Mi, 07:46 Uhr
09.10.2013
Stockhausens Platt (21)
nnz-Leser Horst-Dieter Stockhausen schreibt für sein Leben gern Gedichte. Am liebsten in Nordhäuser Platt. In seinen heutigen Versen widmet er sich mit einem älteren Gedicht einem witterungsbedingten Thema...
Autor: nnzDrochenschteijen
Waenn dr Herwestwind aewwer de Felder zieht,
su mannicher Blick nach owenne gieht
un Vater denkt, bie minner Ehre,
hiete kann es richtich waere.
Kingersch riefte freudich uus,
mie fahren inne Baerje ruus,
hiete will ich uch wos zeije,
mie loßen aennen Drochen schteije!
Uus Leisten, aewwer Krizz varleimet,
mett Bingeband rundum besäumet,
mett Packpapeer geschickt bespannt,
au aen Schwanz aes schunt zr Hand,
saelbst jebout, fer wenigk Gaeld,
su gett aes luus, uff´s Schtoppelfaeld.
do boellekten dr Vater aan:
Witte dos Dinges wohl laehe jeloße,
Drochenschteijen aes nur wos fer Große!
Sahts, dreht sich im un drickt jewandt
dr Frau dn Drochen in de Hand.
Su mutte dos Dinges faest jehole
sahte nun fer sinne Ohle.
He nimmt´n Schtrick un doltert luuß-
de Leine werd lang, de Schpannung gruß.
Gegh obb! so rieft dr Vater jetzt,
un haett sich vull in Traap jesetzt.
Dr Drochen haett sich nun erhowen
un schwebt ganz duse schrägk noch owen.
Dr Vater, in dr Hand dn Schtrick,
schaut uffen Drochen un zerick,
so sitte nich dn grußen Schteen,
dar plötzlich do fer sinnen Been
dn Lauf ganz hingerhaeltich hemmet,
su dass es aen ze Boden wemmet.
Un wie he uff dn Boden schmaucht,
werd dr Dumen noch verschtaucht.
De Kinger, sunst mett Ernst bie dr Sache,
wullen sich halb tot jelache.
Nä, knurrt dr Vater un reiwet dn Finger,
Drochenschteijen aes nischt fer Kinger!
Horst-Dieter Stockhausen
Waenn dr Herwestwind aewwer de Felder zieht,
su mannicher Blick nach owenne gieht
un Vater denkt, bie minner Ehre,
hiete kann es richtich waere.
Kingersch riefte freudich uus,
mie fahren inne Baerje ruus,
hiete will ich uch wos zeije,
mie loßen aennen Drochen schteije!
Uus Leisten, aewwer Krizz varleimet,
mett Bingeband rundum besäumet,
mett Packpapeer geschickt bespannt,
au aen Schwanz aes schunt zr Hand,
saelbst jebout, fer wenigk Gaeld,
su gett aes luus, uff´s Schtoppelfaeld.
do boellekten dr Vater aan:
Witte dos Dinges wohl laehe jeloße,
Drochenschteijen aes nur wos fer Große!
Sahts, dreht sich im un drickt jewandt
dr Frau dn Drochen in de Hand.
Su mutte dos Dinges faest jehole
sahte nun fer sinne Ohle.
He nimmt´n Schtrick un doltert luuß-
de Leine werd lang, de Schpannung gruß.
Gegh obb! so rieft dr Vater jetzt,
un haett sich vull in Traap jesetzt.
Dr Drochen haett sich nun erhowen
un schwebt ganz duse schrägk noch owen.
Dr Vater, in dr Hand dn Schtrick,
schaut uffen Drochen un zerick,
so sitte nich dn grußen Schteen,
dar plötzlich do fer sinnen Been
dn Lauf ganz hingerhaeltich hemmet,
su dass es aen ze Boden wemmet.
Un wie he uff dn Boden schmaucht,
werd dr Dumen noch verschtaucht.
De Kinger, sunst mett Ernst bie dr Sache,
wullen sich halb tot jelache.
Nä, knurrt dr Vater un reiwet dn Finger,
Drochenschteijen aes nischt fer Kinger!
Horst-Dieter Stockhausen

