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Sa, 13:53 Uhr
11.01.2014

Stadtpark noch mit Schattenseiten

Erfreulich groß ist die Resonanz der Leser auf unsere Serie Heimatgeschichte und Gegenwart. „Heimatgeschichte ist eine wichtige Serie“, schreibt der bekannte Ahnenforscher Steffen Iffland. Heute setzt Kurt Frank die Artikelreihe mit einem Beitrag über den Stadtpark fort...

Stadt in Nordhausen (Foto: Kurt Frank) Stadt in Nordhausen (Foto: Kurt Frank)
Der Stadtpark mit seinem Gondelteich ist ein beliebtes Ausflugsziel. Dennoch bleibt noch einiges zu tun.

Nordhausen. Ergänzend zur Geschichte „Eldorado und Kurzes Feldchen“ bemerkt Iffland: „Die Bewohner des ersten Hauses in der Hauptstraße zogen die Schranke (Balken) über die Straße, wenn der Zug kam. Das Haus musste jedoch einem Umspannhäuschen weichen. Da die Kleinbahn am ´Eldorado´ eine leichte Kurve fuhr, bestand die Gefahr der Entgleisung bei unangepasster Geschwindigkeit, was dann auch 1905 geschah, wie Grete Paquin in ihren Jugenderinnerungen schrieb.“

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In den letzten Jahren wertete die Stadt den Park sichtbar vorteilhaft auf. Der Spielplatz wurde erweitert, zieht heute zahlreiche Kinder, Großeltern mit ihren Enkeln und auch Erwachsene in seinen Bann. Der Gondelteich erhielt seine ursprüngliche Größe. Auch mit dem Boot kann man ihn erkunden.

Ein stattlicher Imbiss-Bungalow mit Terrasse kam hinzu. Wem heute dort die Blase drückt, braucht auch nicht mehr nach einem geeigneten Baum Ausschau zu halten. Das Tiergehege, jetzt neu umzäunt, erfreut sich mit dem „Streichelzoo“ besonders bei kleineren Kindern großer Beliebtheit. Gern kehren Besucher in das Zollhäuschen ein, wo sie an lauen Sommertagen bei einem deftigen Essen nebst kühlem Trunk auf der Freiterrasse gemütlich verweilen.

Dennoch ist im Stadtpark derzeit noch nicht alles Gold, was glänzt. Der sogenannte Amphibienteich vor dem Tiergehege war zum Schutz von Fröschen, Kröten, Libellen und anderem Getier, was dort heimisch werden sollte, gedacht. Auf einem steinernen extra aufgeschütteten Hügel sollten sich die Amphibien sonnen können.

Im Vorjahr erfüllte leider das einem guten Zweck dienende Anliegen seine Funktion nicht mehr. Das Grün überwucherte das nur spärlich eingelassene und nicht mehr zu sehende Wasser. Im Herbst sollte man einige Wegbereiche vom Laub säubern, bevor es matschig wird und verfault. Das offenbart sich derzeit anschaulich. Da bleibt für den Fachbereich Umwelt und Grünordnung der Stadtverwaltung noch einiges zu tun. Dennoch dominieren im Stadtpark die schönen Seiten. Das war nicht immer so.

Wegen mangelnder Arbeitskräfte trieb man in Zeiten der DDR Schafherden in den Park, um dem wuchernden Grün Herr zu werden. Die vierbeinigen Rasenmäher fraßen aber weder Brenneseln noch Disteln. Der Park sah oft aus wie eine Rasur, bei der der Friseur zwischenzeitlich Urlaub machte.

Der Stadtpark, schreibt Heimatforscher Fritz Schmalz, konnte erst entstehen, nachdem der 1855 begonnene Bau des Hartmanndammes vollendet war und somit die jährlich sich wiederholenden Hochwasser der Zorge das Gelände nicht mehr überschwemmten. Ab 1874 nahm man das Gebiet des sogenannten „Neuen Parks“ allmählich gärtnerisch in Angriff.

Seit 1901 kann man den 14 Hektar großen Park als vollendet ansehen, wenngleich der Hartmannsdamm bis zur Gerhart-Hauptmann-Straße erst 1910 fertig wurde. Ab 1956 ließ die Stadt das Tiergehege errichten, ein heute nicht mehr wegzudenkender Anziehungspunkt. Schwere Schäden schlug der Gewittersturm dem Park in der Nacht vom 14.zum 15. Juni 1980, von dem er sich nur schwer erholte.
Kurt Frank
Autor: red

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