Do, 15:07 Uhr
14.11.2013
Wer ist der geheimnisvolle Dr. X?
Das Gebäude ist über 100 Jahre alt. Ein ehemaliges landwirtschaftliches Objekt muss es gewesen sein. Vielleicht eine Scheune. Jahrelang stand es leer und gammelte vor sich hin. Dann kamen die Handwerker, setzten ein komplett neues Dach auf, brachten neue Dachrinnen und Fallrohre an. Zudem wurde das weitläufige Gelände ringsum mit einem Metallzaun versehen. Geschätzte Investition: Über 100.000 Euro. Wer ist der Bauherr? Kurt Frank wollte es herausfinden...
1912 erbaut, stand dieses ehemalige landwirtschaftliche Objekt viele Jahre lang leer. Ein Arzt, so heißt es, will es mit Leben erfüllen. Lobenswert. nnz wollte darüber berichten. Doch der Bauherr scheint wie vom Erdboden verschwunden.
Die Neugier war geweckt. Auch bei nnz-Lesern, die uns von ihren Beobachtungen berichteten. Ein Kleingärtner, der dort seine Parzelle hat, traf zufällig den Investor und sprach mit ihm. Der, hörte er, sei Arzt und am Südharzklinikum tätig. Er habe mit dem Bauwerk Großes vor. Mit ihm zu sprechen, dachte man, sei kein Problem. Es wurde eine Odyssee, die kein Ende fand.
Ja, Dr. X (Name ist der Redaktion bekannt) ist bei uns beschäftigt, meinte die Dame in der Zentrale. Sie wollen ihn sprechen. Moment, ich verbinde direkt. Dann die Auskunft, der Arzt melde sich nicht. Ich verbinde in seine Abteilung, tröstete die Frau. Dort meldete sich eine Schwester. Die wollte wissen, was man denn von Herrn Doktor wissen möchte. Das wolle man ihm selber sagen. Der Doktor sei nicht zu sprechen, außerdem wohl nur noch bis Jahresende im Haus tätig. Außerdem unterliege alles datenschutzrechtlichen Belangen. Wenden sie sich an die Personalabteilung.
Ein erneuter Versuch, den Mann direkt auf eine uns genannten Nummer im Hause zu erreichen, landete stets bei einer Schwester. Die nannte es eine miese Masche, erfahren zu wollen, wie der Herr Doktor zu erreichen sei. Auch in der Personalabteilung und im Vorzimmer der Geschäftsleitung erfuhr man von einer sehr netten Frau, man könne aus Gründen des Datenschutzes keine Auskunft geben, wie der Herr X eventuell auch privat zu sprechen sei. Der Kugelschreiber war aus Verzweiflung schon aus der Hand gelegt, da meldete sich Bettina Stäter, die Datenschutzbeauftragte des Klinikums, mit einer E-Mail.
Ein Lichtblick. Es bestehe die Möglichkeit, das Anliegen durch uns an Herrn Dr… weiterzuleiten… Erbeten wurde eine schriftliche Anfrage. Die erfolgte per E-Mail am 17. Oktober. Wochen vergingen. Es kam die Lange Nacht der Wissenschaften und zu einem Gespräch mit Geschäftsführer Guido Hage in dieser Angelegenheit Sie wissen, der Datenschutz, bedauerte er. Ein junger Mitarbeiter, der neben ihm stand, bemerkte, er habe erst vor wenigen Tagen mit dem Arzt gesprochen und ihn auf das schriftliche vorliegende Anliegen der nnz aufmerksam gemacht. Weder "Muh noch Mäh" habe der gesagt.
Ein viele Jahre lang leer stehendes Objekt, Wind und Wetter ausgesetzt, mit Leben zu erfüllen, ist lobenswert. Wer aber ist der geheimnisvolle Mensch, der das vorhat? Wenn er darüber nicht sprechen möchte, ist das sein gutes Recht. Wer aber nicht den Mut hat, auf eine angeforderte schriftliche Anfrage und auch nach mehrmaligen Hinweisen aus dem Klinikum selbst, nicht reagiert. Es darf also weiter gerätselt werden: Sollen es Wohnungen werden für die Familie des Doktors? Oder ein Wohnobjekt für mehrere Familien? Oder gar ein sportliches Zentrum?
Vielleicht wird der Herr X. den Beitrag lesen und Mut zu einem Gespräch finden. Wir bleiben gesprächsbereit.
Kurt Frank
Autor: red1912 erbaut, stand dieses ehemalige landwirtschaftliche Objekt viele Jahre lang leer. Ein Arzt, so heißt es, will es mit Leben erfüllen. Lobenswert. nnz wollte darüber berichten. Doch der Bauherr scheint wie vom Erdboden verschwunden.
Die Neugier war geweckt. Auch bei nnz-Lesern, die uns von ihren Beobachtungen berichteten. Ein Kleingärtner, der dort seine Parzelle hat, traf zufällig den Investor und sprach mit ihm. Der, hörte er, sei Arzt und am Südharzklinikum tätig. Er habe mit dem Bauwerk Großes vor. Mit ihm zu sprechen, dachte man, sei kein Problem. Es wurde eine Odyssee, die kein Ende fand.
Ja, Dr. X (Name ist der Redaktion bekannt) ist bei uns beschäftigt, meinte die Dame in der Zentrale. Sie wollen ihn sprechen. Moment, ich verbinde direkt. Dann die Auskunft, der Arzt melde sich nicht. Ich verbinde in seine Abteilung, tröstete die Frau. Dort meldete sich eine Schwester. Die wollte wissen, was man denn von Herrn Doktor wissen möchte. Das wolle man ihm selber sagen. Der Doktor sei nicht zu sprechen, außerdem wohl nur noch bis Jahresende im Haus tätig. Außerdem unterliege alles datenschutzrechtlichen Belangen. Wenden sie sich an die Personalabteilung.
Ein erneuter Versuch, den Mann direkt auf eine uns genannten Nummer im Hause zu erreichen, landete stets bei einer Schwester. Die nannte es eine miese Masche, erfahren zu wollen, wie der Herr Doktor zu erreichen sei. Auch in der Personalabteilung und im Vorzimmer der Geschäftsleitung erfuhr man von einer sehr netten Frau, man könne aus Gründen des Datenschutzes keine Auskunft geben, wie der Herr X eventuell auch privat zu sprechen sei. Der Kugelschreiber war aus Verzweiflung schon aus der Hand gelegt, da meldete sich Bettina Stäter, die Datenschutzbeauftragte des Klinikums, mit einer E-Mail.
Ein Lichtblick. Es bestehe die Möglichkeit, das Anliegen durch uns an Herrn Dr… weiterzuleiten… Erbeten wurde eine schriftliche Anfrage. Die erfolgte per E-Mail am 17. Oktober. Wochen vergingen. Es kam die Lange Nacht der Wissenschaften und zu einem Gespräch mit Geschäftsführer Guido Hage in dieser Angelegenheit Sie wissen, der Datenschutz, bedauerte er. Ein junger Mitarbeiter, der neben ihm stand, bemerkte, er habe erst vor wenigen Tagen mit dem Arzt gesprochen und ihn auf das schriftliche vorliegende Anliegen der nnz aufmerksam gemacht. Weder "Muh noch Mäh" habe der gesagt.
Ein viele Jahre lang leer stehendes Objekt, Wind und Wetter ausgesetzt, mit Leben zu erfüllen, ist lobenswert. Wer aber ist der geheimnisvolle Mensch, der das vorhat? Wenn er darüber nicht sprechen möchte, ist das sein gutes Recht. Wer aber nicht den Mut hat, auf eine angeforderte schriftliche Anfrage und auch nach mehrmaligen Hinweisen aus dem Klinikum selbst, nicht reagiert. Es darf also weiter gerätselt werden: Sollen es Wohnungen werden für die Familie des Doktors? Oder ein Wohnobjekt für mehrere Familien? Oder gar ein sportliches Zentrum?
Vielleicht wird der Herr X. den Beitrag lesen und Mut zu einem Gespräch finden. Wir bleiben gesprächsbereit.
Kurt Frank


