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Mi, 14:23 Uhr
16.10.2013

Stadtrats-Nachlese: Verwiesen

Insgesamt fünf Anträge und eine Petition haben die Stadträte in ihrer gestrigen Sitzung an die zuständigen Ämter und Ausschüsse zur weiteren Beratung verwiesen. Hier die Anträge im Einzelnen...


Die SPD-Stadtratsmitglieder Hans-Georg Müller und Manfred Breitrück beantragten die Aufhebung der Beschlüsse zur Namensgebung der KulturBibliothek und gleichzeitig die Namensfindung auf Basis einer Bürgerbefragung zu organisieren. Der Antrag wurde in die zuständigen Ausschüsse verweisen.

Müller sagte, dass es um die Namensgebung eine „anstrengende Kontroverse“ gegeben habe. Er könne die kritische Frage nachvollziehen, warum man einen demokratischen Beschluss des Stadtrats nun kassieren wolle. „Aber wir wollen lediglich, dass der Stadtrat die getroffene Entscheidung noch mal überdenkt. Das halte ich auch für legitim. Und: Wir wollen kein materiell beschlossenes Recht in Frage stellen, sondern lediglich eine Namensgebung“, so Hans-Georg Müller.

Der beschlossene Name „Bürgerhaus“ lasse Weltoffenheit vermissen und werde dem kulturellen Anspruch des Bau-Ensembles nicht gerecht. „Vielleicht finden wir was Besseres. Lasst uns das Ergebnis offen diskutieren“, so Müller. „Vielleicht wird es ja auch `Kulturbibliothek´, dieser Name ist auch nicht schlecht.“

CDU-Stadtrat Steffen Iffland sagte, er habe die Stimme der Petenten und der Namens-Kritikerin vermisst, „als wir uns drei Monate in den Ausschüssen um die Namensgebung gequält haben. Und nun, wenn alles beschlossen ist, soll der Prozess noch mal gestartet werden?“ Das sei nicht fair. Man habe sich auch darauf geeinigt, dass der Platz an der Bibliothek den Namen „Nikolai“ bekomme, man wollte auch den „Rudolf Hagelstange“ für die Bibliothek aufrecht erhalten und es sei auch vorgesehen gewesen, die Bezeichnung „In den Krämern“ wieder zu beleben.

FDP-Stadtrat Martin Höfer verwies auf die einstimmige Beschlussfassung zum Prozedere der Namensfindung und warnte davor, immer wieder Stadtratsbeschlüsse zu revidieren. „Das haben wir beim Autohof bereits so gemacht.“ Rainer Bachmann sagte, der Name „Bürgerhaus“ sei ein Kompromiss gewesen „und es war kein fauler“. In der Öffentlichkeit sei das Bild vermittelt worden, dass die Stadträte „dumm sind“. Wichtig sei, dass die Bibliothek zu Ende finanziert werden könne, und dass wir Geld übrig haben, um Bücher anzuschaffen.“

SPD-Fraktionschef Andreas Wieninger meinte, „es hat einen Sturm unter der Bevölkerung gegeben wegen des Namens, auch, wenn es nur ein kleiner war. Dem sollte man Rechnung tragen.“

SPD-Stadtrat Reiner Schuhmann stellte drei Anträge. Zum einen möchte er die Installierung von acht Straßenlaternen am Van-der-Foehr-Damm im Bereich Garagenkomplex und Fußgängerübergang zur Dietrich-Bonhoeffer-Straße beantragen. In einem zweiten Antrag bittet er um Überprüfung durch die Stadtverwaltung und den Wohnungsbauunternehmen SWG und WBG, ob an den Stellen der Müllentsorgung in den Wohngebieten, die Anbringung von Hundeklappen zur Hundekotbeseitigung möglich ist. Drittens beantragt er die Begradigung der Einfahrt zur Wilhelm-Raabe-Straße. Im Bereich Bochumer Straße zum Aldi-Markt sei die Absenkung durch eine noch vorhandene Bordsteinkante nicht gegeben, so dass die Abbieger durch starkes Abbremsen Stau verursachen.

Die SPD-Stadtratsfraktion beantragte, in der Stadtverwaltung eine zentrale Koordinierungsstelle beziehungsweise einen Beauftragten als Anlaufstelle zur Unterstützung der in der Stadt Nordhausen tätigen Fördervereine einzurichten.

Eine Petition zur Aufhebung der Beschlüsse zur Namensgebung der KulturBibliothek reichten auch die Nordhäuser Bürgerinnen und Bürger ein, mit der Bitte die Namensgebung neu zu überdenken. Der Name „Bürgerhaus“ spiegele in keiner Weise die Bedeutung des Gebäudes wider und berge Gefahr, der Stadt Nordhausen in der Öffentlichkeit nachhaltig Schaden zuzufügen, heißt es in der Petition.

Vorläufig zurückgestellt, weil im Hauptausschuss noch nicht abschließend beraten, wurde der Antrag der CDU-Fraktion, die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren zu unterstützen, in dem man ihnen Tarifermäßigungen einräume zum Beispiel im Badehaus, im Theater oder den Museen. „Die Kameraden versehen mit großem Engagement und zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohner ein wichtiges Ehrenamt. Dabei stellen sie oft persönliche Interessen zurück“, heißt es im Antrag.
Autor: red

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Kommentare
lumpi22
16.10.2013, 15:00 Uhr
Das wurde so nicht vermittelt!
Es stimmt nicht, dass es in der Öffentlichkeit so vermittelt wurde, dass die Stadträte "dumm" wären Herr Bachmann! Nein, es kann zwar sein, dass es bei einigen so auch ankommt, aber hier geht es doch wohl immer noch um die Bürger dieser Stadt, die vorher durch Aufforderung sich an der Namensfindung beteilgt hatten und mit großer Mehrheit das "Nicolaiforum" favorisiert wurde!

Das wurde bei der Namensfindung durch die entsprechende Kommission leider nicht berücksichtigt! Wozu werden die Bürger erst gefragt, wenn die Stadträte dann doch ganz anders entscheiden? Der Bürgerwille zählt bei Ihnen ja nicht und deshalb kommt man dann zu dem Entschluß bzw. der Auffassung, dass die Politiker der Stadt Nordhausen dumm sind. Sorry, schon mit der Auffassung dieser nicht festgestellten Tatsache aber, werde ich Ihnen nun nicht mehr widersprechen, denn dann ist ja doch viel Wahrheit drin!
I.H.
16.10.2013, 16:28 Uhr
Ob das der Bischöfin der Kirchenprovinz NDH gefällt?
Die Kreuzritter Müller und Breitrück wollen also aus der muffigen Provinz Nordhausen ein weltoffenes Zentrum für Pilger machen indem sie das "Bau-Ensembles" (welch großartige Worte) nach dem Nikolaus benennen.

Aber wie man hört und liest, könnte das "Bau-Ensembles" auch Kulturbibliothek heißen. Na, na, na. Wenn das mal keine Blasphemie ist?! Ob solche ketzerischen Worte der Bischöfin gefallen?

Ich fürchte, in der SPD ist dringend mal eine Säkularisierung fällig.
DoctorS
16.10.2013, 18:47 Uhr
Gefällt mir gut,...
was Statler Waldorf vermeldet! Und wenn wir schon so protzig von einem "Bau-Ensemble" sprechen, dann hätte ich auch gleich noch zwei Vorschläge, welche für Weltoffenheit stehen, aber leider für unsere Provinz geringfügig übertrieben sein fürften:

Wie wäre es mit "ICC Nordhausen"? Und für Suse zugleich die Erläuterung: ICC steht für International Convention Center oder auch International Congress Center ... die Übersetzung erspare ich mir jetz ;-)

Mit einem solchen Namen würden wir gleichziehen mit einer bedeutenen Stadt wie Berlin. Messen wir uns mit den Großen. Das machen wir ja bereits mit der Aufnahme von Krediten und den Vergleichen mit Haushalten und deren Defizite!
othello
16.10.2013, 19:29 Uhr
Danke Doc.u.Waldorf
DoctorS@ und Statler Waldorf@ ! Ich dachte schon, ich bin hier ein einsamer Streiter in der NNZ.Danke für eure klugen Kommentare. Weiter so !
kfv-nordhausen.de
16.10.2013, 20:18 Uhr
Ihre Feuerwehr
Den Vorschlag, der CDU Fraktion zur Ermäßigung des Eintritts für Fw-Angehörige, nehmen wir sehr positiv auf! Ein Freiwilliger Feuerwehrmann/frau gibt mit seinem/ihrem Dienst am Nächsten oft sehr viel an Lebensqualität auf! Durch Dienste und Einsätze, leidet nur all zu oft das Privatleben. Die Führungskräfte haben zusätzlich noch, eine oft nicht mehr zu überschauende Flut an administrativen Tätigkeiten, zu bewältigen. Ein Problem, welches Manchen vor der Übernahme einer Funktion, innerhalb einer Feuerwehr, zurück weichen lässt. Da ist dieser Vorstoß genau das richtige Signal zur Anerkennung des Ehrenamtes Feuerwehr, das auch in anderen Kommunen unseres Landkreises Schule machen sollte und im Stadtrat hoffentlich eine Mehrheit findet!!!

gez. Thomas Evers
Vorsitzender
Kreisfeuerwehrverband-Nordhausen e.V.
Susanne Suse
16.10.2013, 21:11 Uhr
toller Vorschlag!
Das ist ein toller Vorschlag der CDU-Fraktion!! Endlich denkt mal jemand an die vielen Ehrenamtlichen in der Feuerwehr!! Die Diskussion hierüber ist wichtiger als diese blöde Diskussion über die Namen Bürgerhaus oder Nikolaiforum!!Hoffentlich begreifen die Stadträte endlich, dass dies eine künstlich konstruierte Diskussion von Rinke, Jendricke und Rose ist!! Stadträte, lasst Euch nicht beirren!!
Luftikus
16.10.2013, 22:22 Uhr
Obwohl sehr kurz, war es ein hitziger Stadtrat
Viele Themen wurden von der Liste des Stadtrates genommen und vertagt. Vermutlich mussten dann einige Stadträte die Energie ablassen.
Es war auch interessant, dass Stadträte, welche nach den Beschlüssen in der Öffentlichkeit ihre Nase in den Wind richten, tatsächlich in den besagten Ausschüssen nicht mitgearbeitet haben und auch bis zur Namensfindung keine gegenhaltige Meinung geäußert haben. Sowas soll´s ja geben.

Wenn man in das Pressearchiv schaut, hat die Stadt nie ein Votum zu einem Namen für die KuBiBo verlangt, sondern um Namensvorschläge. Ich persönlich hätte Widerspruch eingelegt, hätte der Ausschuss einen Namen bevorzugt der eine Unterschriftenliste als Anhang hatte. Das wäre ja unlauterer Wettbewerb. Da hätte ich für meinen Namen auch in der FH einige Unterschriften holen können.

Bürgerhaus war zwar nicht mein Favorit, aber man kann damit leben. Letztendlich gehe ich sowie ins Lesecafé oder in die Bibliothek.
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