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Di, 08:50 Uhr
03.06.2014

Slalom mit dem Scooter

Mobilität ist wichtig, sie bedeutet Selbstständigkeit. Wenn man ein Alter erreicht hat, in dem die Beine nicht mehr so recht wollen, sollte man sich Gedanken um Alternativen machen. Deswegen stellte das MEGEHA letzten Montag einen ganzen Rollator- und Scooterfuhrpark auf...

Ungewöhnlicher Anblick: Im Innenhof von LIFT gGmbH und MEGEHA in der Reichsstr. 12 wartete am vergangenen Montag ein Fuhrpark aus Rollatoren und Scootern auf probierfreudige Senioren. Denn an diesem Nachmittag hatte das MEGEHA in Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt des Landratsamtes und dem „Haus der Gesundheit am Grimmel“ eine Hilfsmittelschau und Beratung für Mobilität im Alter organisiert.

Eine Rampe stand bereit, rot-weiße Pylonen markierten einen Slalomkurs. Und es dauerte nicht lange, bis die ersten eine Proberunde drehten. Obwohl die Besucherzahl überschaubar war, zeigte sich dennoch deutlich, dass ein beachtliches Interesse an dieser Thematik der Mobilitätshilfen vorhanden ist. „Der Bedarf nach Information ist da“, meinte Susanna Riemann-Störr vom Pflegestützpunkt.

Sie findet trotzdem, dass sich zu wenig Betroffene informieren. Um weiterhin mobil und selbstständig bleiben zu können, sind nicht immer und nicht nur geeigneten Hilfsmittel erforderlich. Auch die Wohnung, die Gegend und das Umfeld spielen eine erhebliche Rolle. Neben der Barrierefreiheit ist eine entsprechende Infrastruktur wichtig. Einkaufsmöglichkeiten und medizinische Versorgung in geringer Entfernung, geeignete Wege etwa.

Testfahrt mit dem Scooter (Foto: MEGEHA) Testfahrt mit dem Scooter (Foto: MEGEHA)
Gerade die Beschaffenheit von Wege bereitet Rollatorenfahrern mitunter Probleme, war zu erfahren. Und einen Umzug scheuen Senioren häufig wegen einer steigenden Miete. „Das Wohngeld kann hier Abhilfe schaffen“, erklärte Riemann-Störr. „Heimunterbringung ist vermeidbar, wenn die Mobilität erhalten wird.“ Etliches an Prospektmaterial wie „Häusliche Pflege“, der Seniorenwegweiser „Älter werden in Nordhausen“ und „Sturzunfälle vermeiden“ konnte mitgenommen werden. Natürlich gab es ebenso Aufklärung über Dienstleistungen im hauswirtschaftlichen Bereich und Hilfsangebote bei der Betreuung von Demenzkranken. LIFT und MEGEHA hier sehr gut aufgestellt.

Klar, die erste Veranstaltung ist ein Experiment, ob so etwas angenommen wird. Doch es spricht sich herum. Und an einem Nachmittag breit gefächerte kompetente Beratung und Information an einem Ort zu bekommen, ist gerade für die betroffenen Senioren angenehm. Denn es spart beschwerliche Wege. Auch wenn jeder Schritt wichtig ist. Denn wer beweglich bleiben möchte, muss sich bewegen. Da sind Hilfsmittel durchaus erlaubt.

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