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Di, 06:36 Uhr
07.01.2014

Schwarzer Humor in Bleicherode

Wieder einmal hat sich Regina Englert für die Leser der nnz das aktuelle Programm des Bleicheröder Kinos angesehen. Entdeckt hat sie die Verfilmung eines Bestsellers sowie schwärzesten Humor...


Der Medicus von Noah Gordon, wer hat ihn nicht gelesen? Allein 6 Millionen mal wurde das Buch in Deutschland verkauft. Doch kaum jemand konnte sich vorstellen, dass dieses Buch zu verfilmen ist.

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Und dennoch ist sich Kino.de sicher, Philipp Stölzls historisches Drama über die Abenteuer eines jungen Briten in Persien ist der Bestsellervorlage würdig. Gleichwohl man berücksichtigen muss, das ein Budget von 26 Millionen für einen Film dieses Genres recht bescheiden ist. Ganz großes Historien-Kino, braucht wohl noch ein paar Millionen mehr. Entsprechend zurückhaltend sind die Kritiker.

Doch in einem sind sich alle einig – allein die Bilder lohnen den Gang ins Kino. So gibt es beeindruckende Sets und prachtvolle Shots von Karawanen, der nächtlichen Wüste und von Isfahan. Doch mal ehrlich, interessieren diese Kinokritiken wahre Fans wirklich? Möchte sich, wer das Buch gelesen hat, nicht selbst ein Bild machen? 155 Minuten lang darf man den Spuren des jungen Rob Cole aus England folgen.

Erst seinem Leben in bitterer Armut, als Rob nach dem frühen Tod der Mutter von einem brummigen Bader, einem ausgemachten Quacksalber, aufgenommen wird. Dann folgen wir ihm auf seiner abenteuerlichen Reise von England ins persische Isfahan zum großen Medicus Ibn Sina (Ben Kingsley). Und letztlich nehmen wir Teil an seinem Leben in dieser für uns märchenhaft anmutenden Welt des mittelalterlichen Persiens. Ein junger Mann - unterwegs, um die Unwissenheit zu überwinden, Reisender um des Lernens willen.

Kino.de fragt: „Ist die Zeit reif für einen Helden, dessen Actionszenen vom Kampf gegen Krankheit, Fremdbestimmung und Verblendung bestimmt sind?“ Jetzt sind die Millionen Leser gefragt, durch ihren Kinobesuch genau darüber abzustimmen.
Freigegeben ab 12 Jahren. Filmstart in Bleicherode: Donnerstag, 9.1. um 19.45 Uhr. Freitag bis Sonntag jeweils um 16.30 und 19.45 Uhr; Montag 19.45 Uhr, Dienstag 16.30 Uhr, Mittwoch jeweils um 16.30 und 19.45 Uhr.

Für die jüngeren Kinoliebhaber zeigt Theaterleiter Udo Reuter am Samstag und Sonntag um 14.00 Uhr noch einmal den Disneyfilm „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ in 2D.

In einer Woche (14. Januar) lockt Bleicherode dann wieder mit dem „besonderen Film“. Und dieser klingt wahrlich besonders. „Finsterworld“ steht auf dem Programm. Kino.de überschlägt sich fast vor Begeisterung: „Selten hat man so zugespitzte, treffende und brillante Dialoge in einem deutschen Film gehört, selten von einem durch die Bank auf höchstem Niveau agierenden Ensemble auf den Punkt gebracht. Mag man diesen Episodenfilm hinterher mögen oder hassen, Respekt zollen muss man den Machern so oder so für diese Leistung, allen voran der vom Dokumentarfilm kommenden Regisseurin Frauke Finsterwalder.

Sie erzählt von einer Welt, in der sich emotional verkümmerte Figuren nach wahrer Liebe sehnen und die Nazi-Vergangenheit längst nicht verarbeitet ist. Beeindruckend ist, wie sich der Ton des Filmes von sanft witzig über satirisch scharfzüngig hin zu tragisch ändern kann, wie das Gefühl von Ekel zu Sympathie und wieder zurück beim Zuschauer geweckt wird. Denn um ein bisschen Aufmerksamkeit oder Liebe zu bekommen, werden Grenzen überschritten, Tabus gebrochen. Das geht bisweilen sehr weit. Überraschung und Provokation gibt es zu Hauf in diesem grotesken Deutschland-Puzzle, das mit deutscher Geschichte, Gesellschaft und Befindlichkeit und Kultur spielt und sie kritisiert.

Der Film wurde mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Die Jury urteilt: Ein großartiges Debüt und ein schwarzhumoriges Porträt unserer Zeit - bitterböse und zutiefst menschlich. Dienstag, 14.1., 19.45 Uhr, 95 Minuten Laufzeit. Mehr unter www.kinobleicherode.de
Regina Englert
Autor: red

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