großraumbüro, eingeklemmt zwischen Tastatur und Drehstuhl. Umgeben von Kaffeemaschine, Keksdosen und Schminktäschchen.
Da wird getratscht und gehechelt, misstrauisch beobachtet, manchmal auch getröstet und gespannt gewartet, welche von den Damen denn nun zum Chef gerufen wird. Zum Diktat oder vielleicht zu einem netten Schäferstündchen? Welche ist die schönste, welche gibt im Büro den Ton an? Selbst der arme Bürobote muss immer wieder herhalten als Objekt der Begierde, wenn sich die Sekretärinnen im Konkurrenzkampf üben. Geeint sind sie lediglich in ihrer Abhängigkeit von der Schreibmaschine. Die gibt nicht nur den Takt der Arbeit, sondern auch für so manches Lied an. Je nach Charakter singen die Sekretärinnen ihre Freude oder den Frust heraus. Sie singen von ihren Vorlieben, Ärgernissen oder gar geheimen Gelüsten. In sehnsuchtsvollen Schlagern oder kernigen Rocktiteln. Ohrwürmer sind sie alle miteinander - für diesen Theaterabend neu und meisterhaft arrangiert. Die Sekretärinnen sind in Rudolstadt der absolute Publikumsrenner.
Premiere: 29. Oktober 2004
Der gute Mensch von Sezuan
Parabelstück von Bertolt Brecht
Lange schon ziehen drei Götter durch die Welt und suchen einen guten Menschen. Sie müssen ihn finden, denn sonst ist ihre Mission gescheitert. Seit 2000 Jahren hören sie das Geschrei, es gehe nicht weiter mit der Welt, wie sie ist. Niemand könne gut auf ihr bleiben. Schließlich finden sie einen guten Menschen in Sezuan, die Hure Shen Te. Die Götter schenken ihr Geld, damit sie sich nicht mehr verkaufen muss. Shen Te eröffnet einen kleinen Laden. Doch bald kommen die Nachbarn und saugen die Großherzige aus bis aufs Blut. Auch der Mann, den sie liebt, nutzt sie nur aus. Shen Te zieht die Notbremse und verwandelt sich, um zu überleben, in den hartherzigen Shui Ta ...
Kann ein Mensch gut sein in einer Welt, die schlecht ist? Wie kann er gleichzeitig zu anderen gut sein und zu sich selbst – steht das nicht im Widerspruch zueinander? Kommt man nicht viel besser durchs Leben als rücksichtsloser, berechnender Zeitgenosse? Brecht schrieb in seinem Arbeitstagebuch zu diesem Stück, dass er sich lange um zufriedenstellende Antworten bemüht habe. Und doch müsse er mit jenem berühmt gewordenen Satz schließen: "Wir stehen selbst und sehn betroffen – Den Vorhang zu und alle Fragen offen."
Brecht hat für den Konflikt zwischen Gut und Böse keine Lösung gefunden, weil es sie wahrscheinlich gar nicht gibt. Dennoch ist Der gute Mensch von Sezuan eine spannende Geschichte, die heute nichts an Aktualität verloren hat. Arbeitslosigkeit, schlechte Zahlungsmoral, Ellenbogenmentalität und Kriechertum, – all diese Erscheinungen unserer Gesellschaft begegnen uns hier wieder. Dazu warmherzige und kaltschnäuzige, vertrauensvolle und berechnende Typen. Sie lieben oder hassen sich, kämpfen umeinander, intrigieren gegeneinander, damals so wie heute.
Premiere: 11. Februar 2005
Die Jungfrau von Orleans
Romantische Tragödie von Friedrich Schiller
Frankreich zur Zeit des hundertjährigen Krieges gegen England. Johanna d’Arc, eine schöne Schäfertochter aus Lothringen, verlässt ihren heimatlichen Hof, um den französischen Truppen beizustehen. Eine göttliche Stimme hat ihr dies befohlen. Johanna legt vor sich selbst ein Keuschheitsgelübde ab, nie soll Männerliebe ihr Herz berühren. Daraus nimmt sie die Kraft, Frankreich vor der drohenden Niederlage zu bewahren. Mit ihr an der Spitze stürmen die Franzosen von Sieg zu Sieg. Johanna selbst mäht in Helm und Rüstung die stärksten der gegnerischen Männer nieder. Bis ihr der englische Anführer Lionel begegnet, bei dessen Anblick sie sich sofort verliebt. Sie verstößt damit gegen ihr Keuschheitsgelübde, fühlt sich schuldig und wird handlungsunfähig.
Ihr eigener Vater bezichtigt sie schließlich, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Johanna bringt nicht die Kraft auf, ihm zu widersprechen. Das nehmen die Franzosen als Bestätigung für ihre Hexerei und verstoßen sie. Als sie endlich erkennen, dass Johanna wirklich eine Heilige ist, ist es für das Mädchen zu spät.
Goethe bezeichnete diese romantische Tragödie als das beste Werk, das Friedrich Schiller geschrieben hat. Noch heute ist Die Jungfrau von Orléans die Gestalt gewordene Idee der Freiheit. Eine Frau verstößt gegen alle Konventionen, bricht aus der ihr zugeschriebenen Rolle aus und wächst so über sich hinaus. Dass sie sich aber so hart ein persönliches Glück verbietet, ist der Grund für ihren Untergang. Schiller schrieb sein Drama nach der wahren Geschichte von dem lothringischen Bauernmädchen Jeanne d’Arc, das die französischen Truppen im hundertjährigen Krieg siegreich gegen England führte, dann der Hexerei beschuldigt wurde, in die Hände der Engländer fiel und im Alter von 19 Jahren als Hexe verbrannt wurde.
Premiere: 11. Februar 2005
Witwendramen
von Fitzgerald Kusz
Die Situation von Witwen ist seit Jahrhunderten, ja, Jahrtausenden die von übriggebliebenen Menschen, also dramatisch. Die Witwendramen sind allerdings noch ganz neu und zudem recht komisch. Fitzgerald Kusz, der 1944 in Nürnberg geborene Dramatiker, hat sein Fünf-Personen-Stück bisher noch nicht aufführen lassen. Für die Nordhäuser Premiere wird er eine Fassung für zwei Schauspielerinnen, für Uta Haase und Sigrid Herford, autorisieren.
Kusz findet alle seine Themen im Alltag. Der Chronist der Allerweltsdinge, wie er einmal bezeichnet wurde, behandelt seine Beobachtungen mit Humor. So auch sein Hinterbliebenenspiel. In den Witwendramen schildert Kusz Lebensschicksale von Frauen, die in jungen oder in späteren Jahren ihre Männer verloren haben, die kurze Zeit allein sind oder sich ein neues Leben einrichten mussten. Plötzlich wird der Verstorbene nachträglich zum Helden oder zum Unmenschen, oder eigene – vorhandene oder scheinbare – Krankheiten werden zum Lebensmittelpunkt, falls den nicht schon das kleine, putzige Hündchen eingenommen hat.
Oberspielleiterin Kerstin Weiß wird die Witwendramen inszenieren, die einen ganz wesentlichen Reiz daraus beziehen werden, dass die beiden Schauspielerinnen permanent in ganz verschiedene Rollen schlüpfen müssen.
Premiere: 11. Februar 2005
Wie Findus zu Pettersson kam
für Kinder ab 3 Jahren von Nordquist/Dieter Klinge
Wie Findus zu Pettersson kam läuft als äußerst erfolgreiche Inszenierung am Staatstheater Kassel. Nach dem Modell der Kasseler Inszenierung wird das Stück auch am Theater Nordhausen ins Repertoire aufgenommen werden. Das Stück wird im TuD zu sehen sein.
Premiere: 23. Oktober 2004
Hänsel und Gretel
nach dem Märchen der Gebrüder Grimm
für die Bühne bearbeitet von Wolfgang Wiens
Hänsel und Gretel leben im Wald mit ihrem Vater, einem armen Holzfäller, und ihrer Stiefmutter, mit der sie sich gar nicht gut verstehen. Ihre richtige Mutter war vor einem Jahr gestorben. Dem Vater fällt es immer schwerer, mit dem bisschen Holz, was er verkaufen kann, die Familie zu ernähren. Die Stiefmutter drängt ihn deshalb, die Kinder tief in den Wald zu bringen und sie ihrem Schicksal zu überlassen. Beim erstem Mal finden Hänsel und Gretel noch den Weg nach Hause. Aber als sie auf Druck der Stiefmutter ein zweites Mal im finsteren Wald zurückgelassen werden, verlaufen sie sich und gelangen an ein eigentümliches Haus aus Lebkuchen und Süßigkeiten. Darin wohnt eine alte, komische Frau, welche die beiden mit allerhand Köstlichkeiten in ihr Haus lockt.
Wer kennt es nicht, das Märchen von Hänsel und Gretel von den Gebrüdern Grimm? Unzählige Generationen von Kindern haben sich schon vor der Hexe gegruselt und sich gefreut, dass diese schließlich im Ofen braten muss.
Wolfgang Wiens hat die Geschichte flott bearbeitet, dass Kinder von heute sich durchaus mit Hänsel und Gretel identifizieren könnten. Trotzdem ist er den Gebrüdern Grimm treu geblieben und entführt in schaurig-schöne, märchenhafte Welten, an der große und kleine Mädchen und Jungen ihre Freude haben werden.
Premiere: 2. November 2004
Das Tagebuch der Anne Frank
Monooper von Grigorij Frid
Das berühmte Tagebuch des jüdischen Mädchens wird in der Spielzeit 2004/05 als Musiktheater für Jugendliche in den Spielplan kommen. Die Ein-Personen-Oper wird im TuD zu sehen sein, ist aber auch mobil einsetzbar.
Premiere: 23. Februar 2005
Autor: nnzOperngala zur Spielzeiteröffnung
Werke von Mozart, Puccini, Lehár, Nicolai
In einer großen Gala stellen Intendant Lars Tietje und Chefdramaturgin Anja Eisner einen Querschnitt durch die Werke des neuen Spielplanes vor. Diese Gala gibt Solisten des Musiktheaterensembles, dem Opernchor sowie dem Loh-Orchester die Möglichkeit, sich gleich zu Beginn der Spielzeit mit einigen Glanzlichtern ihres Könnens zu präsentieren. Dabei sind u.a. solche musikalischen Leckerbissen wie das Duett des Papageno und der Papagena aus Mozarts Zauberflöte mit Brigitte Roth und Thomas Kohl sowie das Vilja-Lied aus Die lustige Witwe mit Sabine Blanchard geplant. Außerdem erleben die Besucher gleichzeitig neue Ensemblemitglieder bei ihrem ersten Auftritt auf den für sie neuen Bühnen. So ist u.a. vorgesehen, dass Matthias Heubusch mit der Arie des Tamino Dies Bildnis ist bezaubernd schön aus Mozarts Zauberflöte seinen musikalischen Einstand gibt.
Die musikalische Leitung des Abends teilen sich drei Künstler. Während GMD Hiroaki Masuda als Chefdirigent des Loh-Orchesters bereits ein guter Bekannter ist, betreten Joseph Olefirowicz als 1. Kapellmeister und Inga Hilsberg als Chordirektorin erstmals in ihrem neuen Aufgabengebiet die Bühne.
Aufführungen: 3. September 2004 Nordhausen, 5. September 2004 Sondershausen
BallettAufTakt
Die Kompanie stellt sich vor
Mit der neuen Ballettdirektorin Jutta Wörne und ihrer Ballettmeisterin Tara Yipp fängt mit Beginn der Spielzeit eine fast komplett neue Kompanie ihre künstlerische Arbeit an: Neun von zwölf der Tänzer und Tänzerinnen sind im Ensemble neu. Was liegt näher, als sich dem neuen Publikum mit einem speziellen Programm vorzustellen? Während auf der Bühne die Mitglieder der Kompanie in klassischen oder modernen Miniaturen, d.h. in Soli oder pas de deux, ihrer Kunst unverwechselbar Gestalt verleihen werden, treffen sich auf der Zuschauerseite all jene, denen die Begegnung mit dem Tanz besonders am Herzen liegt: der Förderverein, Ballettschulen, Presse, Politiker, andere Künstler und natürlich auch all jene, die einfach neugierig auf die neue Kompanie sind.
Der BallettAufTakt, das erste Hallo dieser Kompanie an ihr Publikum, wird den Besuchern auch die Gelegenheit geben, sich zu den gezeigten Beiträgen zu äußern. Im Rahmen eines Gewinnspiels, für das ein lokaler Medien-/Pressepartner gewonnen werden wird, küren die Zuschauer ihre Favoriten des Abends.
Aufführung: 11. September 2004, Theater Nordhausen
Die Zauberflöte
Deutsche Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Emanuel Schikaneder
Kaum eine andere Oper wäre so gut wie Mozarts Die Zauberflöte geeignet, eine Spielzeit unter neuer Leitung zu beginnen. Diese wunderbare Oper, unbestritten eines der größten Meisterwerke des Genres, gibt die Gelegenheit, den szenischen Spielzeitauftakt mit dem gesamten Ensemble zu gestalten. Dabei kommt der Charakter der Zauberflöte den Intentionen der Oberspielleiterin Kerstin Weiß, die die Oper unter der musikalischen Leitung von GMD Hiroaki Masuda inszenieren wird, sehr entgegen. Mozart schuf ein außerordentlich poetisches, spielerisches Werk, das sowohl die Traditionen und Erwartungen des Volkstheaters bediente, als auch ein philosophisch bedeutsames Werk.
Mozarts Können und dem seines Librettisten ist es zu verdanken, dass die Besucher seit der Uraufführung 1791 von den herrlichen Melodien gefangen genommen werden, mit denen Tamino auf der Suche nach seiner Pamina ist, mit der Mozart das Reich der Königin der Nacht und das scheinbar so gegensätzliche Reich des Sarastro charakterisierte, und mit denen all die abenteuerlichen Situationen so bezaubernd geschildert werden, die von einer sehr komplexen Weltsicht der Theatermacher zeugen.
Theater als Spiel auf der Bühne – dem fühlt sich auch der Bühnenbildner, Ausstattungsleiter Frank Olle, verpflichtet, und die Kostümbildnerin Elisabeth Stolze-Bley entwarf Figurinen, die mit der Zauberflöte eines der schönsten Märchen lebendig werden lassen.
Premiere: 8. Oktober 2004
Die lustige Witwe
Operette von Franz Lehár
Text von Victor Léon und Leo Stein
nach Henri Meilhacs Lustspiel L’attaché d’ambassade
Die heitere Operette wird heute zumeist wegen ihrer eingängigen Melodien besucht. Die lustige Witwe ist daran sehr reich. Der Ballsirenenwalzer, das romantische Lippen schweigen, die übermütige Ankündigung Dann geh ich ins Maxim oder das schwelgende Vilja-Lied, sie alle stammen aus dieser Operette, die 1905 das Licht der Bühne erblickte.
Doch Die lustige Witwe erweist sich als mehr denn ein Melodienlieferant. Sie ist die kleine, leichtere Schwester der Oper, in der sich Komponisten mit ihrer Zeit auseinander setzen. Zwar spielte das zugrundeliegende Lustspiel 40 Jahre zuvor, doch die Librettisten staffierten den Stoff mit verschiedenen Fakten aus der unmittelbaren Gegenwart aus. So darf man die Operette getrost als ein in der Pariser Botschaft des sich konstituierenden Staates Montenegro, der auf der Bühne den Namen Pontevedro trägt, verstehen.
Aber Die lustige Witwe wäre keine Operette, wenn nicht die Liebe eine größere Rolle spielen würde. Die junge Witwe Hanna Glawari hat 20 Millionen geerbt. Mit diesem Geld könnte sie Pontevedro retten. Doch es besteht die Gefahr, dass sie sich in den Pariser Salons verliebt! Deshalb wird gekuppelt, dass sie einen Pontevedriner heiratet – damit das Geld im Lande bleibt. Gerade Danilo allerdings, derjenige, der politisch zur Heirat ausersehen ist, macht Schwierigkeiten. Zwar liebt er Hanna schon seit Jahren, doch als Hanna arm war, kam für ihn als Vertreter einer dünkelhaften Familie mit ihr keine Heirat in Frage. Nun ist sie reich, er aber stolz...
Lehárs Operette nutzt einige der klassischen Komödienmuster, und so darf eine Liebesheirat auch eine Geldheirat sein. Die füreinander Bestimmten kriegen sich tatsächlich, und auch die Politik kommt auf ihre Kosten: Happyend auf der ganzen Linie!
Premiere: 3. Dezember 2004, Theater Nordhausen
Tosca
Musikdrama in drei Akten von Giacomo Puccini
Libretto nach Victorien Sardou von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa
- in Originalsprache -
1889 sah Giacomo Puccini in Mailand mit der berühmten Sarah Bernhardt das Drama Tosca von Sardou. Er war begeistert, dass ihn die Handlung gefangen nahm, obwohl er die französische Sprache, in der das Schauspiel gegeben wurde, nicht verstand. So ergreifend stellte er sich einen Opernstoff vor! Am 14. Januar 1900 konnte Tosca zum ersten Mal als Oper gegeben werden. Puccini erwies sich mit dieser Oper ganz als Verist. Eine krasse, ganz naturalistische, politisch geprägte und von Liebe durchzogene Handlung wird begleitet vom Wohllaut der Puccinischen Komposition.
Rom im Jahre 1800. Der ehemalige Konsul der Republik Rom ist aus seinem Kerker entwichen und versteckt sich beim Maler Cavaradossi. Polizeichef Scarpia findet in einem Bild des Malers einen Hinweis auf die Verbindung der beiden. Den politischen Flüchtling kann er allerdings bei Cavaradossi nicht finden, doch der Maler wird inhaftiert, da er sich zu Napoleon bekennt. Um ihrem Geliebten die Folter zu ersparen, verrät die Sängerin Floria Tosca das Versteck des gesuchten ehemaligen Konsuls. Doch retten könne Tosca sich und ihren Geliebten nur, wenn sie sich dem Polizeichef hingäbe...
Doch sowohl Scarpia als auch Tosca halten die – ohnehin schändliche – Vereinbarung nicht. Nachdem Scarpia einen Brief verfasst hat, der Tosca und Cavaradossi freies Geleit zusichern soll, ersticht Tosca den Polizeichef. Aber auch das freie Geleit wird den Liebenden nicht gewährt: Scarpia hat den Befehl zu Cavaradossis Hinrichtung nicht aufgehoben. Nach Cavaradossis Erschießung stürzt sich Tosca allein geblieben von der Engelsburg in den Tod.
Premiere: 21. Januar 2005
Chess
Komposition von Benny Andersson, Bjørn Ulvaeus
Texte: Tim Rice
Ihre 3-5minütigen Werke aus den siebziger Jahren sind absolute Welthits. Auch die Jüngeren lernten sie lieben – dank der aktuellen Revivalwelle ABBAMANIA. Die Rede ist von den beiden Bs der schwedischen Popgruppe ABBA, Benny Andersson und Bjørn Ulvaeus , die ein knappes Jahrzehnt Hit auf Hit komponierten.
Zum Ende von ABBA trug auch bei, dass sich die Komponisten musikalisch größeren Herausforderungen stellen wollten. Mit dem 1981 erstaufgeführten Musical Chess gelang das auf ganz beeindruckende Weise. Als Librettisten konnten Benny Andersson und Bjørn Ulvaeus einen der erfolgreichsten Musicallibrettisten überhaupt gewinnen: den Engländer Tim Rice, der Andrew Lloyd Webber die Vorlagen u.a. für Jesus Christ Superstar und Evita dichtete.
Im Schachspiel – Chess – begegneten sich auf internationalem Niveau nicht nur sportliche Rivalen, sondern es prallten im kalten Krieg Systeme aufeinander. Heute, nach Glasnost, Perestroika, Wende und beginnender Globalisierung der Erde ist die politische Situation eine andere, doch für den Sportler, für jeden Menschen, stehen weiterhin die gleichen Fragen: Ist jener, gegen den ich mich durchsetzen will, ein Feind oder nur ein anderer Mensch? Inwieweit bestimme ich meine Handlungen selbst, inwieweit bin ich fremd bestimmt? Kann Fremdbestimmung zu Fanatismus manipulieren? Bleibt zwangsläufig die Menschlichkeit auf der Strecke, wenn man sich in den Dienst einer Sache stellt?
Das Musical widmet sich dem Problemkreis, indem es die Geschichte des Schachchampions Frederick Trumper und seines Herausforderers Anatoly Sergievsky zur Weltmeisterschaft 1962 in New York erzählt. Ein Jahr später in Bangkok begegnen sich die beiden zur Weltmeisterschaft erneut. Doch im Musical geht es weniger um die schwarzen und weißen Steine als um Fanatismus, Liebe, Intrige und Musik, wozu u.a. auch der Hit One Night in Bangkok gehört.
Premiere: 18. März 2005, Theater Nordhausen
Die lustigen Weiber von Windsor
Komisch-phantastische Oper in drei Aufzügen von Otto Nicolai
Libretto von Salomon Hermann Mosenthal nach W. Shakespeares gleichnamigem Schauspiel
Sir John Falstaff begegnet dem Theaterliebhaber öfter auf der Bühne. Shakespeare schrieb wohl die bekannteste Bühnendichtung, Giuseppe Verdi komponierte mit Falstaff sein großes Alterswerk. Otto Nicolai weiß der Figur neue Züge abzugewinnen. Weniger die Tragikomik eines heruntergekommenen Edelmannes, der doch letztlich immer wieder über der Situation steht, wird zum Hauptelement der Oper, sondern die romantischen Züge unvergänglicher, teils inniger, teils köstlich humorvoller Melodien zeichnen dieses 1849 in Berlin erfolgreich uraufgeführte Werk aus.
Die Handlung bietet amüsantes Spiel. Windsor, Anfang des 17. Jahrhunderts. Sir John Falstaff versucht mit zwei befreundeten Nachbarinnen, Frau Fluth und Frau Reich, gleichzeitig anzubandeln – und das so ungeschickt, dass beide Frauen sein Doppelspiel sofort bemerken. Zum Schein gehen sie auf seine Avancen ein, bringen ihn dadurch aber in ganz peinliche Situationen: Mal wird er mit einem Waschkorb in die Themse geworfen, mal von einem der Ehemänner aus dem Haus geprügelt. Eine Auflösung soll es bei einem mitternächtlichen Maskenspiel zum Sommerfest im Park geben. Wieder wird Falstaff seinem Ziel nicht näher kommen, doch ihm wird vergeben. Ihr Ziel erreicht bei diesem Kostümfest allerdings Anna, die Tochter der Fluths. Es gelingt ihr, die beiden Bräutigame, die ihre Mutter bzw. ihr Vater für sie auserkoren haben, endgültig von sich zu weisen. Sie wird sich mit dem geliebten Fenton vermählen können.
Premiere: 27. Mai 2005, Theater Nordhausen
Uraufführung: GENERATION 80ies
Ballettabend von Jutta Wörne
nach einem Libretto von Hermann Bareis
zu Popmusik der 80er Jahre
Die Liebe der jungen Ballettdirektorin Jutta Wörne zur Musik hat ihre Wurzeln in den 80er Jahren. Die damals aufsteigenden großen Popikonen wie Madonna, Michael Jackson, Survivor oder Kool and the Gang prägten den typischen Musikstil der Eighties. Discos, Aerobicstudios und Tanzfilme wie Flashdance, Fame und Footloose waren die ‚Beweger‘ des Jahrzehnts.
Mit ihrem ersten Ballett, das in Nordhausen Premiere haben wird, entführt Jutta Wörne die Zuschauer in die Zeit, deren Musik sie mag, und in eine Gegend, die sie gut kennt. Während die Geschichtsbücher Demos, Lichterketten, Proteste und Konflikte zwischen Gruppen von Südafrika bis Deutschland vermitteln, lässt sich das Ballett GENERATION 80ies auf den konkreten Alltag in einer bayerischen Kleinstadt ein. Die Gruppen, die hier feindlich aufeinander stoßen, sind die Golfs und die Mantas. Sie konkurrieren miteinander in Tanz und Musik.
Doch wie im Großen liegt die Entscheidung nicht bei den Gruppen, sondern im Mut des Einzelnen. Die Geschichtsbücher überliefern die Verdienste Michail Gorbatschows, Nelson Mandelas und die des Dalai Lama. GENERATION 80ies macht mit Jugendlichen wie Donna, Teresa und Michael bekannt, und der Außenseiter Miroslav muss sich der Herausforderung stellen, ein Held zu werden.
Premiere: 22. Oktober 2004, Theater Nordhausen
Uraufführung: Macht der Bilder
Ballettabend von Jutta Wörne
nach einem Libretto von Hermann Bareis
Musik von Dmitri Kabalewski, Witold Lutoslawski und Alfred Schnittke
In diesem Ballett wird die Geschichte zweier Welten an einem mystischen Ort in der Zeit Jetzt nach Morgen erzählt. Die Welt der Bilder ist erdig, fest, farbig und klar definiert, die Welt der Gedanken erscheint durchsichtig, flüchtig, pastellfarben und gläsern. Beide Welten haben ihre Berechtigung, und zwischen ihnen herrscht eine gesunde Balance – bis Ibo, der neue Herrscher der Welt der Bilder, das Gleichgewicht zu seinen Gunsten verschieben will.
Das märchenhafte Ballett, das wunderschöne, individuelle Rollen für alle Tänzer der Kompanie sowie Auftritte für ein Kinderballett und den Kinderzirkus bietet, beginnt mit der Endrunde eines Tanzwettbewerbs. Während Frappina tanzt, die wie Tondina der Welt der Gedanken entstammt, fällt ihre Konkurrentin Pirinette in Ohnmacht. Noch ahnen die beiden nicht, dass damit durch Ibo bewusst mehr Aufmerksamkeit auf die Welt der Bilder gelenkt werden soll. Er will die Balance der Welten zerstören und sich die Gedanken untertan machen! Als Frappina und Tondina das Geheimnis entdecken, müssen sie vor den Gestalten der Welt der Bilder fliehen.
Sie treffen auf einen Magier und auf Bobo, die Hexe, sie lernen einen Clown kennen, nutzen den Zauber der Weisheit und einen Geistesblitz. Obwohl keine der Welten die gute oder die böse ist, ist die Auseinandersetzung erbittert. Sobald nur eine einzige Person, so wie Ibo, die Balance der Welten aus dem Lot bringt, wird er zum Aggressor und wirkt zerstörerisch.
Die unterschiedlichen Musikstile der Komponisten unterstützen die Erzählung des Balletts. So stellt die Musik Kabalewskis, die allgemein verständlichen Regeln folgt, die Welt der Bilder dar. Die Musik Lutoslawskis ist mit ihrer Aleatorik und ihren Sequenzen ein Hörerlebnis, das eher dem Denken und der Flüchtigkeit im Raum entspricht. Schnittkes Concerto grosso Nr. 1 spiegelt die Welt zwischen den beiden, lässt Begreifbares und nicht Begreifbares musikalisch entstehen. Somit wandern die Tänzer von Kabalewski zu Lutoslawski via Schnittke. Der Weg wird spannend für Tänzer und Publikum, und eine mitreißende Geschichte erzählt der Ballettabend allemal!
Premiere: 22. Oktober 2004, Theater Nordhausen
Uraufführung: Begegnungen getanzter Art
Kammertanzabend im TuD
Choreographien von Mitgliedern der Ballettkompanie und Jutta Wörne
Der Kammertanzabend gibt Tänzern der Nordhäuser Kompanie die Möglichkeit, innerhalb eines Themas eigene Choreographien zu entwickeln. Zum Thema Begegnungen getanzter Art ließ sich Ballettdirektorin Jutta Wörne von einer Choreographie inspirieren, die sie für zwei Tänzer am Staatstheater Kassel schuf. In Tuesday 3 O’Clock, jener Choreographie, die bisher als einzige des Kammertanzabends existiert, wird eine Verabredung zweier Menschen gezeigt, die immer und immer wieder stattfindet. Spannend, komisch und etwas traurig zugleich.
Begegnungen versprechen die Neuschöpfungen ebenfalls. Um ihre Fähigkeiten als Choreographen zu entdecken und unter Beweis zu stellen, setzen sich die Tänzer in ungewohnter Weise mit sich selbst auseinander. So unterschiedlich wie ihr kultureller Hintergrund und ihre künstlerischen Erfahrungen die Tänzer prägten, so verschieden sind ihr Bewegungsstil und ihre Choreographien. So wird der Kammertanzabend zu einer Begegnung, bei der Menschen tanzend aufeinander treffen – vielleicht leicht und sinnlich, vielleicht beschwingt und traurig oder melancholisch und komisch.
Premiere: 22. Oktober 2004, Theater Nordhausen
Sekretärinnen
Eine Schlagerrevue von Franz Wittenbrink
Sie können 300 Anschläge pro Minute fehlerfrei schreiben und sich gleichzeitig dabei unterhalten. Sie kochen wunderbaren Kaffee und richten verunglückte Krawattenknoten. Sie bewachen die Bürotür ihres Chefs und halten unliebsame Anrufe von ihm fern. Sie sind diskret, adrett gekleidet und sehen stets aus, als kämen sie gerade vom Friseur. So sind sie –die Sekretärinnen. Oder etwa nicht? Sechs Frauen mit dieser Profession sind an diesem Abend zu erleben. Sie sitzen zusammen in einem Großraumbüro, eingeklemmt zwischen Tastatur und Drehstuhl. Umgeben von Kaffeemaschine, Keksdosen und Schminktäschchen.
Da wird getratscht und gehechelt, misstrauisch beobachtet, manchmal auch getröstet und gespannt gewartet, welche von den Damen denn nun zum Chef gerufen wird. Zum Diktat oder vielleicht zu einem netten Schäferstündchen? Welche ist die schönste, welche gibt im Büro den Ton an? Selbst der arme Bürobote muss immer wieder herhalten als Objekt der Begierde, wenn sich die Sekretärinnen im Konkurrenzkampf üben. Geeint sind sie lediglich in ihrer Abhängigkeit von der Schreibmaschine. Die gibt nicht nur den Takt der Arbeit, sondern auch für so manches Lied an. Je nach Charakter singen die Sekretärinnen ihre Freude oder den Frust heraus. Sie singen von ihren Vorlieben, Ärgernissen oder gar geheimen Gelüsten. In sehnsuchtsvollen Schlagern oder kernigen Rocktiteln. Ohrwürmer sind sie alle miteinander - für diesen Theaterabend neu und meisterhaft arrangiert. Die Sekretärinnen sind in Rudolstadt der absolute Publikumsrenner.
Premiere: 29. Oktober 2004
Der gute Mensch von Sezuan
Parabelstück von Bertolt Brecht
Lange schon ziehen drei Götter durch die Welt und suchen einen guten Menschen. Sie müssen ihn finden, denn sonst ist ihre Mission gescheitert. Seit 2000 Jahren hören sie das Geschrei, es gehe nicht weiter mit der Welt, wie sie ist. Niemand könne gut auf ihr bleiben. Schließlich finden sie einen guten Menschen in Sezuan, die Hure Shen Te. Die Götter schenken ihr Geld, damit sie sich nicht mehr verkaufen muss. Shen Te eröffnet einen kleinen Laden. Doch bald kommen die Nachbarn und saugen die Großherzige aus bis aufs Blut. Auch der Mann, den sie liebt, nutzt sie nur aus. Shen Te zieht die Notbremse und verwandelt sich, um zu überleben, in den hartherzigen Shui Ta ...
Kann ein Mensch gut sein in einer Welt, die schlecht ist? Wie kann er gleichzeitig zu anderen gut sein und zu sich selbst – steht das nicht im Widerspruch zueinander? Kommt man nicht viel besser durchs Leben als rücksichtsloser, berechnender Zeitgenosse? Brecht schrieb in seinem Arbeitstagebuch zu diesem Stück, dass er sich lange um zufriedenstellende Antworten bemüht habe. Und doch müsse er mit jenem berühmt gewordenen Satz schließen: "Wir stehen selbst und sehn betroffen – Den Vorhang zu und alle Fragen offen."
Brecht hat für den Konflikt zwischen Gut und Böse keine Lösung gefunden, weil es sie wahrscheinlich gar nicht gibt. Dennoch ist Der gute Mensch von Sezuan eine spannende Geschichte, die heute nichts an Aktualität verloren hat. Arbeitslosigkeit, schlechte Zahlungsmoral, Ellenbogenmentalität und Kriechertum, – all diese Erscheinungen unserer Gesellschaft begegnen uns hier wieder. Dazu warmherzige und kaltschnäuzige, vertrauensvolle und berechnende Typen. Sie lieben oder hassen sich, kämpfen umeinander, intrigieren gegeneinander, damals so wie heute.
Premiere: 11. Februar 2005
Die Jungfrau von Orleans
Romantische Tragödie von Friedrich Schiller
Frankreich zur Zeit des hundertjährigen Krieges gegen England. Johanna d’Arc, eine schöne Schäfertochter aus Lothringen, verlässt ihren heimatlichen Hof, um den französischen Truppen beizustehen. Eine göttliche Stimme hat ihr dies befohlen. Johanna legt vor sich selbst ein Keuschheitsgelübde ab, nie soll Männerliebe ihr Herz berühren. Daraus nimmt sie die Kraft, Frankreich vor der drohenden Niederlage zu bewahren. Mit ihr an der Spitze stürmen die Franzosen von Sieg zu Sieg. Johanna selbst mäht in Helm und Rüstung die stärksten der gegnerischen Männer nieder. Bis ihr der englische Anführer Lionel begegnet, bei dessen Anblick sie sich sofort verliebt. Sie verstößt damit gegen ihr Keuschheitsgelübde, fühlt sich schuldig und wird handlungsunfähig.
Ihr eigener Vater bezichtigt sie schließlich, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Johanna bringt nicht die Kraft auf, ihm zu widersprechen. Das nehmen die Franzosen als Bestätigung für ihre Hexerei und verstoßen sie. Als sie endlich erkennen, dass Johanna wirklich eine Heilige ist, ist es für das Mädchen zu spät.
Goethe bezeichnete diese romantische Tragödie als das beste Werk, das Friedrich Schiller geschrieben hat. Noch heute ist Die Jungfrau von Orléans die Gestalt gewordene Idee der Freiheit. Eine Frau verstößt gegen alle Konventionen, bricht aus der ihr zugeschriebenen Rolle aus und wächst so über sich hinaus. Dass sie sich aber so hart ein persönliches Glück verbietet, ist der Grund für ihren Untergang. Schiller schrieb sein Drama nach der wahren Geschichte von dem lothringischen Bauernmädchen Jeanne d’Arc, das die französischen Truppen im hundertjährigen Krieg siegreich gegen England führte, dann der Hexerei beschuldigt wurde, in die Hände der Engländer fiel und im Alter von 19 Jahren als Hexe verbrannt wurde.
Premiere: 11. Februar 2005
Witwendramen
von Fitzgerald Kusz
Die Situation von Witwen ist seit Jahrhunderten, ja, Jahrtausenden die von übriggebliebenen Menschen, also dramatisch. Die Witwendramen sind allerdings noch ganz neu und zudem recht komisch. Fitzgerald Kusz, der 1944 in Nürnberg geborene Dramatiker, hat sein Fünf-Personen-Stück bisher noch nicht aufführen lassen. Für die Nordhäuser Premiere wird er eine Fassung für zwei Schauspielerinnen, für Uta Haase und Sigrid Herford, autorisieren.
Kusz findet alle seine Themen im Alltag. Der Chronist der Allerweltsdinge, wie er einmal bezeichnet wurde, behandelt seine Beobachtungen mit Humor. So auch sein Hinterbliebenenspiel. In den Witwendramen schildert Kusz Lebensschicksale von Frauen, die in jungen oder in späteren Jahren ihre Männer verloren haben, die kurze Zeit allein sind oder sich ein neues Leben einrichten mussten. Plötzlich wird der Verstorbene nachträglich zum Helden oder zum Unmenschen, oder eigene – vorhandene oder scheinbare – Krankheiten werden zum Lebensmittelpunkt, falls den nicht schon das kleine, putzige Hündchen eingenommen hat.
Oberspielleiterin Kerstin Weiß wird die Witwendramen inszenieren, die einen ganz wesentlichen Reiz daraus beziehen werden, dass die beiden Schauspielerinnen permanent in ganz verschiedene Rollen schlüpfen müssen.
Premiere: 11. Februar 2005
Wie Findus zu Pettersson kam
für Kinder ab 3 Jahren von Nordquist/Dieter Klinge
Wie Findus zu Pettersson kam läuft als äußerst erfolgreiche Inszenierung am Staatstheater Kassel. Nach dem Modell der Kasseler Inszenierung wird das Stück auch am Theater Nordhausen ins Repertoire aufgenommen werden. Das Stück wird im TuD zu sehen sein.
Premiere: 23. Oktober 2004
Hänsel und Gretel
nach dem Märchen der Gebrüder Grimm
für die Bühne bearbeitet von Wolfgang Wiens
Hänsel und Gretel leben im Wald mit ihrem Vater, einem armen Holzfäller, und ihrer Stiefmutter, mit der sie sich gar nicht gut verstehen. Ihre richtige Mutter war vor einem Jahr gestorben. Dem Vater fällt es immer schwerer, mit dem bisschen Holz, was er verkaufen kann, die Familie zu ernähren. Die Stiefmutter drängt ihn deshalb, die Kinder tief in den Wald zu bringen und sie ihrem Schicksal zu überlassen. Beim erstem Mal finden Hänsel und Gretel noch den Weg nach Hause. Aber als sie auf Druck der Stiefmutter ein zweites Mal im finsteren Wald zurückgelassen werden, verlaufen sie sich und gelangen an ein eigentümliches Haus aus Lebkuchen und Süßigkeiten. Darin wohnt eine alte, komische Frau, welche die beiden mit allerhand Köstlichkeiten in ihr Haus lockt.
Wer kennt es nicht, das Märchen von Hänsel und Gretel von den Gebrüdern Grimm? Unzählige Generationen von Kindern haben sich schon vor der Hexe gegruselt und sich gefreut, dass diese schließlich im Ofen braten muss.
Wolfgang Wiens hat die Geschichte flott bearbeitet, dass Kinder von heute sich durchaus mit Hänsel und Gretel identifizieren könnten. Trotzdem ist er den Gebrüdern Grimm treu geblieben und entführt in schaurig-schöne, märchenhafte Welten, an der große und kleine Mädchen und Jungen ihre Freude haben werden.
Premiere: 2. November 2004
Das Tagebuch der Anne Frank
Monooper von Grigorij Frid
Das berühmte Tagebuch des jüdischen Mädchens wird in der Spielzeit 2004/05 als Musiktheater für Jugendliche in den Spielplan kommen. Die Ein-Personen-Oper wird im TuD zu sehen sein, ist aber auch mobil einsetzbar.
Premiere: 23. Februar 2005


