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Mo, 13:24 Uhr
19.04.2004

Hoffen auf positive Entscheidung

Nordhausen (nnz). Morgen berät das Thüringer Kabinett zur Ausweisung von FFH-Gebieten im Freistaat. Das FFH-Gebiet „Rüdigsdorfer Schweiz/Harzfelder Holz“ soll laut Ministerpräsident Althaus aufgenommen werden. Doch das reicht nicht...


Ursula Schäfer von der Uni Göttingen Das vorgesehene Revier soll um den östlichen Winkelberg erweitert werden. Steffen Meyer vom städtischen Amt für Umwelt und Grünordnung: „Das Thüringer Umweltministerium hatte die Landesanstalt für Umwelt und Geologie als Fachbehörde beauftragt, die Schutzwürdigkeit noch einmal zu überprüfen und die Ergebnisse dem Kabinett zur Verfügung zu stellen. Wir gehen stark davon aus, dass diese Prüfung zu einem positiven Ergebnis geführt hat, denn die Schutzwürdigkeit des Winkelberges ist inzwischen wissenschaftliches Allgemeingut.“

Entsprechend ist auch das Ergebnis einer neuen Studie von Göttinger Wissenschaftlern, die die Stadt Nordhausen in Auftrag gegeben hatte: „Das Papier zeigt, dass der östliche Winkelberg zu 100 Prozent FFH-Lebensraumtypen oder Lebensräume von Arten nach FFH-Richtlinie aufweist.“ Dazu zählen zum Beispiel die Halbtrocken- und Trockenrasen, das Vorkommen der Gelbbauch-Unke, und insgesamt neun bedeutender Fledermausarten, darunter die prioritäre Mopsfledermaus, das `Große Mausohr´“ und die Bechsteinfledermaus, erklärte Meyer. Das Gutachten komme zum Ergebnis, „dass der östliche Winkelberg eine Deckung mit FFH-Lebensräumen vorweisen kann, wie kein anderes Gipskarstgebiet und damit zu 100 % über dem Landesdurchschnitt liegt.“

Ähnlich sehe das auch die „Koordinierungsstelle für Fledermausschutz Thüringen“ welche ebenfalls nochmals ganz aktuell im März 2004 begutachtet hat.: „Auch dort kommt man zum Ergebnis, dass allein die Fledermausvorkommen die besondere Schutzwürdigkeit des Winkelberges begründen.“ Letztendlich kann auch von der Gipsindustrie die Schutzwürdigkeit nicht verleugnet werden. Wurde doch im Rahmen der derzeit zur Prüfung vorliegende FFH-Verträglichkeitsstudie von den Wissenschaftlern Biedermann/Meyer/Schorcht ein Gutachten im Auftrag der Südharzer Gipswerke zur „Erfassung und Bewertung der Fledermausvorkommen im geplanten Gipsabbaugebiet "Rüdigsdorf/Winkelberg" und im angrenzenden FFH-Meldegebiet "Rüdigsdorfer Schweiz-Harzfelder Holz" erstellt. Auch dieses Ergebnis dokumentiert die besondere Schutzwürdigkeit des östlichen Winkelberges durch die vorkommenden Fledermausarten, so die Stadtverwaltung.
Autor: nnz

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