Mi, 19:28 Uhr
25.09.2013
Ein Leben für die Mode
Sie ist die Älteste von sieben Kindern. Als 1961 die Berufswahl anstand, bestimmten die Eltern: Du wirst Schneiderin und nähst für deine Geschwister. Nie hätte sie gedacht, dass ihr dieser Beruf auf den Leib geschneidert sein würde. Den Eltern sei sie für ihre Berufswahl im Nachhinein dankbar. Heute führt Waltraud-Anna Hebestreit in Nordhausen ein Modegeschäft, das einen klangvollen Namen hat. Kurt Frank besuchte die tüchtige Unternehmerin...
Als am 1. Oktober 1973 die damals 25-Jährige ihr kleines, nur zehn Quadratmeter großes Zimmer in der Rothenburgstraße aufschloss, ahnte sie nicht, einmal eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit über die Grenzen des Südharzes hinaus zu werden. Es war der Beginn einer großartigen Karriere. Vielversprechend war schon der Auftakt, hatte ihr doch die kleine Zeitungsannonce bereits am Eröffnungstag 35 Kunden beschert..
Der berufliche Weg führte Waltraud Hebestreit auch in die Altstadt. Das Geschäft in der Barfüßerstraße, im Bild im Anproberaum aus dem Jahre 1980, bekam sie erstaunlich leicht. In so ein Nachtjackenviertel, bemerkte man so nebenbei, ziehe ja sonst niemand. Die Räumlichkeit richtete die Schneidermeisterin so gut es ging her. Sie bildete Lehrlinge aus. Meisterinnen gingen durch ihre Schule. Gern führte sie selbst elegante Kleidung (Bild) öffentlich vor. Als die Mauer fiel, musste etwas Neues her. Tochter Manuela hatte die Lehre als Maßschneiderin beendet. Manuelas Mode Mix mit Boutique-Ware öffnete. Mutter Hebestreit lernte Stoffhändler aus Osterode in Niedersachsen kennen, was den Einkauf im Stammhaus in Nordhorn ermöglichte. Aus dem Stoff fertigten geschickte Hände Blusen, Kleider, Jacken, Röcke. Mit dem Erlös ging es wieder nach Nordhorn.
Die Chefin fuhr zur Düsseldorfer-Modemesse. Mit Britta-Modellen und Kleidung aus eigener Werkstatt eröffnete die Unermüdliche am 11. November 1990 in der Töpferstraße. Mein Gespür für den Geschmack der Nordhäuser stimmte, ich fuchste mich geschäftlich in die Dinge ein, ist sie im Rückblick überzeugt. Es passte, wie sie heute sagt, zu ihrem Unternehmergeist, den handwerklichen Genen, der optimistischen Grundeinstellung, ihrem inneren Lächeln und zu ihrer Neigung, das Leben für die Menschen schöner zu machen,
Die Modefrau machte sich in Nordhausen auch im gesellschaftlichen Leben einen Namen. Zum Rolandsfest nahm sie einmal das Publikum auf eine Zeitreise durch die Nordhäuser Modewelt mit. Statt gecasteter Mannequins schickte die Unternehmerin waschechte Nordhäuser über die Gehege-Bühne. Historische Moden präsentierte sie zu Altstadtfesten (unser Bild). Die Hutmodenschau im Vorjahr im Park Hohenrode war ebenfalls ein Highlight und zog Hunderte Schaulustige an
Mit Tochter Manuela führt die heute 65-Jährige mit fünf Beschäftigten Mode Hebestreit an der Engelsburg/Ecke Kranichstraße. Die 180 Quadratmeter große Verkaufsfläche wurde aufgefrischt. Auch für besonders schöne Anlässe ist das Modegeschäft spezialisiert. Änderungen nimmt man an Ort und Stelle vor. Bei einer Tasse Kaffee für den Kunden.
Was Waltraud Lorenz ins Gästebuch schrieb, spricht der Kundschaft aus nah und fern aus dem Herzen: Unsere Meisterin Waltraud Hebestreit näht für uns manches schicke Kleid. Sie hat Fantasie und tolle Ideen, die man anderswo noch nicht gesehen. So kam es nicht von ungefähr, dass dem Modehaus Hebestreit in der Hochglanz-Zeitung Vogue – Herausgeber ist das Berliner Mode-Center – eine komplette Seite gewidmet wurde. Ihren Erfolg, hob Vogue hervor, sieht die rührige Geschäftsfrau auch darin, dass sie die Kunden, was diese schätzen, persönlich bedient, ihre Vorlieben und Abneigungen, auch gewisse Maße, kennt und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.
Heute hört sich das so an, als wäre alles wie Butter in der Sonne gelaufen. Es war ein Weg mit Höhen und Tiefen, der letztlich auf den Gipfel des Erfolgs führte. Einmal saß ich in einer vermeintlich aussichtslosen Lage heulend beim Steuerberater, erinnert sich die kreative Geschäftsfrau nur ungern. Ihr guter Ruf, Kundentreue und tragfähige Geschäftsbeziehungen halfen über eine schwere Zeit hinweg.
Das neue Einkaufszentrum nebenan, das im Frühjahr 2014 öffnet und Mode nicht ausspart, machen Mutter und Tochter nicht bange. Ihr Leitmotiv: Wer aufhört zu lernen, hat aufgehört, gut zu sein. Die beiden modebewussten Frauen sind voller kreativer Ideen. Für Alt und Jung, Frauen wie Männer soll Mode Hebestreit auch künftig eine gefragte Adresse bleiben.
Die Einladungen sind versandt. Das 40-jährige Jubiläum wird am 1. Oktober festlich begangen. Mit einer Großen Modenschau mit neuem Schwung. Für Elfriede März wird ein Ehrenplatz reserviert. Sie war am 1. Oktober 1973 Waltraut Hebestreits erste Kundin.
Waltraud-Anna Hebestreit in ihrem Geschäft an der Engelsburg in Nordhausen. Die Kunden finden hier ein umfangreiches Angebot an Damen- und Herrenmoden vor. Am 1. Oktober begeht sie ihr 40-jähriges Geschäftsjubiläum.
Kurt Frank
Autor: redAls am 1. Oktober 1973 die damals 25-Jährige ihr kleines, nur zehn Quadratmeter großes Zimmer in der Rothenburgstraße aufschloss, ahnte sie nicht, einmal eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit über die Grenzen des Südharzes hinaus zu werden. Es war der Beginn einer großartigen Karriere. Vielversprechend war schon der Auftakt, hatte ihr doch die kleine Zeitungsannonce bereits am Eröffnungstag 35 Kunden beschert..
Der berufliche Weg führte Waltraud Hebestreit auch in die Altstadt. Das Geschäft in der Barfüßerstraße, im Bild im Anproberaum aus dem Jahre 1980, bekam sie erstaunlich leicht. In so ein Nachtjackenviertel, bemerkte man so nebenbei, ziehe ja sonst niemand. Die Räumlichkeit richtete die Schneidermeisterin so gut es ging her. Sie bildete Lehrlinge aus. Meisterinnen gingen durch ihre Schule. Gern führte sie selbst elegante Kleidung (Bild) öffentlich vor. Als die Mauer fiel, musste etwas Neues her. Tochter Manuela hatte die Lehre als Maßschneiderin beendet. Manuelas Mode Mix mit Boutique-Ware öffnete. Mutter Hebestreit lernte Stoffhändler aus Osterode in Niedersachsen kennen, was den Einkauf im Stammhaus in Nordhorn ermöglichte. Aus dem Stoff fertigten geschickte Hände Blusen, Kleider, Jacken, Röcke. Mit dem Erlös ging es wieder nach Nordhorn.
Die Chefin fuhr zur Düsseldorfer-Modemesse. Mit Britta-Modellen und Kleidung aus eigener Werkstatt eröffnete die Unermüdliche am 11. November 1990 in der Töpferstraße. Mein Gespür für den Geschmack der Nordhäuser stimmte, ich fuchste mich geschäftlich in die Dinge ein, ist sie im Rückblick überzeugt. Es passte, wie sie heute sagt, zu ihrem Unternehmergeist, den handwerklichen Genen, der optimistischen Grundeinstellung, ihrem inneren Lächeln und zu ihrer Neigung, das Leben für die Menschen schöner zu machen,
Die Modefrau machte sich in Nordhausen auch im gesellschaftlichen Leben einen Namen. Zum Rolandsfest nahm sie einmal das Publikum auf eine Zeitreise durch die Nordhäuser Modewelt mit. Statt gecasteter Mannequins schickte die Unternehmerin waschechte Nordhäuser über die Gehege-Bühne. Historische Moden präsentierte sie zu Altstadtfesten (unser Bild). Die Hutmodenschau im Vorjahr im Park Hohenrode war ebenfalls ein Highlight und zog Hunderte Schaulustige an
Mit Tochter Manuela führt die heute 65-Jährige mit fünf Beschäftigten Mode Hebestreit an der Engelsburg/Ecke Kranichstraße. Die 180 Quadratmeter große Verkaufsfläche wurde aufgefrischt. Auch für besonders schöne Anlässe ist das Modegeschäft spezialisiert. Änderungen nimmt man an Ort und Stelle vor. Bei einer Tasse Kaffee für den Kunden.
Was Waltraud Lorenz ins Gästebuch schrieb, spricht der Kundschaft aus nah und fern aus dem Herzen: Unsere Meisterin Waltraud Hebestreit näht für uns manches schicke Kleid. Sie hat Fantasie und tolle Ideen, die man anderswo noch nicht gesehen. So kam es nicht von ungefähr, dass dem Modehaus Hebestreit in der Hochglanz-Zeitung Vogue – Herausgeber ist das Berliner Mode-Center – eine komplette Seite gewidmet wurde. Ihren Erfolg, hob Vogue hervor, sieht die rührige Geschäftsfrau auch darin, dass sie die Kunden, was diese schätzen, persönlich bedient, ihre Vorlieben und Abneigungen, auch gewisse Maße, kennt und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.
Heute hört sich das so an, als wäre alles wie Butter in der Sonne gelaufen. Es war ein Weg mit Höhen und Tiefen, der letztlich auf den Gipfel des Erfolgs führte. Einmal saß ich in einer vermeintlich aussichtslosen Lage heulend beim Steuerberater, erinnert sich die kreative Geschäftsfrau nur ungern. Ihr guter Ruf, Kundentreue und tragfähige Geschäftsbeziehungen halfen über eine schwere Zeit hinweg.
Das neue Einkaufszentrum nebenan, das im Frühjahr 2014 öffnet und Mode nicht ausspart, machen Mutter und Tochter nicht bange. Ihr Leitmotiv: Wer aufhört zu lernen, hat aufgehört, gut zu sein. Die beiden modebewussten Frauen sind voller kreativer Ideen. Für Alt und Jung, Frauen wie Männer soll Mode Hebestreit auch künftig eine gefragte Adresse bleiben.
Die Einladungen sind versandt. Das 40-jährige Jubiläum wird am 1. Oktober festlich begangen. Mit einer Großen Modenschau mit neuem Schwung. Für Elfriede März wird ein Ehrenplatz reserviert. Sie war am 1. Oktober 1973 Waltraut Hebestreits erste Kundin.
Waltraud-Anna Hebestreit in ihrem Geschäft an der Engelsburg in Nordhausen. Die Kunden finden hier ein umfangreiches Angebot an Damen- und Herrenmoden vor. Am 1. Oktober begeht sie ihr 40-jähriges Geschäftsjubiläum.
Kurt Frank





