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Di, 06:48 Uhr
19.11.2013

Tobis Tagebuch: Letzter Eintrag

Seit August 2012 ist der junge Tobias Köcher zu Gast in den USA. Ein Jahr lang absolviert der Nordhäuser ein College. Für die nnz schreibt er ein Tagebuch. Heute schreibt der junge Mann das erste und letzte Mal nicht aus den "Staaten"...


Nun bin ich also seit fast vier Monaten wieder hier und habe mich auch gut wieder eingelebt. Vor kurzem traf ich mich mit Herrn Greiner und wir redeten etwas über mein Jahr in den Staaten. Wir redeten über Eindrücke und Erlebnisse und eben auch, wie es denn ist so nach einem ganzen Jahr einfach so wieder „hier“ zu sein.

In meinem letzten „Tagebucheintrag“ möchte ich also kurz über meine erste Zeit nach meiner Wiederkehr schreiben und versuchen zu beschreiben, wie es so ist meine Heimat mit anderen (vielleicht etwas „amerikanisierten“) Augen zu sehen.

An kunft am Frankfurter Flughafen (Foto: R. Köcher) An kunft am Frankfurter Flughafen (Foto: R. Köcher)
Ankunft in Frankfurt

Es ging schon am Frankfurter Flughafen los. Alles war auf einmal auf DEUTSCH! Unfassbar, ich weiß. Aber mal im Ernst, es war richtig seltsam: Die Leute sprechen zu hören, Beschilderungen und Schriftzüge zu lesen. In Amerika war es so, dass ich mich über jeden VW Golf freute, den ich sah. Bei jeder Haribo-Packung, jedem Nutella-Glas, allgemein von allem was nur ansatzweise deutsch war, war ich begeistert. Die ersten Wochen in Deutschland war also jeder Einkauf für mich ein Erlebnis.

Natürlich hatte ich auch das deutsche Essen vermisst. Angefangen vom Brötchen bis hin zum Zwieback. Meine Favoriten in der Anfangszeit: Thüringer Rostbratwurst, Gulasch mit Klößen und natürlich der Döner-Kebab. Außerdem war auf einmal alles so klein. Dort war eine 2-Liter-Maschine fast schon ein Kleinwagen, die Portionen waren beim Essen doppelt so groß und Getränke wurden dort erst gar nicht unter einem halben Liter verkauft.

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Auch ganz anders: das Empfinden von Entfernungen. Dort waren 4-5 Stunden Fahrt ein ganz normaler Tagestrip und um Verwandte zu besuchen fährt man dann eben mal 16 Stunden. Ich habe oft den Spruch gehört: „Na Amerikaner, kannst du wieder deutsch sprechen?“. Um ehrlich zu sein, war das anfangs gar nicht so einfach, fast schon anstrengend. Ich hatte mich an die einfache Englische Grammatik und Wortwahl gewöhnt. Wenn ich heute englische Musik höre, geht es mir jetzt noch so, dass mein Gehirn oft auf „Englisch“ wechseln will.

Es gab natürlich noch andere Dinge, an die ich mich gewöhnen musste:
  • die mehr als doppelt so teuren Benzinpreise
  • die scheinbar eeewigen Wartezeiten beim Arzt (dort wartet man nicht, man bezahlt eben um die 150 Euro pro Besuch
  • die Türen hinter mir zu schließen (ob Bad, Büro, Schlaf- oder Wohnzimmer – die Tür blieb dort fast immer offen
  • die Feierlaune hier in Deutschland (dort ist oft spätestens um 01:00-02:00 Uhr Schluss)
  • usw.…
Besonders positiv überrascht hat mich meine neue Wahrnehmung von Deutschland. Natürlich ist Amerika ein großartiges Land mit tollen Menschen, atemberaubender Landschaft und einer vielfältigen Kultur. Aber genau das ist Deutschland auch! Wir nehmen es nur nicht so wahr und vergessen oft was wir an unserer Heimat haben. Es ist einfach toll, wieder zu Hause zu sein und dennoch alles mit neuen Augen zu sehen.

Somit schließt sich also mein Tagebuch und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken die mich das ganze Jahr unterstützt haben. Mein besonderer Dank geht an den Deutschen Bundestag, die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit und insbesondere Bundestagsabgeordneten Manfred Grund.

Außerdem möchte ich mich bei Ihnen, den Lesern der nnz, und Herrn Greiner für das große Interesse bedanken.
C ya!
Tobias Köcher

PS.: Wer weiteres Interesse bzw. Fragen zu meinem Jahr in den USA hat, Reisetipps braucht oder auch ein solches Programm absolvieren will, kann sich über das nnz-Kontaktformular bei mir melden. T.K.
Autor: red

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