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Mo, 15:28 Uhr
03.02.2014

„Trauernder Jüngling“ auf dem Friedhof

Unsere Serie Heimatgeschichte und Gegenwart erfreut sich bei den Lesern großer Beliebtheit. Heute setzt sie Kurt Frank mit dem elften Beitrag fort...

Das Grab auf dem Nordhäuser Friedhof (Foto: Kurt Frank) Das Grab auf dem Nordhäuser Friedhof (Foto: Kurt Frank)
Zu den Ehrengrabstätten auf dem Hauptfriedhof gehört die des Nordhäuser Fabrikanten Otto Kruse. Das Monument mit der Figur des „Trauernden Jünglings“ ist künstlerisch wertvoll.

Nordhausen. Dem aufmerksamen Besucher des Hauptfriedhofes fallen Grabstätten auf, die aus kulturhistorischer und künstlerischer Sicht bedeutsam sind. Dazu gehört das Grabmahl der Familie des Nordhäuser Fabrikanten Otto Kruse mit der Figur des „Trauernden Jünglings“.

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Der Nordhäuser Fabrikant Otto Kruse, berichtet Heimatforscher Fritz Schmalz in seinen Aufzeichnungen, bot im Juli 1934 der Stadt als Geschenk ein von dem Münchener Bildhauer Professor Hubert Netzer geschaffenes Jung-Siegfried-Standbild als Geschenk an. Netzer war auch Schöpfer des Nornenbrunnens am Stachus in München.

Die Stadt nahm das Angebot dankbar an und vereinbarte als Standort den Platz vor dem Theater. Im Frühjahr des Jahres 1936 stellte man es als Wehrfreiheitsdenkmal auf. Von allen Denkmalen der Rolandstadt war ihm jedoch das kürzeste Leben beschieden.

Vor dem Nordhäuser Theater (Foto: Archiv Fritz Schmalz) Vor dem Nordhäuser Theater (Foto: Archiv Fritz Schmalz)
Fabrikant Otto Kruse bot im Juli 1934 der Stadt als Geschenk das von Hubert Netzer geschaffene Jung-Siegfried-Standbild an. Es wurde vor dem Theater aufgestellt.

Obgleich am 3. und 4. April in unmittelbarer Nähe des Standortes Bomben fielen, blieb das Standbild unversehrt. Doch wurde es nach dem Einmarsch der Amerikaner (11. April 1945) gestürzt und abtransportiert. Über seinen Verbleib ist nichts bekannt.

Zum Totensonntag 1992 übergab im Namen der Familie Kruse Peter-Otto Kruse dem damaligen Bürgermeister Manfred Schröter die Grabstätte Kruse auf dem Nordhäuser Friedhof in das Eigentum und die Obhut der Stadt Nordhausen. Das Monument mit der Figur des „Trauernden Jünglings“, geschaffen von Hubert Netzer, ist künstlerisch wertvoll. Die Stadt ist damit wieder im Besitz eines Werkes jenes bekannten Künstlers.

Das Grabmahl der Familie Kruse befand sich einst auf dem Zentralfriedhof. Nach fast 50-jähriger Inanspruchnahme ließ dort die Belegung mit der Inbetriebnahme des jetzigen Hauptfriedhofes am Stresemannring im Jahre 1921 allmählich nach. Auf dem Zentralfriedhof an der Leimbachr Straße ruhten verdiente Nordhäuser, deren Grabmahle erhaltungswürdig waren. Dazu gehörten die der erste Kindergärtnerin der Welt, Ida Vogeler-Seele, und die vom Justizrat Löbnitz.

Nach einer sachkundigen Begehung 1964 meldete man die zu erhaltenden Denkmale dem Rat der Stadt. Sie erbrachte leider nicht den gewünschten Erfolg. Mit seinen Darstellungen und Figuren, Trauer zum Ausdruck bringend, mit seinem Baumbestand , Ruhebänken und verschwiegenen Winkeln steht der Hauptfriedhof dem ehemaligen Zentralfriedhof nicht nach. Das meinen ältere Nordhäuser Bürger, die ihn gut kannten.
Kurt Frank
Autor: red

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