eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 18:44 Uhr
30.04.2001

Südharzer Hexen holen heute ihre Besen heraus

Walpurgis-Zug Ilfeld/Neustadt/Nordhausen (nnz). Die Hexenfiguren werden über die Straßen gespannt, belagern die Eingänge von Geschäften oder sitzen einfach im Miniformat über den Haustüren. Nicht nur auf dem Hexentanzplatz des Brockens regieren die Hexen - auch im Südharz gibt es mittlerweile viele kleine Hexentanzplätze, berichtet Eberhard Hofmann vom Harzklub-Zweigverein in Ilfeld. In Neustadt wurde in den zurückliegenden Tagen ein Wettbewerb der „schönsten Hexe“ ins Leben gerufen. Die Schöpfer der originellsten Exemplare sollen am Abend auf dem Grillplatz in der Zapfkuhle ausgezeichnet werden.
Die Walpurgisnacht ist durch Goethes Faust bekannt geworden. Der schrieb „Zum Brocken wandeln wir in der Walpurgisnacht“. Nachdem der Brauch, der nach dem Namenstag der heiligen Walpurga am 1. Mai benannt wurde, zu DDR-Zeiten immer mehr in Vergessenheit geraten war, nimmt das Hexentreiben von Jahr zu Jahr zu. In Ilfeld und Neustadt sind es die idyllischen Grillplätze im Wald, die kurzerhand zum Tanzplatz für Hexen und Teufel werden, erzählt Chronist Manfred Kappler.
In diesem Jahr soll in Ilfeld auch erstmals die schönste Hexe gekürt werden. Damit die Männer bei dem Brauch nicht ganz unberücksichtigt bleiben, verkleiden sie sich als Teufel. Viele Südharzer Frauen begehen die Walpurgisnacht als Hexen mit Besen. Kindergruppen üben Tänze ein, die sie in den Abendstunden gemeinsam mit Musikkapellen und Folkloregruppen aufführen. Tausende von maskierten Leute sind in der Nacht auf den Beinen, sagt Kappler. Eigentlich überwiegt die Freude auf das erste Frühlingsfest des Jahres. Bis dann um Mitternacht der Monat Mai erreicht ist, wird reichlich aus einem riesigen Kessel getrunken. Das Teufelsgetränk sorgt schließlich auch dafür, dass Hexen und Teufel auch noch nach mehreren Stunden Hexentanz durchhalten. Wer jedoch die Walpurgisnacht am Hauptversammlungsort der deutschen Hexen verbringen will, kann am Nachmittag des 30. April in Nordhausen in den „Quirl“ - die Harzquerbahn - steigen. Ein Sonderzug mit einer Dampflok aus dem Jahre 1914 bringt Hexen und Teufel bis nach Schierke am Fuße des Brockens (siehe nnz-Foto) und holt sie kurz nach Mitternacht auch wieder dort ab.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)