Mo, 07:00 Uhr
23.06.2014
Nordhäuser Proportionalität (2)
Nach dem wir uns in einer ersten Folge um das Innenleben der künftigen Bibliothek im Nordhäuser Bürgerhaus kümmerten, wollen wir uns diesmal den neuen Ratssitzungssaal ansehen...
Auch an dieser Stelle des Prachtbaus wurde nicht gerade gespart. Ausgefeilte Architektur, edles Holz an den Wänden und ein Mobilar, das keine Wünsche offen lässt. Immer schön nach dem Motto nach oben ist alles möglich.
Zum Beispiel soll die Ausstattung des Bürgerhauses mit Tischen, Stühlen und Sesseln rund 137.000 Euro kosten. Diese Möbel sind aus einer Möbel Familie und können sowohl für die Möblierung des Ratssaales, des Lesesaals, der Bibliothek und des Seminarraums nach Bedarf genutzt werden. Der Ratssaal kann in verschiedenen Varianten möbliert werden, lässt die Verwaltung auf Anfrage der nnz mitteilen.
Wäre dann noch die technische Ausstattung während der Ratssitzungen. Sie besteht aus einer Konferenztechnik mit schnurlosen Mikrofonen. Die Übertragung von Veranstaltungen aus dem Ratssaal in den benachbarten Lesesaal und zugleich ins Internet ist möglich. Alle öffentlichen Räume sind mit einer Beschallungsanlage und Beamern ausgerüstet. Zur Konferenzanlage während der Ratssitzungen gehören 20 Doppeldelegierten-Sprechstellen (1 Mikrofon, von 2 Seiten bedienbar) sowie eine einzelne Sprechstelle für die jeweiligen Vorsitzenden der Fraktionen. Bei der Stadtratsbestuhlung teilen sich zwei Stadträte einen Tisch mit jeweils einer Doppelsprechstelle. Das alles lassen sich (uns allen) die Räte rund 46.000 Euro kosten.
Die LINKE legt allerdings noch einen drauf und plädiert für Tablets für jeden der 36 Stadträte. In internen Gesprächen ist natürlich von preisintensiven Apple-Geräten die Rede, nicht etwa von preiswerteren Alternativen. Wenn schon, denn schon – Ipad. Vermutlich werden die auch mit einem 3G-Modul ausgestattet sein, so dass die Räte auch von Zuhause aus auf das Internet zugreifen können. Kommen zu den Kosten für die Anschaffung der Geräte noch die laufenden Datentarife zu. Die Kosten kann sich jeder internetaffine Mensch selbst ausrechnen.
Doch die LINKE wäre nicht die LINKE, wenn Sie in ihrer aktuellen Beschlussvorlage noch einen sozialen Touch erwähnt. Jedes Mitglied des Stadtrates soll sich monatlich mit 10 Euro an den Kosten beteiligen, die automatisch von der Aufwandsentschädigung abgezogen werden. Ein Superdeal bleibt es dennoch, manch einer hätte auch gern für zehn Euro im Monat ein Ipad mit Flatrate.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redAuch an dieser Stelle des Prachtbaus wurde nicht gerade gespart. Ausgefeilte Architektur, edles Holz an den Wänden und ein Mobilar, das keine Wünsche offen lässt. Immer schön nach dem Motto nach oben ist alles möglich.
Zum Beispiel soll die Ausstattung des Bürgerhauses mit Tischen, Stühlen und Sesseln rund 137.000 Euro kosten. Diese Möbel sind aus einer Möbel Familie und können sowohl für die Möblierung des Ratssaales, des Lesesaals, der Bibliothek und des Seminarraums nach Bedarf genutzt werden. Der Ratssaal kann in verschiedenen Varianten möbliert werden, lässt die Verwaltung auf Anfrage der nnz mitteilen.
Wäre dann noch die technische Ausstattung während der Ratssitzungen. Sie besteht aus einer Konferenztechnik mit schnurlosen Mikrofonen. Die Übertragung von Veranstaltungen aus dem Ratssaal in den benachbarten Lesesaal und zugleich ins Internet ist möglich. Alle öffentlichen Räume sind mit einer Beschallungsanlage und Beamern ausgerüstet. Zur Konferenzanlage während der Ratssitzungen gehören 20 Doppeldelegierten-Sprechstellen (1 Mikrofon, von 2 Seiten bedienbar) sowie eine einzelne Sprechstelle für die jeweiligen Vorsitzenden der Fraktionen. Bei der Stadtratsbestuhlung teilen sich zwei Stadträte einen Tisch mit jeweils einer Doppelsprechstelle. Das alles lassen sich (uns allen) die Räte rund 46.000 Euro kosten.
Die LINKE legt allerdings noch einen drauf und plädiert für Tablets für jeden der 36 Stadträte. In internen Gesprächen ist natürlich von preisintensiven Apple-Geräten die Rede, nicht etwa von preiswerteren Alternativen. Wenn schon, denn schon – Ipad. Vermutlich werden die auch mit einem 3G-Modul ausgestattet sein, so dass die Räte auch von Zuhause aus auf das Internet zugreifen können. Kommen zu den Kosten für die Anschaffung der Geräte noch die laufenden Datentarife zu. Die Kosten kann sich jeder internetaffine Mensch selbst ausrechnen.
Doch die LINKE wäre nicht die LINKE, wenn Sie in ihrer aktuellen Beschlussvorlage noch einen sozialen Touch erwähnt. Jedes Mitglied des Stadtrates soll sich monatlich mit 10 Euro an den Kosten beteiligen, die automatisch von der Aufwandsentschädigung abgezogen werden. Ein Superdeal bleibt es dennoch, manch einer hätte auch gern für zehn Euro im Monat ein Ipad mit Flatrate.
Peter-Stefan Greiner


