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Sa, 18:46 Uhr
04.01.2014

Dorfgeschichte und Klassentreffen

Am 25. April soll es wieder ein Klassentreffen geben. Wer einst die Dorfschule in Günzerode besuchte, ist herzlich eingeladen. In die Jahre gekommen sind die Ehemaligen. Erneut werden Erinnerungen aus alten Zeiten wach. Vorab ein Bericht von Kurt Frank...


Günzerode. Die Schulkinder von damals sind die 70-bis 80-jährigen Veteranen von heute. Erlaubt es die Gesundheit, wird auch Lehrer Gerhard Stolz
aus Kraja anreisen. Er ist der letzte seiner Zunft, die im Helme-Ort unterrichtete. Das war vor 64 Jahren. Mit dem Bau einer Freilichtbühne setzte er sich ein Denkmal. Mit Theateraufführungen, Auftritten der Laienspielgruppe, Musik und Volkstänzen belebte er als blutjunger Pädagoge sein Werk.

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Heute zählt Günzerode mit 221 weniger Einwohner als im Jahre 1840. Da waren es laut Chronik 288. Zur Schule gingen 26 Knaben und 31 Mädchen. Der kleine Ort hatte seinerzeit wohl noch fleißige Männer, war doch die Einwohnerzahl schon 21 Jahre später auf 340 angewachsen. Die Schule war zu klein geworden. Ihr hinterer Teil, der als Scheune diente, wurde umgebaut, der Klassenraum vergrößert. Bis 1969 erfolgte dort der Unterricht. Hildegard Feist war die letzte Lehrerin der dann nur noch bestehenden Zubringerschule für die Klassen 1 bis 3 des Dorfes.

1994 fühlten sich noch 262 Einwohner in Günzerode wohl. 55 Schüler besuchten in acht verschiedenen Schulen – Großwechsungen, Wipperdorf, Nordhausen, Bleicherode – die Klassen 1 bis 12. 14 Jahre später besagte die Statistik dies: 239 Einwohner, 18 Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren. Nur noch 17 Personen im schulfähigen Alter von 6 bis 16 Jahren wies die Statistik beim Klassentreffen vor zwei Jahren aus.

Dank der Umsiedler (154 Personen) war 1948 die Einwohnerzahl auf 480 angewachsen. Absoluter Rekord, der unerreichbar bleiben wird, in der Geschichte des Dorfes. 80 Mädchen und Jungen erwarben Wissen. Etappenweise. Klasse 1 bis 4 vormittags, Klasse 5 bis 8 am Nachmittag.

Viele junge Leute ziehen heute ein Leben in der Stadt vor. Einwohnerschwund ist die Folge. In vielen Orten des Südharzes. Er hat Gründe. Nicht nur für Günzerode. Konsum? Geschichte. Kindergarten? Dicht. Arztsprechstunde? Keine mehr – jetzt zehn Kilometer entfernt. Bleibt nur noch „Gute Nacht?“ Ein zu hartes Urteil. Der Ort hat eine Gaststätte mit großem Saal, auf dem der Karnevalsverein fleißig übt. Die Feuerwehr ist auch noch da. An Gesprächsstoff wird es am 25. April nicht mangeln. Bilder von gestern und heute werden die Runde machen.
Kurt Frank
Dieses Bild bot sich vor 200 Jahren an der Kreuzung nach Mauderode. Die Lindenbäume hoben sich markant ab. Später befand sich in dem modernisierten Haus die Gaststätte von Friederike Reinhardt. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Die gleiche Aufnahme in unseren Tagen. Heute ein schmuckes Wohnhaus. Ein Hinweisschild macht auf die Gaststätte „Am Hagen“ aufmerksam, die sich unweit auf einer kleinen Anhöhe befindet. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Die Kirche in Günzerode ist das älteste Gebäude des Dorfes. Einst hatte sie einen Turm. Das Glockengeläut war weithin zu hören. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Für einen neuen Turm reichte das Geld nicht. Ein Glockenstuhl wurde gebaut und das Geläut darin integriert. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Nur noch Geschichte ist die ehemalige Gaststätte „Zur Erholung“ mit den stattlichen Kastanienbäumen davor. Auf dem Saal  fanden Tanzveranstaltungen und Filmvorführungen statt. Gespanne fuhren vor. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Nichts erinnert mehr an längst vergangenen Zeiten. An gleicher Stelle fotografiert ergibt sich heute ein völlig anderes Motiv. Anstelle der Gaststätte steht ein hübsches Wohnhaus. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Ein eiserner Zaun und Bäume säumten einst das ehemalige Gutshaus. Pferdefuhrwerke finden sich heute keine mehr. Dem Dorfschmied ging die Arbeit nicht aus. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Das Gutshaus in unseren Tagen. Aus dem hinteren Stallgebäude wurden, derzeit  leer stehend, Wohnungen. Das Gutshaus davor ist jetzt nur noch ein einziger Schandfleck. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Verschwunden ist dieses kleine Häuschen an der Hauptstraße, in dem jahrzehntelang unter anderem Friederike Presse wohnte. (Foto: Kurt Frank/Archiv)
 Nach dem Abriss des Hauses mit Nebenobjekt erfolgte kein Lückenschluss. Im Gebäude unten befand sich die Konsum-Verkaufsstelle (Foto: Kurt Frank/Archiv)
Autor: red

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