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Mo, 10:33 Uhr
26.04.2004

FFH war Unternehmen bekannt

Nordhausen/Ellrich (nnz). Die Südharzer Gipswerke hatten sich in der vergangenen Woche kritisch mit der bevorstehenden Ausweisung des Winkelberges als FFH-Gebiet auseinandergesetzt. Jetzt hat der BUND reagiert...


Nach Meinung des BUND-Kreisverbandes gebe es zu der in Rede stehenden Meldung des Winkelberges in der Rüdigsdorfer Schweiz als FFH Gebiet nach Brüssel wichtige Aspekte, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Dazu gehöre u.a., dass in den Gutachten der Ellricher Gipswerke zum geplanten Abbau am Winkelberg die Erfüllung der FFH Kriterien für dieses Gebiet anerkannt worden seien.

Daraus folgt, will das Land Thüringen ein Beschwerdeverfahren mit Sanktionen vermeiden, daß eine Meldung des Gebietes an die EU erfolgen muß. Des weiteren sei die von den Ellricher Gipswerken erworbene Fläche bereits vor den Verkaufsverhandlungen des Bergwerkseigentums als Naturschutzgebietsfläche einstweilig sichergestellt worden, so dass mögliche Aspekte, die einem Abbau entgegenstehen, zumindest potentiell im Raume standen.

Alle anderen nachfolgenden politischen Zusagen gegenüber dem Werk seien bedauerlich und teilweise nicht nachvollziehbar, denn sie haben sowohl die regionalen Aspekte der Bedeutung der Rüdigsdorfer Schweiz ob ihrer Gesamtheit für den Fremdenverkehr und den damit verbundenen Erhalt von Arbeitsplätzen als auch die europaweite Bedeutung der Karstlandschaft völlig außer Acht gelassen. Im Übrigen folgte Ministerpräsident Althaus als erster Regierungschef des Landes hier endlich dem mehrheitlichen Willen der Bevölkerung.

„Bereits seit geraumer Zeit ist uns wie auch den meisten Landespolitikern bekannt, dass sich die Heidelberg Zement AG mit den Tochterfirmen Südharzer Gipswerke auf grund der schlechten Konjunkturlage aber auch infolge des harten Konkurrenzkampfes der hier ansässigen Unternehmen aus dem Südharz zurück ziehen wollen. Längst wurde der Weg für Investitionen in Osteuropa, in Ungarn und der Slowakei bereitet. Ehemalige Werksleiter der Ellricher Gipswerke sind heute dort tätig. Zum Argument des Entzuges der Grundlage für weitere Produktionstätigkeit durch die Versagung des Gipsabbaus am Winkelberg muss sich der jetzige Betriebsleiter der Ellricher Gipswerke, Dr. Jung, der Frage stellen, warum das Werk die Rohstoffe am Rüsselsee bei Appenrode zu mehr als 50 Prozent vom in Niedersachsen ansässigen Konkurrenzunternehmen Börgardts abbauen lässt. Und das, obwohl selbst die Konzernleitung von Heidelberger Zement immer wieder betonte, dass es sich hier um besonders reine Gipse handelt, die für das Bestehen des Werkes unabkömmlich seien“, so Klaus Dieter Korb vom BUND-Kreisvorstand.

Die Frage des Einsatzes von intelligenten Alternativlösungen sollte das Unternehmen nicht an die Politik richten, sondern an seine eigene Unternehmensführung und die damit verbundene Unternehmensstrategie. Die Ellricher Gipswerke seien kein Spezialgipswerk, das ist hinlänglich bekannt. Statt die Produktion - wie überwiegend möglich - auf Rea-Gipse umzustellen, wird weiterhin auch im Sinne der Beruhigung der Aktionäre die Strategie der größt möglichen Rohstoffbevorratung und –ausbeute gefahren.

„Wann öffnet sich das Unternehmen endlich für Alternativen und leistet damit seinen Beitrag für einen dauerhaften Produktionsstandort im Südharz? Die Entweder-Oder-Haltung ist eine nicht mehr zeitgemäße Strategie für ein zukunftsorientiertes in Deutschland wirtschaftendes Unternehmen“, meint der BUND abschließend.
Autor: nnz

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