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Do, 15:58 Uhr
12.06.2014

nnz-Forum: Blasses Waldvöglein

Die nnz hatte heute über eine Versammlung der Nordthüringer Waldbesitzer berichtet. Dazu die Anmerkungen eines Lesers dieser Zeitung...


Was uns das blasse Waldvöglein sagen will

Warum kommunizieren wir? Weil wir anderen etwas mitteilen wollen. So einfach ist das oder so kompliziert. Unternehmenskommunikation bedient sich laut „wikipedia“ der integrierten Kommunikation, diese ist ein Managementprozess und umfasst interne und externe Kommunikationsinstrumente.

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Sie dient für ein Unternehmen u.a. dazu ein Erscheinungsbild zu erzeugen und unternehmensstrategische Ziele durchzusetzen. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Akzeptanz bei den „Stakeholdern“ beeinflussen. Sie fragen sich jetzt natürlich, was das ist, ein „Stakeholder“, ich habe es auch nachgeschlagen: Lieber Leser, das sind WIR: eine Gruppe, die ein berechtigtes Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses oder Projektes hat (z.B. Anwohnende, Politik, Öffentlichkeit). Inhaltliche, formale, zeitliche und sprachliche Integration des Kommunikationsziels sind Teil des Kommunikationsmanagments.

Mit Artikeln wie diesem, wie auch einigen anderen, die wir von bzw. über die Firma Knauf bzw. den Gipsabbau im Allgemeinen in der letzten Zeit lesen durften, können wir Kommunikationsstrategie als naive „Stakeholder“ quasi „live“ erleben. Für die Firma Knauf heißt das Kommunikationsziel: Akzeptanz schaffen für neue Gipsabbauflächen am Alten Stolberg.

Dabei müssen Geburtsthelferkröte, Uhu, Blasses Waldvögelein und Breitblättriges Knabenkraut mithelfen. Denn, der Autor formuliert es in seinem Artikel selbst sehr treffend, diese sprechen „eine deutliche Sprache“. Auch Begriffe wie „Nachhaltigkeit“ und „Naturnähe“ tauchen auf, natürlich kommt auch der „Hobbyhandwerker“ nicht zu kurz und wird der „Jobmotor für eine ganze Region“ bemüht.

Integrierte Kommunikation will ein Bild erzeugen, besonders in unserer schnelllebigen Zeit, in der wir mit Informationen überflutet werden. Wer erinnert sich schon an Fakten. Nein, der „Stakeholder“ macht sich ein „Bild“, an welches er sich erinnert, wenn er sich eine Meinung bildet.

Übrigens: Der Erfolg der integrierten Kommunikation ist an der Effektivität und Effizienz des Budgeteinsatzes zu messen. Wir wissen leider nicht, ob bzw. was Artikel wie dieser in einem Pressemedium kosten. Auch wissen wir leider nicht, wer uns als Autor diese poetischen Momente beim Lesen des Artikels verschafft.
Dr. Christian Marx, Nordhausen

Anmerkung der Redaktion: Bei diesem angesprochenen Beitrag handelt es sich um eine Pressemitteilung des Staatlichen Forstamtes Bleicherode/Südharz
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Wolfi65
12.06.2014, 17:14 Uhr
Nicht so viele Sorgen machen
Wenn der Wald für den Gipsabbau gewichen ist, braucht man sich um die Natur zwischenzeitlich keine Sorgen machen, denn die Tiere und Pflanzen werden bestimmt von der Firma XY und Co, umgesiedelt mit neuen Biotopen in Gegenden, wo keine Bodenschätze gehoben werden. Auch die Waldbesitzer werden reichhaltig entschädigt. Und wer braucht schon Wälder, Pflanzen und Tiere? Die Wälder kann man sich doch im TV, die Tiere im Zoo und die restlichen Planzen in Gewächshäusern anschauen. Und irgendwann holt sich doch die Natur die Flächen zurück. Dann schlägt wieder die Stunde der Waldbesitzer. Man muss nur ein wenig Zeit und Geduld mitbringen. So zwei bis drei Menschen Generationen.
Zukunft
12.06.2014, 17:25 Uhr
Hallo
Da veröffentlicht die nnz einen Bericht einer staatlichen Behörde über ein Treffen von Waldbesitzern und schon wird der Leser auf die perfiden PR-Methoden von Unternehmen aufgeklärt.

Schlimmer geht es nimmer - da werden aus vernünftigen Naturschützern (vielleicht auch mit privaten Interessen) plötzlich radikale Weltaufklärer, die den Untergang des Alten Stolberg proklamieren, nur weil Waldbesitzer aus ganz Nordthüringen (also auch aus dem Kyffhäuserkreis und dem Eichsfeld) in einem Hotel tagen, das einem Gips abbauenden Unternehmen gehört.

Übrigens: Am gleichen Abend fand auch die Pressekonferenz von Wacker Nordhausen in diesem Hotel statt. Vielleicht aber gehört der Sportverein nun auch zu den PR-Strategen aus Iphofen?
alexa
12.06.2014, 22:55 Uhr
NNZ auch im Dienst der Gips-Lobby?
Pressemitteilung des Forstamtes?? - Auszug heutiger nnz-Artikel" ...Nordthüringer Waldbesitzer und das ansässige Forstamt Bleicherode-Südharz waren zur Exkursion im Forstbetrieb Knauf, mit anschließender Informationsveranstaltung des Thüringer Waldbesitzerverbandes geladen..."

Selbst wenn es eine Pressemitteilung des Forstamtes war, die Agitatoren und Promoter der Knauf-Gips-Lobby haben selbiges Amt mit einem schönen Ausflug in die "Knauf-Wälder" eingeladen. Ach wie nett! .. gerade bei dem Wetter.

Liebes NNZ-Team, bitte recherchieren Sie, wer hat das Catering bezahlt, welche Interessen werden hier wirklich bedient? Darf sich eine unabhängige Behörde derart "kaufen" bzw. mindestens unkritisch einlullen lassen?

Nach meinem Verständnis werden am Alten Stolberg zunächst naturnahe Wälder zerstört!!! Eine Rekultivierung ist niemals ein gleichwertiger Ersatz.... (jedenfalls nicht zu unseren Lebzeiten).

Schönen Dank aber für die schönen Gipskartonplatten liebes Knauf-Werk, ich kann mir ja ein schönes Baumbild dranhängen. Leute, wacht auf! Lasst Euch nicht einlullen!

Danke Herr Dr. Marx für den Beitrag...
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