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Do, 16:18 Uhr
23.01.2014

„Parkschloss“ weiter in tiefem Schlaf

Der Krieg war vorbei. Nordhausen lag in Schutt und Asche. Neben der Not und dem Leid kam ein erbarmungsloser Nachkriegswinter 1945/46 hinzu. Heute der Beitrag Nummer 9 aus der Serie Heimatgeschichte und Gegenwart von Kurt Frank...


Nordhausen. Erbarmungslos war der Winter 1945/46. Hart und entbehrungsreich der Kampf der Menschen ums Überleben. In den verbliebenen Häusern war Schmalhans der Küchenmeister. Viele Städter zogen aufs Land, tauschten bei den Bauern Kleider oder anderes Hab und Gut gegen Kartoffeln, Butter, Milch, Wurst und andere Nahrungsmittel ein. Die Kälte traf die Städter besonders hart. Man ergriff ungewöhnliche Maßnahmen.

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In der Kastanienallee wurde jeder zweite Baum gefällt, um für die notleidende Bevölkerung Brennholz zu schaffen, ist den Aufzeichnungen des verdienstvollen Heimatforschers Fritz Schmalz zu entnehmen. 1825 gepflanzt, hatten die Bäume eine beachtliche Größe erreicht. Ursprünglich waren sie in drei Reihen gesetzt worden. Die Parkallee hatte man im Jahre 1812 als Straße ausgebaut.

An der Parkallee befindet sich auch die Gaststätte „Parkschloss“. Sie ist älter als man allgemein annimmt. Bereits im Jahre 1848, wusste Fritz Schmalz, wird das Haus als Restaurant „Neuer Garten“ erwähnt. Etwa um 1920 erfolgte die Umbenennung in „Parkschloss“. Nach einem Wintergewitter 1954 brannte das Lokal fast völlig ab. Zwei Menschen kamen ums Leben. Zwei Jahre später baute man es wieder auf.
Einsam und verlassen ist die ehemalige Konsum-Gaststätte „Parkschloss“. Zu DDR-Zeiten war sie ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders an Wochenenden herrschte reger Besuch. (Foto: Kurt Frank)
1812 wurde die Parkallee als Straße ausgebaut. Heute wird sie stark frequentiert. Die flankierenden Kastanienbäume laufen keine Gefahr mehr, als Brennholz verfeuert zu werden. (Foto: Kurt Frank)
Dieses Bild entstand 1945 in der Blasiistraße. Im Hintergrund sind die Türme des Doms zu sehen, die glücklicherweise vom Bombenhagel verschont blieben. Sie sind der verbliebene Orientierungspunkt. (Foto: Archiv Fritz Schmalz)
Etwa an gleicher Stelle heute fotografiert. Nur die Türme des Doms erinnern daran, wie  es einmal aussah. (Foto: Kurt Frank)
Blick vom Hagentor, Höhe der ehemaligen Brauerei, zum Hagen. Die Ruine dort ist die des „Ilfelder Hofs“. Die hohe Ruine links hinten gehört zur ehemaligen Marktkirche. Nur das Backsteinhaus steht noch (Foto: Archiv Fritz Schmalz)
Vor dem Hagentor  heute: Wo sich rechts jetzt moderne Bauten befinden, stand einst eine Brauerei (Foto: Kurt Frank)
Derzeit liegt das Objekt in tiefem Winterschlaf. Ob es im Frühjahr ein Erwachen gibt, steht in den Stern. In der Stadtverwaltung, teilte Martin Juckeland auf Anfrage mit, könne das derzeit keiner sagen. Das Haus befinde sich in Privatbesitz. Es habe mal einen kleinen Schub durch einen Investor gegeben, wie äußerlich erkennbar ist. Eine einvernehmliche Absprache über irgendwelche Vorhaben wäre sinnvoll gewesen. Das Objekt steht zum Verkauf. Seit Langem kündet davon eine Informationstafel. Bislang fand sich kein Käufer. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Heimatforscher Fritz Schmalz hinterließ dem Autor der heimatkundlichen Serie auch Bilder, die 1945/46 entstanden. Wir dokumentieren das Gestern und das Heute.
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
katertiger
23.01.2014, 17:34 Uhr
Das Parkschloss wird im tiefen Schlaf bleiben
Die Zeiten der DDR, wo die Bürger noch in den Gaststätten "Platziert" wurden sind vorbei und hier bei uns in Thüringen fast nur noch ein Traum. Schon als der damalige Investor die Arbeiten am Parkschloss weiterführen wollte, konnte man ahnen, dass jeder Euro Investition um sonst ist für so ein großes Projekt.

Mit dem Bau der Autobahn A 38 geht ein Großteil des Verkehrs hier nicht vorbei, so dass sich die Ausgaben als Ausflugsgaststätte nicht rechnen werden. Oder es gibt einen Investor mit einer Superidee, welche Gäste von weit her in dieses Objekt lockt.
Rainer H.
23.01.2014, 21:33 Uhr
Ideen gibt es genug
Zu pessimistisch würde ich das nicht sehn. Ein Restaurant mit großen Saal kann vieles umsetzen. Nur ist der Eigentümer einfach müde, enttäuscht etc. Erinnern wir uns vor wenigen Jahren, als man die Neubelebung feierte kamen gleich Anzeigen wegen Ruhestörung. Ich glaube da verliert so mancher seine Investitionslust.
Veritas
24.01.2014, 09:18 Uhr
" Kleiner " Investitionsschub ????
Wie mir bekannt, hat der Investor mehrere 100 Tausend Euro in das Parkschloss investiert und dieses bis zum heutigen Tage ohne einen einzigen Euro von Banken oder Fördermitteln. Aber leider,wie schon zu oft, wurden getroffene Zusagen von Seitens der Stadt nicht eingehalten. Dieses führt irgendwann immer zu der Frage, " WARUM "?Im übrigen gab es in den letzten Monaten einige Kauf,- und Mietanfragen für das Objekt. Da diese aber nicht den Vorstellungen des Eigentümers entsprachen wurden diese dankend abgelehnt. Der Eigentümer würde dieses Objekt sehr gern wieder seiner eigentlichen Bestimmung zuführen und vielleicht wird es dazu in naher Zukunft Verhandlungen geben !
altmeister
28.01.2014, 08:30 Uhr
Sitzungssaal
Da wird mit enormen und nicht sinnvollem Ressourceneinsatz ein neues "Bürgerhaus" hingeklotzt und dabei wäre, bei einer vernünftigen Vertragsgestaltung, es möglich, auf einen ordentlichen Sitzungssaal mit gastronomischer Anbindung zurückzugreifen.

Parkplätze wären auch genug vorhanden.
Nein, statt dessen wird wieder solch ein Minisaal gebastelt, welcher mit allem möglichen, auch überflüssigen und teuren, Schnickschnack ausgestattet wird.
Warum wird nicht wirtschaftlich gedacht, bei allem Jammern über fehlende Sitzungsmöglichkeiten? Das wäre ein Objekt, welches optimale Möglichkeiteten bieten würde, wenn es einmal zum Laufen gebracht würde.

Aber, dann könnte man sich ja nicht gegenseitig auf die Schulter klopfen, rote Bänder zerschneiden, bei Sekt und Schnittchen Eröffnungspartys auf Kosten des Steuerzahlers feiern.

Und, bestimmt nicht unwichtig, es würden sogar interessierte Bürger mit in den Sitzungsraum passen. Das geht ja schon gar nicht!
Wolfi65
28.01.2014, 09:56 Uhr
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