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Mi, 15:58 Uhr
25.09.2013

nnz-Betrachtung: Nachhaltiger Schaden

Von heute an nun macht sich ein Orkan des Bürgerwillens auf und soll den Stadträten und vor allem dem Oberbürgermeister steif ins Gesicht pusten. Dazu einige Anmerkungen...


Gewiss, und das habe ich auch oft so geschrieben - Bürgerhaus ist ein wenig zu simpel. Doch warum nicht das Simple, wenn es treffend ist? Bürgerhäuser, also Häuser für die Bürger, die gibt es zum Beispiel in Kalk, in Eisenach, in Pullach oder Ingolstadt. Diese Bürgerhäuser sind auf der ersten Google-Ergebnisseite zu finden, wenn man "Bürgerhaus" als Suchbegriff eingibt.

Aber hier - in Nordhausen - dem vermeintlich kulturellen Zentrum des Universums - reicht das nicht. Hier muss ein Forum her. Nicolai-Forum. Es ist genau der Name, den eine einstige Oberbürgermeisterin - dann schon außer Dienstes - als gesetzt bezeichnet hatte. So wie sie alle Namen bestimmt hatte. Badehaus oder Regenbogenhaus zum Beispiel.

Da steht in dieser Wind machenden Petition geschrieben: "Dieser Name spiegelt in keiner Weise die Bedeutung des Gebäudes wider und birgt die Gefahr, der Stadt Nordhausen in der Öffentlichkeit nachhaltig Schaden zuzufügen." Aha, mit dem Bürgerhaus wird Nordhausen als kultureller Mittelpunkt des Universums an den galaktischen Rand katapultiert. Und alle Bürger dieser Stadt müssen heulen, sind in ihrem Selbstbewußtsein am Nullpunkt angelangt, haben jetzt nachhaltig Schaden genommen? Geht's eigentlich noch?

Gucken wir aber mal in das Innere des Gebäudes: Da finden wir eine Tiefgarage für die Mitarbeiter des Rathauses, da finden wir einen top-modernen Sitzungssaal des Stadtrates, der auch in einen Raum für 150 Personen umfunktioniert werden kann. Da finden wir eine Bibliothek mit den gleichen Büchern und Medien wie in der Nebelung-Straße. Für grandiose Neuanschaffungen wird es kaum Geld geben, da der doppische Haushalt der Stadt neben den läppischen 15 Millionen Euro als Baukosten und den geheimen jährlichen Betriebs- inklusive Personalkosten zusätzlich noch mit knapp 200.000 Euro pro Jahr an Abschreibungen belastet wird. Abschreibungen, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen.

Ach, ja: Die Himmelgarten-Bibliothek! Deren Schicksal ist besiegelt, die sollte nie in die KuBiBo einziehen, das wissen wir alle, seit die nnz diesen Schwindel aufgedeckt hat.

Das alles - Tiefgarage, Bibliothek und ein etwas größerer Raum - ist ummantelt von einer Investition, die uns allen schon jetzt mehr als 15 Millionen Euro kosten wird - kein Ende in Sicht. Und das soll ein Forum werden? Fragt sich nur, wo und wer soll das bevölkern? Vermutlich die Vertreter der Bildungsbürgerschaft, die tagtäglich auf dem Forum sitzen und genüsslich ihren Cappuccino schlürfen. In der Hand selbstverständlich ein Buch.

Eine buchhalterische Notiz übrigens zum Ende: Die KuBiBo muss in der Doppik über 80 Jahre abgeschrieben werden. Viel Spaß also den kommenden Generationen mit jährlich 200.000 Euro an finanzieller zusätzlicher Belastung. Bleibt dann die Frage, wer in 20, 30, 40 oder 50 Jahren noch Bücher aus einer Bibliothek braucht...
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
l.l.
25.09.2013, 16:18 Uhr
Zusammengesetztes Substantiv
Super, wie manche an andere Zeiten erinnern wollen. Weimar bekam mal ein Gauforum und hier plädiert man für ein Nicolaiforum?
H.M
25.09.2013, 16:34 Uhr
Bürgerhaus ....
Den meisten Bürgern ist vielleicht sogar der Name des neuen Gebäudes zweitrangig. Viel mehr regt man sich über Baukosten und Dauer des Baues auf. Es ist schon ein schöner „Prunkpalast“ der dort hingestellt wurde….mit sicherlich vielen planerischen Fehlern. Ich glaube die Probleme dieses Gebäudes liegen nicht allein im Namen des Hauses. Aufregen kann man sich sicher viel mehr über die Kosten, über Gelder die die Stadt eigentlich gar nicht hat. Über Gelder die in vielen Bereichen momentan fehlen…..aber man hat einen "Bürgerpalast". allein das zählt :-)
Schnell
25.09.2013, 16:44 Uhr
Sind Sie verrückt, Herr Greiner ...,
... hier ganz frech mal nach Nachhaltigkeit zu fragen und das auch noch mit konkreten Kosten der Abschreibungen zu unterlegen? Nachhaltigkeit, für dieses Thema hat doch Frau Rinke die Exklusivrechte?!
Soll doch der böse,böse Dr. Zeh gucken, wo er die jährliche Abschreibungssumme auftreibt, wird sich die Ehrenoberbürgermeisterin in spe denken, wenn sie mit ihrer "Freundin" Tine Hartmann auf der Sonnenterrasse sitzt, beide ihre üppigen Beamtenpensionen in Espresso umsetzen.

Anschließend düsen sie zum Konzert nach Berlin oder Leipzig ab und lassen die leeren Bibliotheksregale hinter sich. Denn für die Anschaffung von Büchern und tatsächliche Kultur wird nämlich kein Geld mehr da sein. Aber wen juckt das schon?
punktum
25.09.2013, 18:09 Uhr
angst
irgendwie wird hier des öfteren Demokratie falsch verstanden. es gibt einen Stadtratsbeschluss zu diesem Namen. Hier hat der Stadtrat aus fünf Namensvorschlägen mehrheitlich, den mit den größtmöglichen Kompromiss ausgesucht. Der Großteil der Namensvorschläge wird da mit einbezogen. Wenn die zwei Stadträte und vielleicht noch Frau Hartmann meinen, mit einem neuen Antrag für ein neues Verfahren betreffend der Namensfindung punkten zu müssen,so können sie dies gerne als Antrag in die nächste Stadtratssitzung einbringen, aber eine Mehrheit wird sich nicht finden lassen. es ist also reiner Populismus... getreu nach dem Motto schaut her wir gehören auch zu den "nichtschönfindern". Aber ist es nicht schön, dass es nur solche Probleme zu geben scheint oder?
I.H.
25.09.2013, 19:01 Uhr
Blasphemie
Für diesen blashemischen Artikel werden Sie sich vor den an pro vita neu aufgestellten Truppen der Nikolaushaus-Bessermenschen verantworten müssen, Herr Greiner. Da die Himmelgarten-BiBo nicht kommt hat man jetzt bestimmt noch Platz für ein paar Kerker. In Ihrer Haut möchte ich nicht stecken.
othello
25.09.2013, 19:07 Uhr
nein zur Manipulation
Sehr gut, Herr Greiner. Sie haben genau die Probleme angesprochen, die in Zukunft auf die Stadt Nordhausen zukommen. Bezüglich des Inhalts der Petition kann ich ihnen nur zustimmen. Der Inhalt der Petition zeigt nur, wie abgehoben diese Personengruppe sich fühlt. Sie haben ein überhöhtes Selbstbewusstsein und können sich nicht mit einer Niederlage abfinden. Ich hoffe nur, dass nicht zu viele Bürger auf die ganze Aktion hereinfallen und sich nicht manipulieren lassen, auch wenn ihnen der Name „Bürgerhaus“ nicht gefällt.
Nörgler
25.09.2013, 19:21 Uhr
Schauspiel
Man muss schon Fragen, wie lange soll das Schauspiel noch gehen? Aber wahrscheinlich so lange, bis der Name Nicolai Forum endlich durchgesetzt ist. Es scheint, dass man es nicht mit Erwachsenen Menschen zu tun hat, sondern mit Kindern, die solange quengeln, bis sie ihren Willen bekommen haben. Ein trauriges Schauspiel!
Roland82
25.09.2013, 21:09 Uhr
Richtig so!
Herr Greiner, selten konnte ich mich einer "Betrachtung" von Ihnen so anschließen wie heute!! Es ist richtig, man kann über den Namen Bürgerhaus gern streiten! Aber hieraus so eine gezielte Kampagne zu machen ist unerträglich!! Hinter allem steht Frau Rinke, die ja nun wirklich allen Grund hätte sich hier zurückzuhalten!!

Schließlich ist sie für die Kostenexplosion bei dem Bau der Bibliothek und dem Debakel um die Himmelgartenbibliothek verantwortlich!! Jetzt lässt sie andere wie Marionetten agieren und diese Leute lassen sich missbrauchen!! Besonders enttäuscht bin ich über Herrn Rose, der dieses Spiel mitmacht!!
von hier
25.09.2013, 22:03 Uhr
schiffeversenken
das war so`n Spiel, als es noch keine PCs gab zum spielen, wenn ich den Artikel des verehrten Journalisten lese, dann kann ich nur eins dazu sagen, in Erinnerung an das alte Kinderspiel mit den Kreuzchen und Rechenkästchen "Treffer versenkt".

Irgend Jemand hat mal an dieser Stelle geschrieben die Nordhäuser finden eh für alles einen eigenen Namen ...Schafstall und so weiter... also warum so ne Aufregung.
Suse
26.09.2013, 00:27 Uhr
Amüsant
wie hier einige Kommentatoren für den Beschluss "Bürgerhaus" in die Presche springen!
Lasst doch einfach mal die Bürger ihre demokratischen Grundrechte wahrnehmen! Macht doch einfach auch eine Petition ,dass der Name " Bürgerhaus" gut gewählt ist ! Das ist doch Euer Recht! Ich bin schon auf die Kommentare von denk mal und Roland 82 gespannt und freue mich ,dass ich morgen zum Frühstück mal schön lachen kann!
Gute Nacht Nordhausen
98maschr
26.09.2013, 07:24 Uhr
Gleiches Recht und so?
Aber, aber Suse...wieso dürfen denn Ihrer Meinung nach besagte denk mal und Roland82 ihre Meinung hier nicht schreiben bzw. wenn sie es machen bevormunden sie andere nur damit? Sind das etwa keine Bürger mit demokratischen Rechten? Nur weil Ihnen deren Meinung nicht passt müssen Sie nicht versuchen diese ins lächerliche zu ziehen. Sowas nenn ich mal undemokratisch ;)

Meines Erachtens wird hier auch etwas aufgebauscht. Das soll nicht heißen, daß ich gegen Petitionen etc. bin, aber für so eine Lapalie? Dann lieber bei wirklich wichtigen Dingen...
Wolfi65
26.09.2013, 09:24 Uhr
Sehr bedauerlich
Wenn man einen Kredit aufnimmt, dann sollte dieser so gestaltet sein, das man diesen noch zu Lebzeiten abbezahlt und nicht die Folgegenerationen belastet.
Außerdem läuft wohl nach den verschiedenen Äußerungen hier in der NNZ die Kubibo Gefahr, eine Bibliothek ohne Bücher zu werden.
Also ganz modern im Bauhausstil.
Suuuuuper!
othello
26.09.2013, 13:19 Uhr
Othello f.Suse
Suse ! Lesen und die Inhalte verstehen ist wahrlich nicht ihr Ding. Keiner der Kommentare setzt sich vehement für den Namen „Bürgerhaus „ ein. Mancher findet diesen Namen nun mal gut oder aber auch nicht, so ist es bei Namensgebungen. Aber mit welcher Übertreibung auf diese Namensgebung reagiert wird ist der Stein des Anstoßes. Die Thüringer „Weltpresse „ hat sich auch heute wieder mit aller Macht in ihrem Manipulationswillen zu Wort gemeldet und wahrscheinlich könnte sie damit Erfolg haben.

Statt Gotteshaus wird es eben eine Gottesbibliothek geben, die gut zur Luther-Dekade genutzt werden kann. Dafür werden schon bestimmte Kreise ihre Pläne in der Tasche haben. Ein Nordhäuser Buchhändler ist nicht umsonst einer dieser Protagonisten.
Suse
26.09.2013, 17:28 Uhr
Suse für Othello
so habe ich meinen Kommentar auch nicht gemeint.Ich habe nur den Eindruck,dass hier nicht alle Kommentatoren gleich behandelt werden. Bestimmte Betrachtungsweisen werden einfach mit irgendwelchen Gründen und wenn es der Grund" Klarnamen "ist deaktiviert,obwohl ihr Kommentar der einzige war,bei welchem die Redaktion Klarnamen verlangte.
Tatsächlich geht es auch gar nicht nur um den Namen sondern um viel mehr.Diese Petition setzt ein Zeichen ,dass die Stadträte sich endlich wieder für die Bürger und nicht gegen sie entscheiden sollen .Und ich finde es gut,dass sich Bürger wieder mit einbringen und den Stadträten auf die Finger sehen.
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