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Fr, 06:43 Uhr
18.07.2014

Karstwanderweg wurde beräumt

Der Karstwanderweg ist zwischen der Landstraße Woffleben-Hörningen und dem Igelsumpf nach der Entfernung mehrerer Stammholzlager seit einigen Tagen wieder begehbar. Einzelheiten, notiert von Bodo Schwarzberg...

Beräumt (Foto: Bodo Schwarzberg) Beräumt (Foto: Bodo Schwarzberg)
Beräumt: Der Karstwanderweg ist zwischen Woffleben und dem Igelsumpf wieder auf ursprünglicher Strecke begehbar.

Damit setzten die Waldgenossenschaft „Urgemeinde Hörningen“ bzw. der beauftragte Holzrückeunternehmer eine Vereinbarung um, die anlässlich einer Begehung im Juni 2014 zwischen Kreiswegewart, unterer Naturschutzbehörde, den Waldbesitzern, Revierförstern und besagtem Unternehmer getroffen worden war (die nnz berichtete).

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Damit fand ein seit rund einem halben Jahr schwelendes Problem nunmehr einen guten Ausgang. Entsprechend den der Zertifizierung des Weges zugrundeliegenden Kriterien muss ein Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“ praktisch auf seiner gesamten Länge von 233 km problemlos begehbar sein. Durch die Ablagerung des Holzes direkt auf dem Weg entsprach dieser jedoch kaum noch den hohen Anforderungen.

Die Holzlager zu zulassen, hätte geheißen, eine stillschweigende Entwertung des gesamten Wanderwegenetzes in Kauf zu nehmen. Denn wenn auf dem Karstwanderweg Holz widerspruchslos gelagert werden kann, so ist dies auf anderen Wegen erst recht möglich, zumal dann, wenn sie kaum befahren sind.

Als positive Ausnahme, angesichts des sich nur langsam verbessernden Markierungszustandes zahlreicher Feld- und Waldwege im Gebiet des Landkreises Nordhausen, des benachbarten Landkreises Mansfeld-Südharz und teilweise auch des Landkreises Harz, kann der Karstwanderweg nicht hoch genug gewürdigt werden. Ich wünsche mir, dass von ihm ein Schub für eine sanfte Verbesserung der Situation des gesamten Wegenetzes ausgeht.

Ansonsten bleiben die Bekundungen maßgeblicher Institutionen zur Förderung des sanften Tourismus im Gebiet Sprechblasen. Es liegt nicht am fehlenden Geld, sondern am fehlenden Willen der Politik, an überalterten Vereinen, an anderen Prioritäten. Zahlreiche Beispiele gut markierter, waldreicher Regionen auch in Ostdeutschland belegen das Gegenteil eindrucksvoll. Ein kaum spürbarer Bruchteil der Investitionen für mehr als fragwürdige Großprojekte im Landkreis könnte wahre Wunder vollbringen.

Wermutstropfen bleiben

Trotz Beräumung bleiben aber auch auf dem Karstwanderweg Wermutstropfen haften. Mehrere große, bisher nicht entfernte Reisighaufen werden wohl noch länger für Unterschiede im Vergleich zum ursprünglichen Zustand sorgen.

Versäumt (Foto: Bodo Schwarzberg) Versäumt (Foto: Bodo Schwarzberg)
Zwischen Obersachswerfen und Branderode wächst der Karstwanderweg während der Urlaubszeit allmählich zu.

Zumindest im Bereich der Hundegrube zwischen Branderode und Obersachswerfen wächst der Qualitätsweg allmählich zu. Das Gras steht bis zu 50 cm hoch und ein junger Baum versperrt den Weg (siehe Foto). Zudem müssten eine ganze Reihe der einzigartigen Informationstafeln am Weg erneuert oder von umstehenden, die Tafel bedrängenden Gehölzen befreit werden. Mitunter legte der Autor des Beitrages ganz in diesem Sinne, z.B. an der Lochmühle, selbst Hand an.

In den zwei Tagen, die ich für ein Naturschutzprojekt erneut im Bereich Hundegrube tätig war, kam nicht einmal ein Spaziergänger vorbei. Schon seit mehreren Wochen scheint hier niemand gewandert zu sein. Nirgends ist das Gras auf dem Weg niedergetreten. Den Weg als Aushängeschild der Region zu loben, wie dies z.B. der regionale Tourismusverband immer wieder tut, reicht also offenbar nicht aus, wenn die Wandertouristen selbst während der Urlaubszeit ausbleiben.

Neben einem gut begehbaren, auch gemähten Wanderwegesystem benötigen wir ein ganz neues Konzept und vor allem viel mehr spürbaren Idealismus. Dazu schrieb ich schon in der nnz. Doch in einem mit dem weithin einzigartigen Gipskarst gesegneten Landkreis, der sein Tafelsilber, seine Landschaft also, mit Industriegebieten, Biomethananlagen und Steinbrucherweiterungen verschandeln lässt, und vielleicht auch ein Pumpspeicherkraftwerk nicht ablehnt, in dem Politiker ein Biosphärenreservat aber als Strukturnachteil sehen, scheint all dies kaum Platz zu haben.
Bodo Schwarzberg
Autor: red

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Kommentare
Altstadtbewohner
18.07.2014, 11:05 Uhr
Es muss viel mehr passieren
Die teils skrupellose Wegzerstörung durch den Forst Anfang des Jahres war bespiellos.
Egal wie, der Harvester musste eine Schneise ziehen.
Man schaue sich den Karstwanderweg oberhalb der KZ-Gedenkstätte Mittel-Dora an. Alle 25m fällt man quasi in ein Loch. Manche Wege im Bereich Hufhaus gibts garnicht mehr.
Dabei wollen wir doch alle soooo Öko sein.

Ach stimmt, die Mountainbiker mit ihrer Stollenbereifung fördern ja die Erosion der Wege;)
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