Mi, 13:46 Uhr
25.04.2001
nnz-Betrachtung: Wen habe ich denn da gewählt?
Nordhausen (nnz). Wie entsteht ein städtischer Haushalt? Was ist ein Vermögens- und was ein Verwaltungshaushalt? Welche Einnahmen hat eine Kommune? Was sich hier liest wie die Ankündigung einer neuen Reihe in der Kreisvolkshochschule, das war gestern nach 20.00 Uhr bitterer Ernst im Nordhäuser Stadtrat. Mit Flipchart und Over-Head-Projektor vermittelte Kämmerin Karin Spieß den Anwesenden einen Hauch von haushalterischer Exotik und gebannt hörten die Räte zu.
Hier stellt sich für den Gast dieser Informationsveranstaltung die Frage, wer denn überhaupt wen in den Stadtrat gewählt hat? Mal ohne Spaß, da lenken und leiten einige Mitglieder des Stadtrates die Geschicke der Rolandstadt seit 1990. Da wurde mehr als zehn Haushalten zugestimmt oder diese wurden abgelehnt, je nach politischem Geschmack. Rund zwei Drittel der jetzigen Räte regiert seit 1994 diese Stadt - macht eine Erfahrung von sieben Haushalten. Und dann diese Veranstaltung! Bleibt doch die Frage, war dieser elementare Nachhilfeunterricht notwendig? Wenn ja, dann wurden die falschen Räte gewählt. Wenn nein, dann war der gestrige Abend eine Lehrvorführung in kollektiver Ahnungs- und Bedeutungslosigkeit.
Wer beschäftigt sich denn nun überhaupt mit dem Haushalt? Sind es je Fraktion wirklich nur die, die in den vordersten Reihen sitzen? Man kann ja einräumen, dass nicht jeder über alles Bescheid wissen muß, aber das Elementarste, das Haushaltsreglement, dass müssen die Gewählten doch draufhaben. Oder wissen da einige Stadträte bereits seit Jahren nicht, über was sie da abstimmen und schauen nur nach dem Verhalten der jeweiligen Fraktionsvorsitzenden? Diese Frage muß jeder sich selbst beantworten und seinem Gewissen. In letzter Instanz vielleicht auch seinem Wähler. Vielleicht sollte der Wähler ja auch öfter nachfragen und hinterfragen. Denn Fragen kostet nichts, nicht einmal in Nordhausen - nur ein wenig Zeit.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzHier stellt sich für den Gast dieser Informationsveranstaltung die Frage, wer denn überhaupt wen in den Stadtrat gewählt hat? Mal ohne Spaß, da lenken und leiten einige Mitglieder des Stadtrates die Geschicke der Rolandstadt seit 1990. Da wurde mehr als zehn Haushalten zugestimmt oder diese wurden abgelehnt, je nach politischem Geschmack. Rund zwei Drittel der jetzigen Räte regiert seit 1994 diese Stadt - macht eine Erfahrung von sieben Haushalten. Und dann diese Veranstaltung! Bleibt doch die Frage, war dieser elementare Nachhilfeunterricht notwendig? Wenn ja, dann wurden die falschen Räte gewählt. Wenn nein, dann war der gestrige Abend eine Lehrvorführung in kollektiver Ahnungs- und Bedeutungslosigkeit.
Wer beschäftigt sich denn nun überhaupt mit dem Haushalt? Sind es je Fraktion wirklich nur die, die in den vordersten Reihen sitzen? Man kann ja einräumen, dass nicht jeder über alles Bescheid wissen muß, aber das Elementarste, das Haushaltsreglement, dass müssen die Gewählten doch draufhaben. Oder wissen da einige Stadträte bereits seit Jahren nicht, über was sie da abstimmen und schauen nur nach dem Verhalten der jeweiligen Fraktionsvorsitzenden? Diese Frage muß jeder sich selbst beantworten und seinem Gewissen. In letzter Instanz vielleicht auch seinem Wähler. Vielleicht sollte der Wähler ja auch öfter nachfragen und hinterfragen. Denn Fragen kostet nichts, nicht einmal in Nordhausen - nur ein wenig Zeit.
Peter-Stefan Greiner


