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Di, 21:26 Uhr
19.11.2013

Wieder ein Jahrtausendhochwasser?

Diesmal nicht bei uns, aber in Sardinien nicht weit von uns entfernt. Dazu Anmerkungen von Bodo Schwarzberg im Forum der nnz...


Und wieder wird gelogen, was das Zeug hält, angesichts der fortgespülten Mütter, Kinder und Alten, wieder wird der Bevölkerung von der Politik suggeriert, das diese nationale italienische Tragödie absolut einmalig ist – zumindest für einen Zeitraum von tausend Jahren: ‚Schlimmer, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, da kann ich Euch beruhigen, wird es, trotz aller Dramatik der gegenwärtigen Stunden, niemals wieder kommen. So etwas existenziell Fürchterliches geschieht uns nur einmal in 1.000 Jahren‘, lautet der verfeinerte Gedanke, der hinter derartigen Worthülsen der Verantwortungsträger steckt.

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Es sind dieselben Worte, die auch unsere deutschen Politiker, aber ebenso viele Medien, gebrauchten, als 2002 Dresden und 2013 u.a. zahlreiche Ortschaften in Sachsen-Anhalt von einem Jahrtausendhochwasser überschwemmt wurden. - Obwohl jeder, der sich auch nur ein wenig mit der Entwicklung des von uns allen zu verantwortenden Klimawandels beschäftigt, erkennen muss, dass diese Ereignisse maximal Fußnoten im Vergleich zu jenen so genannten Naturkatastrophen sind, die uns und unseren Kindern ins Haus stehen werden.

Aber genau solche Lügen vom Jahrtausendhochwasser wollen die Menschen hören. Genauso wie kein Raucher hören will, dass er auf Grund seiner Sucht höchstwahrscheinlich ein qualvolles Sterben erleben wird, möchte die Bevölkerung nicht hören, dass sie um ihr Leib und Leben, vor allem aber um ihr Hab und Gut, bangen muss, weil die konsumgeile Menschheit das Klima vor die Hunde gehen lässt – in gerade einmal 250 Jahren.

An sich gehörten viele Politiker unserer Welt wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung, ja wegen Völkermords bestraft, weil sie die Gefahren, die uns drohen, wider besseren Wissens, also vorsätzlich verharmlosen, weil sie bezüglich der unabdingbaren, drastischen Emissionsminderung mit gespaltener Zunge sprechen, weil sie uns zum Konsumieren ermuntern und weil sie uns die damit verbundene, logischerweise in eine apokalyptische Sackgasse mündende Ressourcenverschleuderung als heilbringendes Wirtschaftswachstum verkaufen.

Am Ende dieser Argumentationskette aber stehen immer mehr Tote, fortgespülte Häuser, vernichtete Ernten und unglaubliche ökonomische Schäden, wie jetzt gerade wieder in Sardinien oder seit wenigen Tagen auf den Philippinen zu sehen ist. Dass die Stärke der jeweiligen Wetterkapriolen angesichts des Klimawandels zunimmt, ist mittlerweile unumstritten.

Vor diesem Hintergrund aber wünsche ich mir eine Bevölkerung, die nicht nur für höhere Löhne auf die Straße geht und unkritisch Kinder bekommt, sondern eine solche, die gegen Politiker demonstriert, weil diese den Klimawandel verharmlosen und mit ihrer Wirtschaftsfreundlichkeit die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzen. Eine linke Landrätin, die uns eigentlich Vorbild sein sollte, aber einem 250 PS-BMW nicht widerstehen kann, ist für mich ein Sinnbild des Politikers, den wir nicht brauchen, um unsere Zukunftsprobleme zu lösen.

Wachen die Menschen nicht endlich auf, werden sie und ihre Kinder einen hohen Preis dafür zahlen müssen. „Letztlich geht es ums Überleben“, sagte der Friedensnobelpreisträger und ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan im Vorfeld der gegenwärtig im Warschau tagenden Weltklimakonferenz. Aber wer schon hat verstanden, was er damit meint?
Bodo Schwarzberg

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Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Chefkoch
19.11.2013, 22:48 Uhr
Mein Gott, Herr Schwarzberg!
Manche hier auf den Kommentarseiten sehen in Ihnen einen notorischen Selbstdarsteller und unterstellen Ihnen damit gleichzeitig auch Heuchlertum. Andere meinen, Sie seien schlicht ein bislang noch harmloser Radikalinski, der die Leute mit seiner Schwarzmalerei nervt.

Nun, mich gehen die mentalen und psychischen Beweggründe Ihrer Weltverbitterung über alle und jeden nichts an. Ich halte Sie eher für jemanden, der integer seine ehrliche Meinung äußert. Diese achte ich, aber ich teile sie nicht und halte sie für kreuzgefährlich. Ihre Gesinnungsethik teilt die Menschheit in die Guten, also die Seite, auf der selbstverständlich Sie stehen, und alle anderen ein. Und diese Bösen wollen aus Habsucht, Dummheit oder Phlegma einfach nicht Ihrem Kassandraruf zur Umkehr folgen.

Zu den Bösen gehören selbstverständlich auch die Politiker, meine Chefin mit ihrem weißen 250 PS Schlitten inklusive. Eine etwas banale, um nicht zu sagen infantile Weltsicht, meinen Sie nicht auch?

Es gab in Bezug auf die ebenfalls gesinnungsethischen Marxisten früher mal einen bösen Witz: Was ist der Unterschied zwischen Marx und Murks? – Das eine ist die Theorie, das andere die Praxis! In einer moderneren Fassung bezeichnet der junge Theologe Sebastian Moll in seinem Buch der Öko-Irrtümer: „Du sollst nicht atmen“ dieses Gutmenschentum folgendermaßen: “Gutmenschen sind, frei nach Goethe, ein Teil von jener Brut, die stets das Gute denkt und nie das Gute tut. Ihnen liegt es nur daran, ihre reine Gesinnung zu wahren, für die Konsequenzen interessieren sie sich nicht.”

Klaus-Uwe Koch
ein Liberaler aus Nordhausen
Wolfi65
20.11.2013, 10:54 Uhr
Ja und jetzt?
Was soll jetzt der kleine Mann machen?
Etwa im Winter die Heizung ausschalten und in der kalten Wohnung sitzen?
Oder auf den privaten Autoverkehr verzichten um seinen Job und seine Existens zu verlieren?
Jetzt bekomme ich sicherlich die Antwort, dass es sich nur um eine Reduzierung und oder den verantwortungsvollen Umgang mit Energie handelt.

Antwort:Der kleine Mann kann im Moment nur verantwortungsvoll mit Energie umgehen, da diese immer teurer und somit kostbarer wird.

Es kann nicht sein, dass eine Industrienation wie Deutschland sich den ganzen Tag anhören muss, wie schlecht man doch mit der Umwelt umgeht, damit die Menschen auf der ganzen Welt mit hochwertigen Erzeugnissen,(auch Medizinischen) und somit auch für Menschen wichtigen, versorgt werden können.
Mit Wassermühlen konnte man vor hundert Jahren schon Eisen schmieden.
Bleibt nur die Frage, ob das für eine Instrienation wie Deutschland, dann noch zum Exportweltmeister reichen wird.

Verzicht auf alles, was der Umwelt schadet. Man hätte dann im Nachhinein wenigstens eine grüne Weste und könnte mit dem Faustkeil durch den Teuteburger Wald rennen. Vielleicht hben dann aber die Römer ein neues Patentrezept und bringen die grüne Lösung mit aus dem Römischen Reich?

MFG Wolfgang Meyer
Franz100
20.11.2013, 21:05 Uhr
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