Do, 14:42 Uhr
22.04.2004
Blasii-Kirche putzt sich
Nordhausen (nnz). Seit mehreren Jahren wird die Blasii-Kirche saniert. Doch eigentlich ist das keine Sanierung. Und eigentlich sollte ja schon Ostern dieses Jahres der erste Gottesdienst abgehalten werden. Wann es nun soweit sein wird, diese Frage beantwortet sich mit dem bekannten Klick.Wenn die Menschen hören, daß wir die Blasii-Kirche sanieren, dann denken viele, daß dieses Gotteshaus nach dem Ende der Arbeiten innen und außen im neuen Glanz erstrahlen wird. Was wir in Zusammenarbeit mit den Baufirmen und Experten machen, daß ist eine Bestandssicherung für die nächsten 50 bis 100 Jahre. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Detlef Kiel sagte das heute und der muß es wissen, schließlich ist er als Mitarbeiter von arko Bauplanung in Nordhausen für das gesamte Projekt verantwortlich.
Momentan wird das Verputzen der Türme von St. Blasii vorbereitet. Hinter dem Begriff Putz ließ sich in der zurückliegenden Zeit viel vermuten: Die kompletten Türme werden verputzt, die ganze Kirche wird verputzt, die machen sich das einfach... All diese Gerüchte kursieren seit Wochen in Nordhausen. Fakt ist: die Türme der Kirche waren schon immer verputzt, aber der alte Mörtel hat zu Schäden in den Steinen geführt, er hat sich abgelöst und im Mauerwerk dadurch oftmals eine wahre Kraterlandschaft hinterlassen. Was jetzt wieder geputzt werden soll, das sind die so genannten Binnenflächen der achteckigen Türme. Die unteren Abschnitte werden lediglich gereinigt.
Und damit der Putz diesmal nicht nur hält, sondern auch keine Schäden verursacht, ist ein idealer Putz eigens für die Blasii-Kirche entwickelt worden. Beteiligt waren daran Experten eines Forschungsinstitutes in Weimar und der Südharzer Gipswerke in Ellrich. Farblich wird der Putz auf die Mauern der Kirche abgestimmt.
Seit dem 5. April wird an der Kirche wieder gearbeitet, einen früheren Beginn ließen die Temperaturen des Mauerwerkes nicht zu. Verläuft in den kommenden Monaten alles nach Plan, dann soll das Gotteshaus offiziell mit einem Gottesdienst am 1. Advent eröffnet werden. Das wird der 28. November 2004 sein. Ende des Sommers soll die Standsicherheit des Gebäudes hergestellt sein, dann könnte die baupolizeiliche Sperrung aufgehoben werden.
In den vergangenen Monaten traten bei den Arbeiten immer wieder Schäden zu tage, die am Anfang nicht erkenn- und damit nicht planbar waren. Auf die Gesamtsumme von 2,8 Millionen Euro müssen noch einmal 300.000 bis 400.000 Euro draufgelegt werden. So wird es, wenn keine zusätzlichen Fördertöpfe geöffnet werden können, Abstriche geben. Im Innenraum des Gotteshauses kann nur kosmetisch gearbeitet werden, eine Glocke wird nicht läuten, dafür fehlt der Glockenstuhl, zu dem gibt es Probleme mit der großen Uhr. Wenn Sie also ein großes Herz für St. Blasii haben oder den bekannten Onkel in Amerika haben, dann können sie zwischen 20.000 und 30.000 Euro für einen neuen Glockenstuhl oder etwa 15.000 Euro für die Restauration des Uhrwerkes locker machen. In diesem Dimensionen bewegen sich die Kosten.
Wenn am 1. Advent die Besucher durch das Tor den Kircheninnenraum betreten, dann werden einige vielleicht enttäuscht sein. Unter Sanierung ist heutzutage landläufig etwas anderes zu verstehen. Und damit sind wir beim Ausgangspunkt: Die Fördermittel wurden einzig und allein für die Bestandsicherung ausgereicht und dafür wurden und werden sie auch verwendet, meinte Detlef Kiel heute abschließend.


