So, 10:04 Uhr
18.05.2014
Hermann Arnolds Konchyliensammlung
In der Ausstellungsserie Exponat des Monats in der Nordhäuser Flohburg erfolgt zur Zeit das Erinnern an Hermann Arnold. Wenn auf eine Person die Bezeichnung Wohltäter im wahren Wortsinn zutrifft, so auf diesen am 17. August 1831 in Nordhausen Geborenen...
Er spendete zu Lebzeiten und auch danach durch eine Stiftung unter anderem großzügig für die Ausstattung der Museumsräume in seiner Heimatstadt. In der oberen Etage des jetzigen Museums in der Barfüßerstraße 6 wird an seine künstlerische und naturwissenschaftliche Hinterlassenschaft erinnert.
Im Naturalienkabinett machen drei aus Edelhölzern gestaltete Schränke auf sich aufmerksam, die, da nur bei Führungen geöffnet, die Neugier entfachen.
Es handelt sich um die Konchyliensammlung, die Hermann Arnold in vielen Jahren mit großer Akribie zusammenstellte und mit Hingabe und Kennerschaft betreute. In ca. 200 Kästen sind etwa 15000 Arten Land-, Süßwasser- und Meeres-Konchylien in besonders schönen Stücken aufbewahrt. Arnold hat sie vor allem durch Ankauf zusammengebracht. Er hat u.a. große Auktionen in Rotterdam und Amsterdam besucht. Kasten der Konchyliensammlung
Konchylien sind die Kalkschalen von Muscheln und Schnecken, die durch ihre Farben- und Formenvielfalt Aufmerksamkeit erregen. Die Conchologie befasst sich als Teilgebiet der Zoologie primär mit dem Studium der Schalen dieser Weichtiere. Die Arnoldsche Sammlung kam 1907 aus seinem Haus in der Luisenstraße 21/22 - nach seinem Tod in Arnoldstraße umbenannt - in die neu gestalteten Museumsräume in der ehemaligen Töpfertorschule.
Dank der Geldmittel von Arnold konnten alle musealen Ausstellungsstücke in den 18 Zimmern übersichtlich angeordnet werden. Man gliederte sie in drei Gruppen - in der Ethnographisch-Naturkundlichen wurde seine Konchyliensammlung gezeigt, die zu den umfangreichsten und wertvollsten ihrer Zeit gehört, und auf die der akribische Sammler seine Besucher mit Stolz hinwies. Sein Haus vermachte er der Stadt, und bis 1945 wohnte dort der jeweilige Oberbürgermeister.
Blick in einen Kasten (Foto: Archiv Kneffel)
Im Jahr 1956 vermerkte der Museumsleiter R. W. Müller, dass man nach baulichen Veränderungen am Meyenburgmuseum im Obergeschoss endlich wieder einen geeigneten Platz für Hermann Arnolds Konchyliensammlung erhalten habe. Er weist darauf hin, dass an ihrer Überholung gearbeitet werde, d. h., dass die Kalkexsudate behutsam beseitigt werden. Später wurde die Sammlung nach Berlin ins Bode-Museum ausgeliehen. Zur Eröffnung der neuen Flohburg wurde sie zurückgeholt und wartet vor allem auf ihre wissenschaftliche Entdeckung.
Hermann Arnold war der Sohn eines Nordhäuser Brennereibesitzers, legte an der Realschule zu Ostern 1848 die Reifeprüfung ab und studierte drei Semester Chemie in Leipzig. Dann wurde er Kaufmann und leitete einige Jahre mit seinem Bruder die Arnoldsche Brennerei. Er war für die Kunst und Wissenschaft emsig tätig und bestrebt, seine Mitmenschen daran Teil haben zu lassen.
Hermann Arnold, Gemälde im Arnoldheim (Foto: Archiv Kneffel)
Er war mehrere Jahrzehnte Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung, 13 Jahre ehrenamtlicher Konservator des Museums, Mitbegründer des Naturwissenschaftlichen Vereins, Mitglied des Geschichts- und Altertumsvereins und grub in den Jahren 1886-1890 auf dem Solberg bei Auleben 60 Hügelgräber aus. Im Stadtarchiv in Nordhausen befinden sich seine handschriftlichen Grabungsberichte.
In Verehrung für seinen einstigen Lehrer Friedrich Traugott Kützing stiftete er im Gehege ein Denkmal. Er selbst hat sich nach seinem Tod im Dezember 1909 ein Denkmal gesetzt, indem er seiner Vaterstadt 1,5 Mio. Mark stiftete und verfügte, dass die Zinsen der einen Hälfte zur Linderung der Not der Menschheit dienen sollen, die andere Hälfte zum Bau, zur Ausstattung, Erhaltung und Erweiterung des städtischen Museums nebst Bibliothek und Archiv.
Am 05.10.1913 wurde das Arnoldheim eingeweiht. Bis zum heutigen Tag wird es unter verschiedenen Trägern als soziale Einrichtung genutzt, überwiegend für Senioren. Zum heutigen Internationalen Museumstag kann man sich beim Museumbesuch seiner erinnern.
Heidelore Kneffel
Autor: redEr spendete zu Lebzeiten und auch danach durch eine Stiftung unter anderem großzügig für die Ausstattung der Museumsräume in seiner Heimatstadt. In der oberen Etage des jetzigen Museums in der Barfüßerstraße 6 wird an seine künstlerische und naturwissenschaftliche Hinterlassenschaft erinnert.
Im Naturalienkabinett machen drei aus Edelhölzern gestaltete Schränke auf sich aufmerksam, die, da nur bei Führungen geöffnet, die Neugier entfachen.
Es handelt sich um die Konchyliensammlung, die Hermann Arnold in vielen Jahren mit großer Akribie zusammenstellte und mit Hingabe und Kennerschaft betreute. In ca. 200 Kästen sind etwa 15000 Arten Land-, Süßwasser- und Meeres-Konchylien in besonders schönen Stücken aufbewahrt. Arnold hat sie vor allem durch Ankauf zusammengebracht. Er hat u.a. große Auktionen in Rotterdam und Amsterdam besucht. Kasten der Konchyliensammlung
Konchylien sind die Kalkschalen von Muscheln und Schnecken, die durch ihre Farben- und Formenvielfalt Aufmerksamkeit erregen. Die Conchologie befasst sich als Teilgebiet der Zoologie primär mit dem Studium der Schalen dieser Weichtiere. Die Arnoldsche Sammlung kam 1907 aus seinem Haus in der Luisenstraße 21/22 - nach seinem Tod in Arnoldstraße umbenannt - in die neu gestalteten Museumsräume in der ehemaligen Töpfertorschule.
Dank der Geldmittel von Arnold konnten alle musealen Ausstellungsstücke in den 18 Zimmern übersichtlich angeordnet werden. Man gliederte sie in drei Gruppen - in der Ethnographisch-Naturkundlichen wurde seine Konchyliensammlung gezeigt, die zu den umfangreichsten und wertvollsten ihrer Zeit gehört, und auf die der akribische Sammler seine Besucher mit Stolz hinwies. Sein Haus vermachte er der Stadt, und bis 1945 wohnte dort der jeweilige Oberbürgermeister.
Blick in einen Kasten (Foto: Archiv Kneffel)
Im Jahr 1956 vermerkte der Museumsleiter R. W. Müller, dass man nach baulichen Veränderungen am Meyenburgmuseum im Obergeschoss endlich wieder einen geeigneten Platz für Hermann Arnolds Konchyliensammlung erhalten habe. Er weist darauf hin, dass an ihrer Überholung gearbeitet werde, d. h., dass die Kalkexsudate behutsam beseitigt werden. Später wurde die Sammlung nach Berlin ins Bode-Museum ausgeliehen. Zur Eröffnung der neuen Flohburg wurde sie zurückgeholt und wartet vor allem auf ihre wissenschaftliche Entdeckung. Hermann Arnold war der Sohn eines Nordhäuser Brennereibesitzers, legte an der Realschule zu Ostern 1848 die Reifeprüfung ab und studierte drei Semester Chemie in Leipzig. Dann wurde er Kaufmann und leitete einige Jahre mit seinem Bruder die Arnoldsche Brennerei. Er war für die Kunst und Wissenschaft emsig tätig und bestrebt, seine Mitmenschen daran Teil haben zu lassen.
Hermann Arnold, Gemälde im Arnoldheim (Foto: Archiv Kneffel)
Er war mehrere Jahrzehnte Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung, 13 Jahre ehrenamtlicher Konservator des Museums, Mitbegründer des Naturwissenschaftlichen Vereins, Mitglied des Geschichts- und Altertumsvereins und grub in den Jahren 1886-1890 auf dem Solberg bei Auleben 60 Hügelgräber aus. Im Stadtarchiv in Nordhausen befinden sich seine handschriftlichen Grabungsberichte. In Verehrung für seinen einstigen Lehrer Friedrich Traugott Kützing stiftete er im Gehege ein Denkmal. Er selbst hat sich nach seinem Tod im Dezember 1909 ein Denkmal gesetzt, indem er seiner Vaterstadt 1,5 Mio. Mark stiftete und verfügte, dass die Zinsen der einen Hälfte zur Linderung der Not der Menschheit dienen sollen, die andere Hälfte zum Bau, zur Ausstattung, Erhaltung und Erweiterung des städtischen Museums nebst Bibliothek und Archiv.
Am 05.10.1913 wurde das Arnoldheim eingeweiht. Bis zum heutigen Tag wird es unter verschiedenen Trägern als soziale Einrichtung genutzt, überwiegend für Senioren. Zum heutigen Internationalen Museumstag kann man sich beim Museumbesuch seiner erinnern.
Heidelore Kneffel


