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So, 16:49 Uhr
08.09.2013

Weitere „Förstemann-Geschichten“

In der Sonderausstellung in der Nordhäuser Flohburg über die Nordhäuser Familie Förstemann hängt auch das große Brockengemälde der Malerin Maria Schmidt – Franken, das sie neben anderen Landschaftsbildern 1938 für den neuen Ratskeller schuf, denn in der Familie Förstemann ist vielfach überliefert, dass man im Harz und auf dem Brocken gewesen ist...

Werbung für die Ausstellung (Foto: Archiv Kneffel) Werbung für die Ausstellung (Foto: Archiv Kneffel)

Es herrschte die Ansicht, dass man die deutschen Lande durch eigene Anschauung kennen lernen sollte, angefangen mit den Teilen, die sich vor der Haustür befinden.

Am 7. September 1834 trug sich einer von ihnen ins Stammbuch des Brockenwirtes ein. Man erfährt, dass das Wetter und somit die Aussicht miserabel waren. Seit vierzehn Tagen zweimal schon / Besucht ich dich, du Brocken, / Mußt' ich meine Bein- und Waden-Qual / Ohne mein Ziel zu erreichen / Von deinen Zinnen weichen. / Drum bleib gesund, Philister, / Du bist verflucht viel düster.“

Blick auf die Ausstellung (Foto: Archiv Kneffel) Blick auf die Ausstellung (Foto: Archiv Kneffel)

Kürzlich wandte sich eine Frau Barnbeck aus Bonn an uns, die über die Medien von der Förstemann-Ausstellung in Nordhausen erfahren hatte. Sie sei die Urenkelin von Ernst Wilhelm Förstemann, 1822 in Danzig geboren und 1906 in Berlin verstorben, und hoffe nun endlich zu erfahren, was denn aus der Familienstiftung geworden sei, die ihr Urgroßvater mit ins Leben gerufen habe. Wir mussten ihr u. a. mitteilen, dass die Stiftung nach den Gesetzen der DDR seit 1962 nicht fortgesetzt werden konnte.

Collage (Foto: Archiv Kneffel) Collage (Foto: Archiv Kneffel) Der genannte Forscher ist berühmt geworden durch sein „Altdeutsches Namensbuch“, dass in Nordhausen bei seinem Verwandten, dem Verlagsbuchhändler Ferdinand Förstemann, zum ersten Mal erschien und seinen hervorragenden Ruf als Sprachforscher bis heute begründete. Außerdem machte er sich in Stolberg als Lyzeumslehrer und vor allem als gräflich stolbergischer Bibliothekar einen Namen.

Der kleine abgelegene Ort war für ihn gewöhnungsbedürftig, aber die herrliche Umgebung und die Nähe zu Nordhausen, der Stadt seiner Väter, die er häufig aufsuchte, erleichterten ihm das Eingewöhnen. Man berief ihn dann in die königliche Bibliothek nach Dresden. Dort mehrte er seinen Ruhm als einer derjenigen, die das Kalendarium der Mayas anhand des „Codex Dresdensis“ entzifferten.
Frau Barnbeck sandte uns einen sehr aufschlussreichen biographischen Text über Ernst W. Förstemann, den dessen Sohn Ernst Friedrich 1913 verfasst hat. Auch Fotografien legte sie bei. Eine von diesen zeigt die 34 Mitglieder der Familie während des III. Familientages in Nordhausen am 5. Oktober 1899. In vorderster Reihe sitzt der ergraute Forscher Ernst W. Förstemann.

In der Zwischenzeit sind auch Familien mit dem Namen Förstemann nach Nordhausen in die Ausstellung gekommen, u. a. Hans Förstemann aus Kronach, der, obwohl er nicht dem Nordhäuser Zweig entstammt, eifrig tätig ist in der Forschung auch über die Nordhäuser Familien. Von ihm erfuhren wir, dass der erwähnte Ernst W. Förstemann nach seinem Philologiestudium als Hauslehrer bei der Gutsbesitzerfamilie Grass in der Nähe von Danzig lebte.

Er fühlte sich in diesem aufgeschlossenen gebildeten Kreis wohl. So gibt es also eine Verbindung zwischen dem Schriftsteller Günther Grass und dem geachteten Gelehrten. Dem bekannten Autor ist diese Verknüpfung seiner Familie mit dem Forscher durchaus bewusst.

Solche „Förstemann-Geschichten“ und andere werden am Dienstag, 11. September, ab 10.30 Uhr zur nächsten Führung im Museum Flohburg zu hören sein.
Autor: red

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