Sa, 17:04 Uhr
17.05.2014
Besuch in Stempeda
Eine Ministerpräsidentin gibt es in Stempeda auch nicht jeden Tag. Der knapp 300-Einwohner-Ortsteil von Nordhausen feierte am Nachmittag ein Familienfest und Christine Lieberknecht war mit dabei...
Empfangen wurde die wahlkämpfende Frau vom wahlkämpfenden Ortsteilbürgermeister Detlef Basler, der in seiner Begrüßung auch gleich Klartext redete. Da ging es nicht um das Fest oder die Familie, sondern um den Alten Stolberg, der durch eine Firma in Sachsen-Anhalt bedroht wird. "Millionen von Jahre hat es gedauert, bis der Alte Stolberg entstanden ist und in 100 Jahren soll er weggebaggert werden", malte Basler das Schreckgespenst an die grüne Waldwand, die - so Befürchtungen im Ort, vermutlich bald weiß werden könnte.
Der von Knauf initiierte Flächentausch werde von den Bürgern in Stempeda abgelehnt, sagte Basler und meinte damit vermutlich die zehnköpfige Bürgerinitiative, die sich stark macht und den Ort polarisiert. Basler kritisierte zudem noch die Nordhäuser Stadtverwaltung, die sich gegen das Knauf-Begehren nicht genügend zur Wehr setze und unterstellte damit direkt auch die Sponsorentätigkeit der Firma in Richtung einer eventuellen Abhängigkeit.
Christine Lieberknecht, die von Oberhof aus direkt nach Stempeda gefahren war, wollte sich die geplanten Veränderungen ansehen. Wollte auch die Meinung des Unternehmens hören, sprach aber auch von dem Landschaftsschutz als Verfassungsgut. Sie sprach leider nicht von wirtschaftlichem Interesse und von Arbeitsplätzen, was einer Politikerin gut zu Gesicht gestanden hätte, die einer wirtschaftsnahen Partei eingehört. Insofern wird der Besuch eines Dorffestes schon politisch gewertet, zumal das Fest vermutlich nicht im Mittelpunkt stand, sondern der Konflikt zwischen Mensch und Natur.
Heute soll zudem in Stempeda der Verein "Alter Stolberg" gegründet werden. Der will unter anderem den Tourismus und die Gastronomie in der Region ankurbeln. Vielleicht wird Christine Lieberknecht da noch Ehrenmitglied oder so. Wer weiß... Richtig froh über diesen geschickten PR-Termin der Bürgerinitiative war denn auch eine als Naturschützerin bekannte Mitarbeiterin des Nordhäuser Landratsamtes, deren untere Behörde wesentlichen Anteil an der Verweigerung von Probebohrungen im Alten Stolberg haben soll.
Am kommenden Wochenende wird in der Region wieder gefeiert, dann aber in Rottleberode. Bei Knauf. Und wie man hört, will Christine Lieberknecht da auch mitfeiern. Einen Tag vor den Wahlen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redEmpfangen wurde die wahlkämpfende Frau vom wahlkämpfenden Ortsteilbürgermeister Detlef Basler, der in seiner Begrüßung auch gleich Klartext redete. Da ging es nicht um das Fest oder die Familie, sondern um den Alten Stolberg, der durch eine Firma in Sachsen-Anhalt bedroht wird. "Millionen von Jahre hat es gedauert, bis der Alte Stolberg entstanden ist und in 100 Jahren soll er weggebaggert werden", malte Basler das Schreckgespenst an die grüne Waldwand, die - so Befürchtungen im Ort, vermutlich bald weiß werden könnte.
Der von Knauf initiierte Flächentausch werde von den Bürgern in Stempeda abgelehnt, sagte Basler und meinte damit vermutlich die zehnköpfige Bürgerinitiative, die sich stark macht und den Ort polarisiert. Basler kritisierte zudem noch die Nordhäuser Stadtverwaltung, die sich gegen das Knauf-Begehren nicht genügend zur Wehr setze und unterstellte damit direkt auch die Sponsorentätigkeit der Firma in Richtung einer eventuellen Abhängigkeit.
Christine Lieberknecht, die von Oberhof aus direkt nach Stempeda gefahren war, wollte sich die geplanten Veränderungen ansehen. Wollte auch die Meinung des Unternehmens hören, sprach aber auch von dem Landschaftsschutz als Verfassungsgut. Sie sprach leider nicht von wirtschaftlichem Interesse und von Arbeitsplätzen, was einer Politikerin gut zu Gesicht gestanden hätte, die einer wirtschaftsnahen Partei eingehört. Insofern wird der Besuch eines Dorffestes schon politisch gewertet, zumal das Fest vermutlich nicht im Mittelpunkt stand, sondern der Konflikt zwischen Mensch und Natur.
Heute soll zudem in Stempeda der Verein "Alter Stolberg" gegründet werden. Der will unter anderem den Tourismus und die Gastronomie in der Region ankurbeln. Vielleicht wird Christine Lieberknecht da noch Ehrenmitglied oder so. Wer weiß... Richtig froh über diesen geschickten PR-Termin der Bürgerinitiative war denn auch eine als Naturschützerin bekannte Mitarbeiterin des Nordhäuser Landratsamtes, deren untere Behörde wesentlichen Anteil an der Verweigerung von Probebohrungen im Alten Stolberg haben soll.
Am kommenden Wochenende wird in der Region wieder gefeiert, dann aber in Rottleberode. Bei Knauf. Und wie man hört, will Christine Lieberknecht da auch mitfeiern. Einen Tag vor den Wahlen.
Peter-Stefan Greiner












