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Mo, 07:19 Uhr
23.06.2014

Von Haupt- und Nebendrachen

"Limlingeröder Diskurse" heißt die Veranstaltung, die zwei Tage voller Poesie verspricht und am kommenden Wochenende bereits zum 17. mal stattfinden soll. Im MIttelpunkt stehen Leben und Werk der Dichterin Sarah Kirsch...

Am kommenden Juniwochenende (28./29.6.) finden ab 10.00 Uhr im Geburtshaus der Dichterin Sarah Kirsch die 17. „Limlingeröder Diskurse“ statt - 2 Tage voller Poesie. Eine neue Ausstellung gibt den Räumen wieder ein verwandeltes Aussehen – Heidelore Kneffel zeigt Fotobilder unter dem Titel „Sehnsuchtsorte im Süden“.

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Im Mittelpunkt der zwei Tage steht Sarah Kirsch, von deren Leben und Werk es noch so manches zu berichten gilt, denn in der „Dichterstätte“ gibt es Dokumente über sie, die den wenigsten bekannt sein dürften, z. B. Sarah Kirschs Poetik-Gastdozentur im Wintersemester 1996/97 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main - „ Von Haupt- und Nebendrachen. Von Dichtern und Prosaschreibern“ - und die dazugehörende Ausstellung über sie.

Als Mitglieder des Fördervereins im Mai 1997 ins Haus von Sarah Kirsch nach Tielenhemme fuhren, um ihre „Akwareller“ abzuholen, die ihrer ersten Lesung Anfang Juni in Nordhausen eine farbenfrohe Stimmung verleihen sollten, schenkte die Dichterin dem Verein eine Ausstellung, die von der Stadt- und Universitätsbibliothek in Frankfurt am Main hergestellt worden war und die Poetikvorlesung der Kirsch 1996 begleitet hatte. Bis jetzt wurde sie nur in Frankfurt am Main gezeigt und Teile davon in Limlingerode.

Blick von St. Onofrino auf Rom (Foto: Heidelore Kneffel) Blick von St. Onofrino auf Rom (Foto: Heidelore Kneffel)

Sehnsuchtsorte im Süden
Einmal liehen wir sie komplett aus, als ein Kamerateam des Mitteldeutschen Rundfunks für die Sendereihe „Lebensläufe“ einen Beitrag über Sarah Kirsch drehte und auch in Limlingerode Aufnahmen machte. Der Film wurde zum 70. Geburtstag der Dichterin am 16. April 2005 unter dem Titel „Pantherfrau. Die Schriftstellerin Sarah Kirsch“ gesendet und zeigt viele der Tafeln, zugeordnet den im Film vorgestellten Lebensorten. In der Regel gibt es nach der Vorlesung des Gastdozenten an der Goethe-Universität einen Band, in dem die Beiträge stehen. Die Dichterin verpasste den Termin der Abgabe. Einen der dargebotenen Texte „Wie kommt Literatur zustande?“ hatte sie bereits 1986 in „Schwingrasen“ veröffentlicht.

Bei uns fragte Ende 2009 eine österreichische Studentin an, ob wir wüssten, wo sie den Band der Kirsch herbekommen könne. Wir teilten ihr mit, dass es den nicht gibt. Aber wir wussten, dass das Prosastück „Kommt der Schnee im Sturm geflogen“, in dem Sarah Kirsch darstellt, wie das Gedicht Styxs entsteht, ein weiterer in Frankfurt vorgetragener Text war. Auf Nachfrage bei der Autorin erfuhren wir, dass sie damals auch den Text „Eine Poetikvorlesung - na Mahlzeit“ las und „Schreibgründe“, „Aufwärmen“, „Früh durch die ganze Galaxis“. Sie stehen in dem 2005 herausgegebenen und nach der Titelgeschichte benannten Band „Kommt der Schnee im Sturm geflogen“.

Die Besucher am 28. Juni erfahren Einzelheiten über die Vorlesung, sehen die Ausstellung dazu und den Film über die Kirsch, in der die Ausstellungsstücke vorkommen.
Die Nachmittags-Wanderung ab 14.30 Uhr führt auf den „Grüner Junipfad“ und beginnt am Geburtshaus der Dichterin, festes Schuhwerk ist günstig.

Der 29. Juni widmet sich ab 10.00 Uhr dem Thema „30 Jahre Stadtschreiber in Mainz“. Das ZDF und die Stadt Mainz taten sich bei der Stiftung des Preises 1984 zusammen. Sarah Kirsch erhielt die Auszeichnung 1988 und wohnte in der Stadtschreiber-Wohnung im Gutenbergmuseum. Der jeweils Ausgezeichnete führt bis heute mit Hilfe des ZDF ein elektronisches Tagebuch, verfasst also das Drehbuch für einen Film. Sarah Kirsch widmete sich in „Briefe an eine Freundin“ der in Mainz geborenen und aufgewachsenen Schriftstellerin Anna Seghers, ist auf ihren Spuren. Teile des Tagebuches werden in Limlingerode gezeigt, denn die Dichterin schenkte ihren Beitrag dem Förderverein.
Autor: red

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