Di, 17:48 Uhr
08.05.2001
Nordhäuser Theater stehen schwere Zeiten bevor
Nordhausen/Erfurt (nnz). In Thüringen könnte es künftig einen landesbühnenähnlichen Theaterverbund geben. Damit ergeben sich auch für den Theaterstandort Nordhausen/Sondershausen einschneidende Veränderungen.
Nach nnz-Informationen sollen dem Theaterverbund die Theater Eisenach-Rudolstadt-Saalfeld, Nordhausen und die Thüringen-Philharmonie Gotha-Suhl angehören, sagte Kunstministerin Dagmar Schipanski am Dienstag nach den Regionalgesprächen mit Intendanten und Trägern zur künftigen Theaterfinanzierung. Die Theater Altenburg-Gera und Meiningen sollen als Drei-Sparten-Theater erhalten bleiben und entsprechend finanziell ausgestattet werden. Das Land sei bereit, die derzeitige Förderung von jährlich 117 Millionen Mark in den Jahren 2004 bis 2008 fortzusetzen.
Das Thüringer Theaterangebot soll langfristig drei Kriterien gerecht werden: überregionale Ausstrahlung, regionale Versorgung und Profilierung nach den jeweiligen Stärken. Es sei klar, dass nicht jedes Theater oder Orchester alle Kategorien gleichzeitig erfüllen könne. Sie stünden vor dem Problem, mit weniger oder gleich bleibenden Mitteln in den kommenden Jahren die künstlerische Qualität zu sichern. 90 Prozent der Mittel müssten für Personalkosten aufgewendet werden, sagte Schipanski. Bevorstehende Tariferhöhungen könnten weder das Land noch die Kommunen aufbringen.
Hinter den Kulissen am Nordhäuser Theater und unter den Gesellschaftern der GmbH wird nicht erst seit heute über die Zukunft des Hauses nachgedacht. Als Standort bliebe Nordhausen zwar erhalten, doch es sollen Sparten abgebaut werden. Eine davon könnte das Schauspiel sein. Die Zuschauer in und um Nordhausen müssen deshalb nicht auf Schauspielaufführungen verzichten, wohl aber werden die Premieren nicht mehr so üppig ausfallen, wie es das Publikum bislang gewohnt war, wenn es überhaupt noch Premieren im Schauspiel geben wird. Ob über die Schließung von weiteren Sparten (zum Beispiel Ballett) auch nachgedacht wird, ist bislang weniger als ein Gerücht.
Sollte allerdings eine Sparte in Nordhausen verschwinden, dann würden sich auch für die kommunalen Gesellschafter Einsparpotentiale ergeben. Schauspiel weg, macht allein für die Stadt Nordhausen mehr als eine Million Mark weniger als jährlichen Zuschuß.
Dagmar Schipanski lehnt einen zentralistischen Ansatz ab, wie ihn Erfurt und Weimar vorgeschlagen hatten. Diese wollten nur ihre Theater sowie das Theater Meiningen erhalten wissen. Die anderen Häuser sollten lediglich als Spielstätten fungieren. Für Erfurt und Weimar geht Schipanski von einer Spartenaufteilung und Programmaustausch aus. Die Theater beider Städte sollten auch künftig 40 Prozent der Landesmittel bekommen. Das seien bis zu 45 Millionen Mark plus 30 Millionen Mark kommunaler Förderung.
Autor: nnzNach nnz-Informationen sollen dem Theaterverbund die Theater Eisenach-Rudolstadt-Saalfeld, Nordhausen und die Thüringen-Philharmonie Gotha-Suhl angehören, sagte Kunstministerin Dagmar Schipanski am Dienstag nach den Regionalgesprächen mit Intendanten und Trägern zur künftigen Theaterfinanzierung. Die Theater Altenburg-Gera und Meiningen sollen als Drei-Sparten-Theater erhalten bleiben und entsprechend finanziell ausgestattet werden. Das Land sei bereit, die derzeitige Förderung von jährlich 117 Millionen Mark in den Jahren 2004 bis 2008 fortzusetzen.
Das Thüringer Theaterangebot soll langfristig drei Kriterien gerecht werden: überregionale Ausstrahlung, regionale Versorgung und Profilierung nach den jeweiligen Stärken. Es sei klar, dass nicht jedes Theater oder Orchester alle Kategorien gleichzeitig erfüllen könne. Sie stünden vor dem Problem, mit weniger oder gleich bleibenden Mitteln in den kommenden Jahren die künstlerische Qualität zu sichern. 90 Prozent der Mittel müssten für Personalkosten aufgewendet werden, sagte Schipanski. Bevorstehende Tariferhöhungen könnten weder das Land noch die Kommunen aufbringen.
Hinter den Kulissen am Nordhäuser Theater und unter den Gesellschaftern der GmbH wird nicht erst seit heute über die Zukunft des Hauses nachgedacht. Als Standort bliebe Nordhausen zwar erhalten, doch es sollen Sparten abgebaut werden. Eine davon könnte das Schauspiel sein. Die Zuschauer in und um Nordhausen müssen deshalb nicht auf Schauspielaufführungen verzichten, wohl aber werden die Premieren nicht mehr so üppig ausfallen, wie es das Publikum bislang gewohnt war, wenn es überhaupt noch Premieren im Schauspiel geben wird. Ob über die Schließung von weiteren Sparten (zum Beispiel Ballett) auch nachgedacht wird, ist bislang weniger als ein Gerücht.
Sollte allerdings eine Sparte in Nordhausen verschwinden, dann würden sich auch für die kommunalen Gesellschafter Einsparpotentiale ergeben. Schauspiel weg, macht allein für die Stadt Nordhausen mehr als eine Million Mark weniger als jährlichen Zuschuß.
Dagmar Schipanski lehnt einen zentralistischen Ansatz ab, wie ihn Erfurt und Weimar vorgeschlagen hatten. Diese wollten nur ihre Theater sowie das Theater Meiningen erhalten wissen. Die anderen Häuser sollten lediglich als Spielstätten fungieren. Für Erfurt und Weimar geht Schipanski von einer Spartenaufteilung und Programmaustausch aus. Die Theater beider Städte sollten auch künftig 40 Prozent der Landesmittel bekommen. Das seien bis zu 45 Millionen Mark plus 30 Millionen Mark kommunaler Förderung.

