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Do, 06:55 Uhr
05.09.2013

nnz-Forum: Ein Leuchtturm?

Uta Reinholz: "Leuchtturm" Kalkhütte? So zitiert die nnz die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Südharzer Tourismusverbandes. Dazu jetzt Anmerkungen eines nnz-Lesers...


Natürlich muss Frau Reinholz das, was sie (im Tourismus) tut, gut finden. Das tut leider fast jeder, der öffentliche Mittel bezieht und weiter beziehen möchte, um seine und die Stellung anderer halten zu können.

Beschämend finde ich dennoch, dass die Geschäftsführerin des Südharzer Tourismusverbandes ausgerechnet die vom Zerstörer des Alten Stolberg Knauf neu gebaute, und nicht gerade wandererfreundliche Kalkhütte (eigene Erfahrung, siehe nnz) als "Leuchtturm" für gelungene, sich selbstvermarkende Tourismusprojekte erwähnt.

Angst und Bange wird mir, wenn ich so etwas von einer Frau hören muss, die für die Planungen im Naturpark, also für eine Art Naturschutzgebiet, mit die Fäden zog und zieht.

Der Realität würde es eher entsprechen, wenn sie nicht die Kalkhütte, sondern den fortschreitenden bzw. in Planung befindlichen Gipsabbau im Alten Stolberg, in den Gebieten Rüsselsee und Ellrich und anderswo als Gefahr für den Tourismus, z.B. auf dem von ihr ebenfalls gelobten Karstwanderweg gebrandmarkt hätte und ebenso das aberwitzige Vorhaben eines Pumspeicherkraftwerks im Gebiet des Steinmühlentales.

Nichts dergleichen aber konnte ich im gestrigen Beitrag lesen. Eine Chance wurde mal wieder vertan. Nur nicht anecken lautet hier wohl die Devise. Apropos Karstwanderweg: Drei ganze (Wochenendtage) Tage habe ich während des Augusts im Rahmen eines Naturschutzprojekts an zwei Halbtrockenrasen verbracht, die von dem ausgezeichneten Weg tangiert werden. Ich sah insgesamt - drei Wanderer. Dass dieser wunderschöne, hervorragend markierte und mit Informationstafeln ausgestattete Weg von den Menschen dermaßen ignoriert wird, sollte Frau Reinholz zu denken geben.

Irgendetwas läuft doch da schief an einem der wichtigsten touristischen Aushängeschilder im Landkreis!

Aber natürlich ist dies nicht unbedingt die Schuld des Südharzer Tourismusverbandes: Immer wieder stoße ich bei meinen Interviews auf die Einschätzung, dass die Harztouristen "etwas" geboten bekommen wollen: Shopping, Wellness und sonstige Zerstreuung oder wenigstens doch Gepäcktransport von Pension zu Pension. Eine wenigstens in Teilen noch schöne Landschaft genügt den Touristen von heute schon lange nicht mehr, sonst hätte Frau Reinholz ja genau sie und nicht die Kalkhütte als "Leuchtturm" erwähnt.

Es fehlt ganz einfach der menschgemachte Kick. Bestimmt wird die aus Gipsmillionen finanzierte Kalkhütte daher auch im von Frau Reinholz genannten Konzept für den sanften Tourismus im Landkreis nicht fehlen. Gott sei Dank könnte man andererseits bezüglich der wohltuenden Ruhe auf dem Karstwanderweg meinen.

Dieser Weg ist eben etwas für die Genießer unter den aktiven Touristen, die das Wissen um die natürlichen Besonderheiten der Region suchen, - in manchen Gebieten seines thüringer Verlaufs nur ab und an unterbrochen von den Sprengungen der Gipsindustrie im touristischen "Leuchtturm" der Region schlechthin: dem größten zusammenhängenden Gipskarstgebiet Europas.
Bodo Schwarzberg

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Autor: red

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