Fr, 11:11 Uhr
14.02.2014
"Zauberland" vorgestellt
Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche für Kinder in suchtbelasteten Familien haben sich gestern zahlreiche Fachkräfte über das neue Projekt Zauberland informiert. Jessica Piper berichtet...
Sozialarbeiter, Lehrer, Mitarbeiter des Jugendamtes, der Suchtberatung, der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Südharz Klinikums, der Fachhochschule und sozialer Einrichtungen sowie weitere Interessierte waren ins Familienzentrum Nordhausen gekommen, um mehr über das gemeinsame Projekt des Landratsamtes, des Diakonie Sucht-Hilfezentrums und des Familienzentrums des Jugendsozialwerks zu erfahren.
Charlotte Stamm von der Thüringer Fachstelle für Suchtprävention in Erfurt informierte eingangs über aktuelle Daten zum Thema Sucht in Thüringen sowie mögliche Auswirkungen auf Kinder in Suchtfamilien. Experten gehen davon aus, dass in Deutschland mehr als 2,6 Millionen Kinder in Familien leben, die durch Suchterkrankungen belastet sind. In Thüringen sind es geschätzt 50.000.
Kinder brauchen Botschaften, die ihnen sagen, dass sie nicht Schuld an der Erkrankung ihrer Eltern sind, dass sie es selbst anders machen können oder dass ihre Gefühle erlaubt sind, erläuterte Charlotte Stamm. Wichtig für diese Kinder sei der Austausch mit Gleichaltrigen, damit sie Informationen erhalten und Bewältigungsstrategien erlernen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa ein Drittel der betroffenen Kinder als Erwachsene selbst abhängig wird, ein Drittel psychische Störungen entwickelt und ein weiteres Drittel keine sichtbaren Schädigungen zeigt. Diesen negativen Auswirkungen will das Projekt Zauberland entgegenwirken. ‘Zauberland‘ soll Kinder stärken, deren Eltern an einer Suchterkrankung leiden, so Elke Schnabel, Leiterin des Sozialen Dienstes im Landratsamt.
Die Leiterin des Familienzentrums, Vivian Grabe, und Projektmitarbeiterin Gabriele Lützendorf stellten das Konzept vor: Anfang März wird das Zauberland starten, mit einer Gruppe mit bis zu acht Kindern von 8 bis 12 Jahren, die therapeutisch begleitet werden. Unsere Zielstellung ist eine Stärkung der Kinder und damit eine Stärkung der betroffenen Familien, so Vivian Grabe. Um betroffene Kinder zu erreichen, sei es notwendig, dass Fachkräfte in verschiedenen Einrichtungen sehr diskret an die Familien mit suchtkranken Eltern herantreten.
Das Projekt Zauberland läuft insgesamt über 16 Wochen und auch eine Nachbetreuung ist geplant. Wir wollen nicht nur mit den Kindern, sondern auch mit den Eltern arbeiten, sagte Gabriele Lützendorf. Die Kinder werden im Selbstwertgefühl gestärkt, erhalten Anregungen für Erlebnisse in der Familie, erhalten Wissen über Süchte und üben sich im Unterstützen.
Das Thema Suchterkrankung sei hochsensibel und werde oft tabuisiert, die betroffenen Kinder neigten oft dazu, sich zu isolieren. Wir wollen die Kinder ermutigen, über ihre Probleme zu reden und es nicht unter dem Deckmantel der Familie zu lassen, sagte Gabriele Lützendorf. Angesichts der Sensibilität des Themas, der Notwendigkeit des Schutzes der Kinder und ihrer Familien kam schnell eine rege Diskussion der Fachkräfte auf.
Vorgestellt haben die Projektmitarbeiter auch das Maskottchen des Projektes: einen handgenähten Hase, der jedem Kind als Schutzsymbol mit nach Hause gegeben werden soll. Die Diakonie mit der Suchtberatungsstelle wird die Zauberland-Kinder mit ihrem fachlichen Hintergrund unterstützen. Dessen Leiter Dirk Rzepus unterstrich, dass sich die Eltern vielfältige Gedanken über die Entwicklung ihrer Kinder machen: Sie haben Sorge, dass ihre Kinder selbst später einmal Suchtkrank werden könnten. In dieser Gruppe können die Kinder aktiv unterstützt werden und eine alternative Entscheidung für sich treffen.
Für diese sensible Thema gelte es, viele Partner zu gewinnen und vertrauensvolle Gespräche mit betroffenen Eltern zu führen und dies nicht erst, wenn eine Suchtabhängigkeit sich entwickelt. Am Ende der Diskussion im Familienzentrum waren sich die Beteiligten einig darüber, zum Wohle der Kinder umsichtig und mit viel Feingefühl dieses Thema Prävention mit Eltern zu besprechen und Unterstützungsangebote wie Zauberland anzuregen.
Autor: redSozialarbeiter, Lehrer, Mitarbeiter des Jugendamtes, der Suchtberatung, der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Südharz Klinikums, der Fachhochschule und sozialer Einrichtungen sowie weitere Interessierte waren ins Familienzentrum Nordhausen gekommen, um mehr über das gemeinsame Projekt des Landratsamtes, des Diakonie Sucht-Hilfezentrums und des Familienzentrums des Jugendsozialwerks zu erfahren.
Charlotte Stamm von der Thüringer Fachstelle für Suchtprävention in Erfurt informierte eingangs über aktuelle Daten zum Thema Sucht in Thüringen sowie mögliche Auswirkungen auf Kinder in Suchtfamilien. Experten gehen davon aus, dass in Deutschland mehr als 2,6 Millionen Kinder in Familien leben, die durch Suchterkrankungen belastet sind. In Thüringen sind es geschätzt 50.000.
Kinder brauchen Botschaften, die ihnen sagen, dass sie nicht Schuld an der Erkrankung ihrer Eltern sind, dass sie es selbst anders machen können oder dass ihre Gefühle erlaubt sind, erläuterte Charlotte Stamm. Wichtig für diese Kinder sei der Austausch mit Gleichaltrigen, damit sie Informationen erhalten und Bewältigungsstrategien erlernen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa ein Drittel der betroffenen Kinder als Erwachsene selbst abhängig wird, ein Drittel psychische Störungen entwickelt und ein weiteres Drittel keine sichtbaren Schädigungen zeigt. Diesen negativen Auswirkungen will das Projekt Zauberland entgegenwirken. ‘Zauberland‘ soll Kinder stärken, deren Eltern an einer Suchterkrankung leiden, so Elke Schnabel, Leiterin des Sozialen Dienstes im Landratsamt.
Die Leiterin des Familienzentrums, Vivian Grabe, und Projektmitarbeiterin Gabriele Lützendorf stellten das Konzept vor: Anfang März wird das Zauberland starten, mit einer Gruppe mit bis zu acht Kindern von 8 bis 12 Jahren, die therapeutisch begleitet werden. Unsere Zielstellung ist eine Stärkung der Kinder und damit eine Stärkung der betroffenen Familien, so Vivian Grabe. Um betroffene Kinder zu erreichen, sei es notwendig, dass Fachkräfte in verschiedenen Einrichtungen sehr diskret an die Familien mit suchtkranken Eltern herantreten.
Das Projekt Zauberland läuft insgesamt über 16 Wochen und auch eine Nachbetreuung ist geplant. Wir wollen nicht nur mit den Kindern, sondern auch mit den Eltern arbeiten, sagte Gabriele Lützendorf. Die Kinder werden im Selbstwertgefühl gestärkt, erhalten Anregungen für Erlebnisse in der Familie, erhalten Wissen über Süchte und üben sich im Unterstützen.
Das Thema Suchterkrankung sei hochsensibel und werde oft tabuisiert, die betroffenen Kinder neigten oft dazu, sich zu isolieren. Wir wollen die Kinder ermutigen, über ihre Probleme zu reden und es nicht unter dem Deckmantel der Familie zu lassen, sagte Gabriele Lützendorf. Angesichts der Sensibilität des Themas, der Notwendigkeit des Schutzes der Kinder und ihrer Familien kam schnell eine rege Diskussion der Fachkräfte auf.
Vorgestellt haben die Projektmitarbeiter auch das Maskottchen des Projektes: einen handgenähten Hase, der jedem Kind als Schutzsymbol mit nach Hause gegeben werden soll. Die Diakonie mit der Suchtberatungsstelle wird die Zauberland-Kinder mit ihrem fachlichen Hintergrund unterstützen. Dessen Leiter Dirk Rzepus unterstrich, dass sich die Eltern vielfältige Gedanken über die Entwicklung ihrer Kinder machen: Sie haben Sorge, dass ihre Kinder selbst später einmal Suchtkrank werden könnten. In dieser Gruppe können die Kinder aktiv unterstützt werden und eine alternative Entscheidung für sich treffen.
Für diese sensible Thema gelte es, viele Partner zu gewinnen und vertrauensvolle Gespräche mit betroffenen Eltern zu führen und dies nicht erst, wenn eine Suchtabhängigkeit sich entwickelt. Am Ende der Diskussion im Familienzentrum waren sich die Beteiligten einig darüber, zum Wohle der Kinder umsichtig und mit viel Feingefühl dieses Thema Prävention mit Eltern zu besprechen und Unterstützungsangebote wie Zauberland anzuregen.



