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Mo, 09:11 Uhr
09.09.2013

Mitarbeiter demonstrieren

Am Morgen zogen rund 30 Mitarbeiter der kreiseigenen Service-Gesellschaft durch Nordhausen. Ihr Ziel war das Landratsamt. Dort machten sie ihrem Unmut über ungerechte Bezahlung und zuviel Arbeit Luft...

Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz) Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)

Für die Mitarbeiter stellt sich die Ungerechtigkeit wie folgt dar. An der Ilfelder Grundschule ist ein Hausmeister tätig, der direkt beim Landratsamt angestellt ist. Der wird auch noch von einem Kollegen der Service GmbH unterstützt und sei für 112 Schüler in 11 Klassenräumen zuständig. Dem gegenüber: An der Regelschule in Ellrich ist ein Hausmeister tätig, der bei der Service GmbH, also der 100prozentigen Tocher des Landkreises, angestellt ist. Der muss sich um 11 Klassen, 250 Schüler und 27 Räume kümmern. Hierzu hat er 28 Stunden zur Verfügung, die restlichen 12 Stunden muss er an der Klettenberger Grundschule arbeiten.

Für die Protestierenden eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit und so fühlen sich die Service-Mitarbeiter wie Menschen "dritter Klasse".

Im Landratsamt wurden die Demonstranten von Landrätin Birgit Keller sowie dem ehrenamtlichen Geschäftsführer der kommunalen GmbH und Büroleiter Gunnar Reuter empfangen. Einer der Wortführer schilderte kurz und knapp die Situation und die Motive dieser Aktion. Man wolle Lohnverhandlungen mit dem Arbeitgeber aufnehmen, die von Arbeitnehmerseite durch die Dienstleistungsgewerkschaft verdi geführt werden.

Landrätin Keller sagte, dass sie die Situation des kommunalen Unternehmens bereits bei einer Betriebsversammlung ausführlich geschildert habe. Man müsse die Service-Gesellschaft nicht nur in ein ruhiges, sondern vor allem in ein wirtschaftlich gesundes Fahrwasser führen. Sie räumte Probleme bei der Umstrukturierung ein. Gleichzeitig sei aber bekannt gewesen, dass sich Hausmeister nicht mehr allein auf eine Schule konzentrieren könnten, sondern Verantwortung für zwei Schulen übernehmen müssten. Der Hausmeister - das sei den Schulen bekannt - sei nicht das "Mädchen für alles", so Birgit Keller.

Sie kündigte auch an, dass im kommenden Jahr über höhere Löhne und Gehälter verhandelt werden könne. Momentan allerdings arbeite die Gesellschaft defizitär. Das wiederum wollten die Protestierenden so nicht hinnehmen. In der Betriebsversammlung sei ein Gewinn von 9.000 Euro genannt worden. Auch solle über die 40.000 Euro nachgedacht werden, die die Service Gesellschaft jährlich für das Hallenbad in Sollstedt zuschieße.

Hier sagte Keller, dass dieser Zuschuss eine Entscheidung des Kreistages sei und man nicht eine öffentliche Einrichtung gegen eine andere ausspielen solle. Immerhin betreibe die Service-Gesellschaft fünf Bäder im Landkreis Nordhausen. Aber, so die Mitarbeiter im Landratsamt, hätte man die Stelle des zweiten hauptamtlichen Beigeordneten einsparen können.

Für die heute demonstrierenden Mitarbeiter war es wichtig, mit der Aktion auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Noch in dieser Woche soll es eine weitere Betriebsversammlung am Schorfe geben. Dort soll weiter geredet und vielleicht auch schon verhandelt werden.
Peter-Stefan Greiner
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Mitarbeiter der Service-Gesellschaft protestierten (Foto: nnz)
Autor: red

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Kommentare
Nörgler
09.09.2013, 11:00 Uhr
Richtig
Es ist richtig, dass sich die Mitarbeiter der kreiseigenen Service- Gesellschaft wehren. Es sollen endlich die, die auch "richtig" arbeiten anständig bezahlt werden. Man kann ja auch die vielen Beamten im Landratsamt ausgliedern und in eine "eigene" Gesellschaft eingliedern. Immer fängt man bei den schwächsten an zu sparen. Wie steht das im Einklang mit linker Politik?
Retupmoc
09.09.2013, 11:21 Uhr
Fast richtig
Satz 1 und 2 @ Nörgler unterschreib ich Ihnen sofort! Das Sie danach wieder eine Diskussion Hausmeister gegen Beamter los treten ist jedoch nicht korrekt. Die Unmut muß in erster Linie gegen die gerichtet werden, die prekäre Arbeitsverhältnisse und Dumpinglöhne ermöglichen. Wählen wir diese Regierung ab!
knuddelmaus246
09.09.2013, 13:07 Uhr
Fair bleiben...
Es ist definitiv wichtig, sich Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen und sich nicht alles gefallen zu lassen. Deshalb finde ich gut, was die knapp 30 Leute getan haben.

Ich finde es sehr gut, dass die Landrätin für ein Gespräch bereit war und weiterhin ist, egal welcher Partei sie nun auch angehört. Gut ist auch, dass sie zu weiteren Gesprächen bereit ist.

Es muss etwas getan werden. Demonstrieren ist das eine, aufrütteln und darüber reden das andere und zu einer gemeinsamen Einigung zu kommen das Beste.

Beleidigungen führen nur zu verhärtungen. Vernünftig miteinander umgehen. Sich selbst mit einbringen und nicht nichts tun und nur "meckern".
H.Buntfuß
09.09.2013, 14:06 Uhr
Klamme Kassen
Jeder weiß, dass es der Kreis mit sehr klammen Kassen zu tun hat, die Frage ist: Warum sollen nun die Arbeiter der kreiseigenen Service-Gesellschaft, für die Fehler der Politik zahlen?

Die Landrätin Herr Reuter versprachen für das Jahr 2014 einige Verbesserungen unter anderen im Bereich der Gehälter, aber inzwischen weiß jeder, dass man den Versprechungen aus den Reihen der Politik nicht unbedingt Glauben schenken kann.

Die Sache mit dem zweiten hauptamtlichen Beigeordneten, die den Mitarbeitern der Service-Gesellschaft nicht so recht gefällt, erklärte die Landrätin, als eine politische Angelegenheit, darüber könne man zwar diskutieren, aber besser zu einen anderen Zeitpunkt.

Die nächste Frage, war meiner Ansicht nach der Landrätin auch nicht genehm. Hierbei ging es wohl um einen Beamten, der fünf Jahre bei der Service-Gesellschaft,beschäftigt war. Auf solche Fragen, bei denen die Verantwortung bei der Politik zu suchen ist, reagiert man sehr gereizt, würde ich sagen.

Die Landrätin Frau Keller, gab zu bedenken, man könne bei der Kassenlage keine höheren Löhne zahlen, oder man müsse einige Kulturstätten schließen. Eine Frage dazu, was bringen uns auf lange Sicht Kulturstätten, die ihre Eintrittspreise ständig erhöhen, so dass sich normale Arbeiter zweimal überlegen müssen, ob sie sich bei den geringen Verdienst überhaupt noch einen Besuch der Kulturstätten leisten können?

Oder ist. Die Politik der Meinung, dass die Kulturstätten nur noch den Besserverdienenden zugänglich gemacht werden?
schnecke3169
09.09.2013, 18:32 Uhr
schon mal nachgedacht
Zittat
" Gleichzeitig sei aber bekannt gewesen, dass sich Hausmeister nicht mehr allein auf eine Schule konzentrieren könnten, sondern Verantwortung für zwei Schulen übernehmen müssten. Der Hausmeister - das sei den Schulen bekannt - sei nicht das "Mädchen für alles", so Birgit Keller.
und im Winter schneits z.B. an der Grundschule Ellrich erst ab 10 Uhr, da der Hausmeister bis dahin erst die Regelschule vom Schnee befreien muß....
Haben die Linken eine Abmachung mit dem Wettergott ???
Typisch Behörde, nur Theoretiker am rumwerkeln, Praxis- und Weltfremd...

auf das der Winter komme...
Alex Gösel
10.09.2013, 12:44 Uhr
Es wird Zeit...
dass die kleinen Arbeiter aufwachen!
Franz Tabak
10.09.2013, 13:44 Uhr
Vertrauen?
Kann man der Landrätin vertrauen?
ewu85
10.09.2013, 18:14 Uhr
Zustimmung schnecke3169
Die Worte sind treffend. Toll wie jetzt auf den Rücken der Schulkinder gespart wird. Die Hausmeister werden zum fahrenden Personal, koste es was es wolle. Aber wer ist jetzt an den Schulen das Mädchen für alles. Vielleicht der Schulleiter?
Ich frage mal im Schulamt nach. Der Landrätin kann man nur den Ausfall des Winters wünschen, sonst könnte es ungemütlich werden. Es gibt sicher viele Eltern, die um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt sind.
Opa Hardrock
11.09.2013, 08:22 Uhr
oder schlimmer...ewu85
Meines Wissens schließt in der Regelschule Ellrich 3 mal wöchentlich die Schulleiterin die Schule auf, weil da der Hausmeister in Klettenberg ist. Momentan stehen morgens schon einmal ein paar Kinder im Regen, weil die Schule noch zu ist.

Stellen wir uns mal vor, es bricht ein Brand aus. Der Hausmeister ist in der Regel auch Brandschutzverantwortlicher. Der weiß, wo die Feuerlöscher hängen und wo die Fluchtwege und Fluchttüren sind. Der ist aber grad an einer anderen Schule und Kinder kommen zu Schaden...

Ich möchte dann nicht derjenige sein, der dies angeordnet hat...
Harzer_Wolf
11.09.2013, 13:31 Uhr
Solidarität
Man muß nicht einmal den Teufel an die Wand malen @ Opa Hardrock. Es genügt schon, wenn es schneit und der betreffende Hausmeister entscheiden muß, wo zuerst Schnee gefegt wird. Wenn er Pech hat, ist dann an der anderen Schule ein Kind auf die Nase gefallen. Interessant zu erfahren, an wen sich dann die Versicherung wenden wird.

Ansonsten haben die Hausmeister meine uneingeschränkte Solidarität. Sie sind in der Regel fleißig und kompetent. Vielleicht sollte das einmal - wenn auch nur hier - gewürdigt werden.
H.Buntfuß
11.09.2013, 15:35 Uhr
Service GmbH
Diese GmbH, eine 100 prozentige Tochter des Landkreises und meiner Meinung nach nur gegründet, um die Löhne der Hausmeister zu drücken. Die Hausmeister der Gesellschaft fühlen sich als Personen dritter Klasse und das zu Recht.
Wie kann es sein, dass Hausmeister die beim Landratsamt direkt angestellt sind, um einiges mehr verdienen, als die Hausmeister der Tochtergesellschaft. Wenn die Gebäudereiniger der Gesellschaft keinen tariflichen Mindestlohn ausgehandelt hätten, würden sie auch schlechter bezahlt werden. Auch wenn das bestritten wird.

Der Hausmeister, der für das Landratsamt direkt arbeitet, bekommt auch noch einen Hausmeister der Gesellschaft zur Seite gestellt und muss nur eine Schule betreuen.
Wo hingegen der Hausmeister der Gesellschaft mindestens zwei Schulen zu betreuen hat. Er bekommt auch keine Hilfe vom Hausmeister der beim Landratsamt angestellt ist. Wie soll man das verstehen, in meinen Augen ist und bleibt das diskriminierend. Warum gibt es diese Unterschiede, warum sind nicht alle Hausmeister in einer Gesellschaft untergebracht? Ich möchte hier nicht das Wort Vetternwirtschaft benutzen, aber das Ganze hat für mich schon ein sehr bitteren Nachgeschmack.
Mister X
11.09.2013, 17:09 Uhr
HERR BUNTFUSS
was erwarten Sie eigentlich vom landratsamt? die politik hat den kreis Nordhausen ruiniert und nun müssen die kleinen leute, wie man zu sagen pflegt den kopf für die so genannte rettung hinhalten.

anstatt, dass man das ganze träge landratsamt einmal auf vordermann bringt, werden noch unnütze leute eingestellt. (siehe hauptamtliche beigeordnete) diesen posten halte ich persönlich für eine arbeits-beschaffungs-maßnahme, hier wird geld aus dem fenster geworfen, für einen posten der nicht sein muss. wen wundert es dann, wenn der bürger missmutug wird?

viele gehen den ganzen tag hart und viel arbeiten, für wenig geld und andere bekommen viel geld für wenig arbeit und das bringt immer mehr bürger zum nachdenken, ob wir solche politiker überhaupt benötigen?
Suse
11.09.2013, 17:30 Uhr
Wer weiß es?
Wer ist denn eigentlich der Chef dieser Service GmbH. Soweit ich weiß ist diese vor ein paar Jahren gegründet worden um im Landratsamt Kosten einzusparen.War der Chef vielleicht mal Mitarbeiter im Landratsamt?
Franz Tabak
11.09.2013, 19:07 Uhr
Herr Buntfuß
Das ganze hat mehr als nur einen sehr bitteren Nachgeschmack!
H.Buntfuß
12.09.2013, 12:38 Uhr
@ Suse Chef Service-Gesellschaft
Oben im Artikel ist zu lesen, dass Herr Gunnar Reuter ehrenamtlicher Geschäftsführer der Gesellschaft ist. Hauptberuflich ist Herr Reuter Leiter „Büro Landrätin/Personal.“
Ich glaube mehr muss man dazu nicht sagen, oder?
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