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Do, 17:00 Uhr
30.01.2014

Zeh räumt Fehler ein

Mit Blick auf die Pressemitteilung von Professor Volkhard Knigge, dem Direktor der „Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora“ und Dr. Jens-Christian Wagner, dem Leiter der Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“, sagt Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Zeh:


„Ich wiederhole: Im Einladungsverteiler zur Auftaktveranstaltung zur Diskussion über eine neue Gedenkkultur für Nordhausen war auch der NPD-Stadtrat aufgeführt und wurde leider damit zu dieser Veranstaltung eingeladen. Der entsprechende Stadtrat ist allerdings zur Veranstaltung nicht erschienen.

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Diese Einladung war falsch! Sie geschah irrtümlich. Es ist absurd, jene einzuladen, die mehrfach die Gedenkkultur genutzt haben, um die Opfer für ihre Zwecke zu missbrauchen und zu instrumentalisieren.
Ich füge hinzu: Vor allem aus Sicht der Opfer und deren Angehörigen muss diese Einladung wie ein Affront gewirkt haben. Deshalb und dafür entschuldige ich mich auch im Namen meiner Mitarbeiter – insbesondere bei den Opfern und deren Angehörigen!

Ich bedauere sehr, dass die Mitglieder des „Bündnisses gegen Rechts“ einer Bedrohung ausgesetzt sind. Umsomehr, als sie für uns entscheidende Partner bleiben sollen bei der Entwicklung einer neuen Gedenkkultur für Nordhausen. Ich versichere: Die Bündnismitglieder haben unseren Schutz. Sie sind und bleiben – hoffentlich – unsere Partner.

Ich möchte auch aus diesem Grund betonen, dass unsererseits das Bündnis weder als undemokratisch bezeichnet wurde, noch, dass eine Schuldumkehr betrieben wurde.

Klarstellen möchte ich, dass für mich und die Mehrzahl der anderen Teilnehmer am damaligen Treffen der rechtsextreme Hintergrund der anwesenden Personen nicht offen sichtbar gewesen war.

Dies soll aber keine Rechtfertigung sein! Es entsprach der Wahrnehmung an jenem Abend. Ich wiederhole: Neonazis sind und waren keine Gesprächspartner, vor allem nicht in Nordhausen und natürlich nicht in Fragen der Gedenk-Kultur.

Ich möchte die Diskussion um eine neue Gedenkkultur in Nordhausen unbedingt fortsetzen. Ich hoffe, dass die Mitglieder des „Bündnisses gegen Rechts“ uns bei diesem Prozess weiterhin zu begleiten. Insbesondere geht diese Bitte auch an die Stiftung „Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora“ sowie die KZ-Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“, die ebenfalls Mitglied des Bündnisses ist.
Autor: nnz

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Kommentare
othello
30.01.2014, 17:50 Uhr
Hut ab,Dr.Zeh !
Hut ab, Dr. Zeh, warum nicht gleich so.Ich hoffe sie und die anderen Anwesenden, welche den rechtsextremen Hintergrund der nicht geladenen Personen nicht erkannt haben wollen, finden in die politische Wirklichkeit zurück. Hätten sie doch besser auf die Vertreter des BgR gehört. Aus Schaden wird man hoffentlich klug.
Wolfi65
30.01.2014, 18:10 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
Franz Tabak
30.01.2014, 18:52 Uhr
Und die Konsequenzen?
Welche Konsequenzen ziehen Sie jetzt aus Ihrer politischen Kurzsichtigkeit, Herr OB?

Aus meiner Sicht gibt es für einen derartigen Fehltritt nur eine Konsequenz: sofortige Abgabe des OB-Postens! (Oder am besten sofortiger Rücktritt des gesamten Nordhäuser Stadtrates!)
othello
30.01.2014, 19:19 Uhr
Hanni@ Keinen Rücktritt fordern!
Hanni@. Nicht gleich mit Rücktrittsforderungen übertreiben. Es sind Provinzpolitiker, die auch Fehler machen können. Wenn sie daraus lernen, ist es gut so. Ein Rücktritt würde doch nur die Häme der Rechten hervorbringen und für ihre zielgerichtete Provokation den Höhepunkt bedeuten.
tangomaxe
30.01.2014, 19:23 Uhr
@Hanni
Nun mal die Kirche im Dorf lassen! Ich bin froh, dass sich langsam eine klare Sicht auf die Dinge einstellt. In den vergangenen Tagen herrschte doch etwas verkehrte Welt, jedenfalls empfand ich das so. Vielleicht ist es sogar gut, dass so etwas alle mal wieder sensibilisiert und genauer hinschauen lässt, mit wem man sich einlässt.

Dass diese Leute bei dem Folgegesprächen am Diskussionstisch nichts mehr zu suchen haben, sollte nun klar sein und hier hat Dr. Zeh die Chance ein klares Zeichen zu setzen und mit Taten zu zeigen, dass seine Worte nicht nur Floskeln sind. Nun ist jedenfalls allemal klar, welcher Gesinnung diese Herren folgen und ein "wir wussten ja nicht..." gibt es nicht mehr. Und wenn man sich demnächst ungeladene Gäste an den Tisch holt, sollte es zum Anstand gehören, dass man sich vorstellt und sagt wer man ist und was man will. Dann gibt es hinterher auch nicht wieder so ein Rätselraten mit "drei Unbekannten".
othello
30.01.2014, 19:27 Uhr
Dr.Zeh hat es vorgemacht !
Dr. Zeh hat es vorgemacht, wie man Fehler auch später noch korrigieren kann. Mich wundert nur, dass sich hier keine NNZ -Kommentatoren melden, die in den letzten Tagen vehement für ihn eingetreten sind. Wie stehen sie zu dem Schritt des Dr. Zeh ?
Suse
30.01.2014, 19:28 Uhr
@othello so sehe ich das nicht ...
wenn ein OB erst nach dem Druck der Öffentlichkeit Fehler einräumt, aber vorher vehement sein Handeln als Demokratieverständnis darstellte und sich durch seine Anhänger dafür huldigen ließ ,dann ist das für mich ein Zeichen, dass er seiner Verantwortung als Oberbürgermeister nicht gerecht wurde oder einfach nicht fähig dazu ist.

Das hier ist nicht einfach nur ein Kavaliersdelikt wo man nach dem Sorry wieder zur Tagesordnung übergeht. Dieses Verhalten hat das Vertrauen der Nordhäuser zu ihrem OB schwer erschüttert.
othello
30.01.2014, 23:41 Uhr
Suse@ Menschen machen Fehler
Suse@. Mit ihrer Einschätzung des Verhaltens des Dr. Zeh haben sie ins schwarze getroffen. Vor allem mit seinen Erklärungsversuchen nach dieser Veranstaltung, hat er auch in meinen Augen bewiesen, dass er schon erkannt hatte, dass die drei Besucher zur rechten Szene gehörten. Daher ist auch etwas Unehrlichkeit in seiner Entschuldigung. Darauf wollte ich aber nicht weiter herumhacken und will es mal so hinnehmen. Menschen machen Fehler und dieses werde ich auch Dr. Zeh zugestehen. Hauptsache er hat gelernt.
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