Di, 10:15 Uhr
25.03.2014
Ein Titel, der Mut machen sollte
So richtig mochte sich Patrick Esther über seinen Titelgewinn nicht freuen. Als Gewinner fühle ich mich nicht. Ich kann besser boxen, sagte der 23-Jährige mit hängendem Kopf nach seiner Titelverteidigung im Halbschwergewicht am Sonntag bei den Thüringer Landesmeisterschaften in Nordhausen...
Esther tat sich sichtlich schwer, was auch seinem Trainer Konrad Werner vom Nordhäuser SV nicht entging. Schon im Halbfinale am Samstag lief es für den gebürtigen Nordhäuser, der seit fast sieben Jahren in Halle lebt und trainiert, nicht rund. Patrick hat sehr verhalten geboxt und hat mit dem geringsten Kraftaufwand das Finale erreicht, sagte Werner.
Spult man allerdings ein paar Monate im Leben von Esther zurück, dann erscheint der Finaleinzug in einem ganz anderen Licht. Nach seinem Titelgewinn im Vorjahr trainierte er zwei Monate normal weiter. Es folgten einige Arztbesuche und der Sommer. Und mit ihnen kam zugleich eine Auszeit vom geliebten Sport: Ich hatte einfach keine Lust mehr zu boxen. Doch ganz zur Ruhe setzen wollte er sich dennoch nicht: Ich habe weiter Kraft trainiert und bin Laufen gegangen.
Einen Monat vor dem Jahreswechsel begann sie dann wieder zu wachsen, die Sehnsucht nach den Boxhandschuhen. Ich habe mir im Dezember gesagt, dass ich im Januar wieder ordentlich trainieren will. Zudem gab ein Satz - Was man gut kann, soll man weitermachen. - , den er irgendwo gelesen hatte, den Impuls nicht aufzugeben. So verliefen die vergangenen drei Monate sehr intensiv: Training, Training und nochmals Training standen auf dem Plan. Sechs Mal die Woche, um für die Thüringer Landesmeisterschaften in seiner Heimat fit zu sein. Gleich zweimal wurde er am Wochenende gefordert. Zufrieden war ich mit den beiden Wettkämpfen nicht, bilanzierte er nach dem Finale, in dem er den Eichsfelder Angelo Schenk besiegte und erfolgreich seinen Titel verteidigte. Esther haderte indes mit sich: Die Schnelligkeit war da, ich habe mich locker gefühlt. Was mir fehlte war das Gefühl für meinen Gegner. Bis zu den Deutschen Meisterschaften im Oktober will er wieder in seinen Rhythmus und zu alter Stärke finden. Dafür will ich jetzt weiter ordentlich trainieren.
Mut für die kommenden Aufgaben sollten ihm auch die Worte von Werner geben: Er hat gemeint, dass ich stolz auf meinen Sieg sein soll. In dem Moment huschte ein kurzes Lächeln über seine Lippen. Ebenso als er über eine neue Herausforderung in seinem Leben sprach, bei der es um viele Kilometer geht: Ich möchte im September einen Marathon laufen. Der Weg ist das Ziel. Viel mehr sind es 42,195 Kilometer, die von ihm beim 13. Mitteldeutschen Marathon am Sonntag, 7. September, zu bewältigen sind.
Vor zwei Jahren nahm er mit einem Kumpel bereits die halbe Distanz in Angriff. Eine Zeit von unter zwei Stunden hatten sie sich vorgenommen. Die Vorgabe erreichten sie locker, kamen nach etwa anderthalb Stunden ins Ziel. Für die volle Distanz strebt Esther eine Zeit von unter vier Stunden an. Angst, dass er sein gestecktes Ziel nicht erreicht, hat er nicht. Das Laufen gehört schließlich zum Boxtraining dazu. Die Streckenlänge variiert immer mal zwischen zehn und fünf Kilometern. Gelegentlich ist sie auch mal länger.
Zur Vorbereitung bleiben ihm noch gut fünf Monate. Die Vorfreude steigt schon jetzt von Tag zu Tag. Sollte er ihn schaffen, dann kann er auf seiner persönlichen To-do-Liste ein weiteres Häkchen setzen, bei den Dingen, die man in seinem Leben mal gemacht haben sollte. Spätestens dann kehrt mit Sicherheit auch wieder das Lächeln und die Freude ganz zurück.
Sandra Arm
Autor: redEsther tat sich sichtlich schwer, was auch seinem Trainer Konrad Werner vom Nordhäuser SV nicht entging. Schon im Halbfinale am Samstag lief es für den gebürtigen Nordhäuser, der seit fast sieben Jahren in Halle lebt und trainiert, nicht rund. Patrick hat sehr verhalten geboxt und hat mit dem geringsten Kraftaufwand das Finale erreicht, sagte Werner.
Spult man allerdings ein paar Monate im Leben von Esther zurück, dann erscheint der Finaleinzug in einem ganz anderen Licht. Nach seinem Titelgewinn im Vorjahr trainierte er zwei Monate normal weiter. Es folgten einige Arztbesuche und der Sommer. Und mit ihnen kam zugleich eine Auszeit vom geliebten Sport: Ich hatte einfach keine Lust mehr zu boxen. Doch ganz zur Ruhe setzen wollte er sich dennoch nicht: Ich habe weiter Kraft trainiert und bin Laufen gegangen.
Einen Monat vor dem Jahreswechsel begann sie dann wieder zu wachsen, die Sehnsucht nach den Boxhandschuhen. Ich habe mir im Dezember gesagt, dass ich im Januar wieder ordentlich trainieren will. Zudem gab ein Satz - Was man gut kann, soll man weitermachen. - , den er irgendwo gelesen hatte, den Impuls nicht aufzugeben. So verliefen die vergangenen drei Monate sehr intensiv: Training, Training und nochmals Training standen auf dem Plan. Sechs Mal die Woche, um für die Thüringer Landesmeisterschaften in seiner Heimat fit zu sein. Gleich zweimal wurde er am Wochenende gefordert. Zufrieden war ich mit den beiden Wettkämpfen nicht, bilanzierte er nach dem Finale, in dem er den Eichsfelder Angelo Schenk besiegte und erfolgreich seinen Titel verteidigte. Esther haderte indes mit sich: Die Schnelligkeit war da, ich habe mich locker gefühlt. Was mir fehlte war das Gefühl für meinen Gegner. Bis zu den Deutschen Meisterschaften im Oktober will er wieder in seinen Rhythmus und zu alter Stärke finden. Dafür will ich jetzt weiter ordentlich trainieren.
Mut für die kommenden Aufgaben sollten ihm auch die Worte von Werner geben: Er hat gemeint, dass ich stolz auf meinen Sieg sein soll. In dem Moment huschte ein kurzes Lächeln über seine Lippen. Ebenso als er über eine neue Herausforderung in seinem Leben sprach, bei der es um viele Kilometer geht: Ich möchte im September einen Marathon laufen. Der Weg ist das Ziel. Viel mehr sind es 42,195 Kilometer, die von ihm beim 13. Mitteldeutschen Marathon am Sonntag, 7. September, zu bewältigen sind.
Vor zwei Jahren nahm er mit einem Kumpel bereits die halbe Distanz in Angriff. Eine Zeit von unter zwei Stunden hatten sie sich vorgenommen. Die Vorgabe erreichten sie locker, kamen nach etwa anderthalb Stunden ins Ziel. Für die volle Distanz strebt Esther eine Zeit von unter vier Stunden an. Angst, dass er sein gestecktes Ziel nicht erreicht, hat er nicht. Das Laufen gehört schließlich zum Boxtraining dazu. Die Streckenlänge variiert immer mal zwischen zehn und fünf Kilometern. Gelegentlich ist sie auch mal länger.
Zur Vorbereitung bleiben ihm noch gut fünf Monate. Die Vorfreude steigt schon jetzt von Tag zu Tag. Sollte er ihn schaffen, dann kann er auf seiner persönlichen To-do-Liste ein weiteres Häkchen setzen, bei den Dingen, die man in seinem Leben mal gemacht haben sollte. Spätestens dann kehrt mit Sicherheit auch wieder das Lächeln und die Freude ganz zurück.
Sandra Arm







