Mo, 12:56 Uhr
07.04.2014
Geschichte eines Transports
Das Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau Dora wird seit Jahren nicht mehr als ritualisierter Kränzeabwurf begangen, sondern unter ein jährliches Thema gestellt. In diesem Jahr sind es die jüdischen Häftlinge, denen die Aufmerksamkeit zu Teil wird...
Weiß getünchte Bäume sollen auf das einstige Aschegrab hinter dem Krematorium aufmerksam machen. Mit dem groben Schotter soll verdeutlicht werden, dass hier die Asche Tausender Häftlinge abgekippt wurde
Rund 6.000 jüdische Häftlinge waren in Dora interniert, laut Totenbuch kamen im Lager mehr als 1.000 ums Leben, die Opfer auf den Todesmärschen nicht mitgerechnet. Neben der zentralen Veranstaltung am 11. April, auf der Noah Klieger, ein Überlebender des KZ, sprechen wird, soll in der ehemaligen Feuerwache die Ausstellung Das Auschwitz-Album. Geschichte eines Transportes ungarischer Juden eröffnet werden.
Die Ausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zeigt SS-Fotos aus einem Album, das die Auschwitz-Überlebende Lilly Jacob nach ihrer Befreiung im April 1945 im KZ Mittelbau-Dora in einer verlassenen SS-Baracke fand. Wer sich diese Exposition ansieht, muss wissen, dass die Menschen, die in Auschwitz fotografiert wurden, in die Augen eines SS-Angehörigen schauten, beschreibt Dr. Jens-Christian Wagner.
Die Fotos sind die einzigen überlieferten Bildzeugnisse eines Transportes ungarischer Juden ins Vernichtungslager Auschwitz. Sie dokumentieren den gesamten Prozess ihrer Deportation von der Ankunft und der Selektion an der Rampe über die Aufnahmeprozedur im Lager bis hin zu den letzten Momenten vor ihrer Ermordung in den Gaskammern. Auf den Bildern sind auch Lilly Jacob selbst und ihre Familienangehörigen zu sehen. Noch bis 15. Juni 2014 wird diese Foto-Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu sehen sein.
Zum 69. Jahrestag erscheint auch eine neue Broschüre, die anhand zahlreicher Fotos und Dokumente sowie prägnanter Texte die Geschichte der Verfolgung von Juden im Südharz von ihren Anfängen vor 1933 bis hin zur Deportation jüdischer Häftlinge ins KZ Mittelbau-Dora in den Jahre 1944/45 dokumentiert. Die Publikation ist ab kommender Woche in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und im Buchhandel erhältlich.
Gedenkstättenleiter Dr. Wagner zeigt erste Passagen aus dem neuen Film
Außerdem wird in diesem Jahr ein neuer Einführungsfilm aufgeführt, der zum größten Teil aus Erfahrungsberichten von Überlebenden besteht. Deren Aussagen ergänzen die Forschungsergebnisse von Historikern. Neben der Fokussierung auf das Zentrale Lager, werden das erste Mal auch mit Ellrich, Harzungen und der Boelcke-Kaserne drei Außenlager dokumentiert. Darüber hinaus kommen auch Zeitzeugen aus der Nordhäuser Bevölkerung zu Wort. Der Film wird am Donnerstag im Nordhäuser Kino aufgeführt, bei dem auch 13 Überlebende zugegen sein werden.
Peter-Stefan Greiner
Mehr Infos zum diesjährigen Gedenken gibt es hier
Autor: redWeiß getünchte Bäume sollen auf das einstige Aschegrab hinter dem Krematorium aufmerksam machen. Mit dem groben Schotter soll verdeutlicht werden, dass hier die Asche Tausender Häftlinge abgekippt wurde
Rund 6.000 jüdische Häftlinge waren in Dora interniert, laut Totenbuch kamen im Lager mehr als 1.000 ums Leben, die Opfer auf den Todesmärschen nicht mitgerechnet. Neben der zentralen Veranstaltung am 11. April, auf der Noah Klieger, ein Überlebender des KZ, sprechen wird, soll in der ehemaligen Feuerwache die Ausstellung Das Auschwitz-Album. Geschichte eines Transportes ungarischer Juden eröffnet werden.
Die Ausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zeigt SS-Fotos aus einem Album, das die Auschwitz-Überlebende Lilly Jacob nach ihrer Befreiung im April 1945 im KZ Mittelbau-Dora in einer verlassenen SS-Baracke fand. Wer sich diese Exposition ansieht, muss wissen, dass die Menschen, die in Auschwitz fotografiert wurden, in die Augen eines SS-Angehörigen schauten, beschreibt Dr. Jens-Christian Wagner.
Die Fotos sind die einzigen überlieferten Bildzeugnisse eines Transportes ungarischer Juden ins Vernichtungslager Auschwitz. Sie dokumentieren den gesamten Prozess ihrer Deportation von der Ankunft und der Selektion an der Rampe über die Aufnahmeprozedur im Lager bis hin zu den letzten Momenten vor ihrer Ermordung in den Gaskammern. Auf den Bildern sind auch Lilly Jacob selbst und ihre Familienangehörigen zu sehen. Noch bis 15. Juni 2014 wird diese Foto-Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu sehen sein.
Zum 69. Jahrestag erscheint auch eine neue Broschüre, die anhand zahlreicher Fotos und Dokumente sowie prägnanter Texte die Geschichte der Verfolgung von Juden im Südharz von ihren Anfängen vor 1933 bis hin zur Deportation jüdischer Häftlinge ins KZ Mittelbau-Dora in den Jahre 1944/45 dokumentiert. Die Publikation ist ab kommender Woche in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und im Buchhandel erhältlich.
Gedenkstättenleiter Dr. Wagner zeigt erste Passagen aus dem neuen Film
Außerdem wird in diesem Jahr ein neuer Einführungsfilm aufgeführt, der zum größten Teil aus Erfahrungsberichten von Überlebenden besteht. Deren Aussagen ergänzen die Forschungsergebnisse von Historikern. Neben der Fokussierung auf das Zentrale Lager, werden das erste Mal auch mit Ellrich, Harzungen und der Boelcke-Kaserne drei Außenlager dokumentiert. Darüber hinaus kommen auch Zeitzeugen aus der Nordhäuser Bevölkerung zu Wort. Der Film wird am Donnerstag im Nordhäuser Kino aufgeführt, bei dem auch 13 Überlebende zugegen sein werden.
Peter-Stefan Greiner
Mehr Infos zum diesjährigen Gedenken gibt es hier




