Mo, 14:37 Uhr
10.02.2014
Die Mumien von Wolkramshausen
Wir kennen nach dem Tode verschiedene Zersetzungsprozesse, so die Fäulnis, die an Bakterien gebunden ist, also an Feuchtigkeit. Die Verwesung und daneben die Autolyse, das heißt der Abbau von Körpereiweiß ohne Mitwirkung von Bakterien. Horst Rasemann mit einem Bericht über Mumien aus Wolkramshausen...
Wenn ein toter Körper zu schnell austrocknet, so dass diese Zersetzungsschritte nicht gründlich genug vonstatten gehen können das heißt irgendwie gestoppt werden, dann kommt es zur Mumifizierung des Körpers.
Günstige Bedingungen bieten Grüfte in denen Leichen kühl und luftig gelagert sind und dadurch gut austrocknen können. Die entstehende Verdunstungskälte und ein ständiger Luftzug sind ideale Voraussetzungen für die Mumifizierung. Das Phänomen Zufall hielt auch hier in Wolkramshausen bei der Mumifizierung Regie.
So wurden bei Bauarbeiten vor einigen Jahren, außerhalb des Kirchenschiffes, in einem Nebenraum der evangelischen Kirche St. Trinitatis der Gemeinde, zwei Grüfte mit insgesamt neun mumifizierten menschlichen Körpern gefunden.
Davon wurden sieben Mumien unter die nach den Abschluss der Bauarbeiten noch verbliebenen Gruft wieder beerdigt. Die restlichen zwei Mumien, die als noch sehenswert eingestuft wurden, können zum Beispiel am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Bei diesen beiden Mumien handelt es sich um zwei Frauen.
Mehrer Mumien wurden bei Bauarbeiten vor einigen Jahren in Wolkramshausen gefunden
Die rechts liegende Frau lag ursprünglich in dem etwas vorgezogenen mittleren Sarg. Nach Aussage von Herrn Hans-Dieter von Wurmb, eines Nachkommen der adligen Wurmbschen Familie, handelt es sich bei dieser Verstorbenen um die am 12.02.1691 vermutlich in Rudolstadt geborenen und am 17.11.1755 in Wolkramshausen ledig verstorbenen Christiane Margarete von Wurmb, Tochter des Hofmarschalls Albrecht Anton von Wurmb.
Letzterer erbaute gegen 1706 den sogenannten Neuen Hof in Wolkramshausen. Er ist übrigens der Urgroßvater der Charlotte von Lengenfeld, die den großen berühmten Dichter Friedrich von Schiller heiratete. Ein Bild der Mutter von Charlotte, der Luise Juliane von Lengenfeld, geborene von Wurmb, hängt im Schillermuseum in Marbach. Schiller nannte sie: chere mere. Wer die andere Dame, auf der linken Seite der beiden liegenden Frauen ist, konnte Hans-Dieter von Wurmb leider auch nicht sagen.
Schätzungen ergaben ein wahrscheinliches Alter von höchstens 35 Jahren. Sie ist vielleicht im Kindbett verstorben. (Wochenbett = 6 – 8 Wochen nach der Geburt des Kindes) Eventuell am Kindbettfieber, das in Anschluss an die Geburt oder Fehlgeburt durch Infektion der wunden Geburtswege entstehen kann. Damals eine häufige Todesursache bei gebärenden Frauen.
Horst Rasemann
Autor: redWenn ein toter Körper zu schnell austrocknet, so dass diese Zersetzungsschritte nicht gründlich genug vonstatten gehen können das heißt irgendwie gestoppt werden, dann kommt es zur Mumifizierung des Körpers.
Günstige Bedingungen bieten Grüfte in denen Leichen kühl und luftig gelagert sind und dadurch gut austrocknen können. Die entstehende Verdunstungskälte und ein ständiger Luftzug sind ideale Voraussetzungen für die Mumifizierung. Das Phänomen Zufall hielt auch hier in Wolkramshausen bei der Mumifizierung Regie.
So wurden bei Bauarbeiten vor einigen Jahren, außerhalb des Kirchenschiffes, in einem Nebenraum der evangelischen Kirche St. Trinitatis der Gemeinde, zwei Grüfte mit insgesamt neun mumifizierten menschlichen Körpern gefunden.
Davon wurden sieben Mumien unter die nach den Abschluss der Bauarbeiten noch verbliebenen Gruft wieder beerdigt. Die restlichen zwei Mumien, die als noch sehenswert eingestuft wurden, können zum Beispiel am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Bei diesen beiden Mumien handelt es sich um zwei Frauen.
Mehrer Mumien wurden bei Bauarbeiten vor einigen Jahren in Wolkramshausen gefunden
Die rechts liegende Frau lag ursprünglich in dem etwas vorgezogenen mittleren Sarg. Nach Aussage von Herrn Hans-Dieter von Wurmb, eines Nachkommen der adligen Wurmbschen Familie, handelt es sich bei dieser Verstorbenen um die am 12.02.1691 vermutlich in Rudolstadt geborenen und am 17.11.1755 in Wolkramshausen ledig verstorbenen Christiane Margarete von Wurmb, Tochter des Hofmarschalls Albrecht Anton von Wurmb.
Letzterer erbaute gegen 1706 den sogenannten Neuen Hof in Wolkramshausen. Er ist übrigens der Urgroßvater der Charlotte von Lengenfeld, die den großen berühmten Dichter Friedrich von Schiller heiratete. Ein Bild der Mutter von Charlotte, der Luise Juliane von Lengenfeld, geborene von Wurmb, hängt im Schillermuseum in Marbach. Schiller nannte sie: chere mere. Wer die andere Dame, auf der linken Seite der beiden liegenden Frauen ist, konnte Hans-Dieter von Wurmb leider auch nicht sagen.
Schätzungen ergaben ein wahrscheinliches Alter von höchstens 35 Jahren. Sie ist vielleicht im Kindbett verstorben. (Wochenbett = 6 – 8 Wochen nach der Geburt des Kindes) Eventuell am Kindbettfieber, das in Anschluss an die Geburt oder Fehlgeburt durch Infektion der wunden Geburtswege entstehen kann. Damals eine häufige Todesursache bei gebärenden Frauen.
Horst Rasemann


