Di, 07:51 Uhr
03.09.2013
In Gedenken an Dr. Walter Elmer
Der Thüringer Forstmeister Dr. Walter Elmer wäre am heute 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses besonderen Jahrestages ehren die Mitarbeiter des Forstamtes Bleicherode-Südharz den außerordentlich engagierten Naturschützer, Politiker und zielstrebigen Forstmann...
Dr. Walter Elmer bei der feierlichen Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande (Foto: Stadt Nordhausen)
Sein beständiges Wirken in naturschutzfachlichen Belangen spiegelte sich nicht nur in seinen theoretischen Abhandlungen wie zum Beispiel in seiner Dissertation zur wirtschaftlichen Standorterkundung in der Forstwirtschaft der DDR, insbesondere in Thüringen und im Harz wieder. Besonders in seiner täglichen Arbeit als Produktionsleiter im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Nordhausen in Ilfeld konnte er viele seiner Vorstellungen verwirklichen und als Naturschutzbeauftragter des Kreises Nordhausen trug er maßgeblich zur Ausweisung und Entwicklung des Südharzes als Landschaftsschutzgebiet bei.
1962 wurden ihm seine Grenzen durch das DDR-Regime unmissverständlich aufgezeigt. Durch Großkahlschläge sollten 100 m breite, freie Korridore zur Sicherung der Staatsgrenze geschaffen werden. In einem sehr sachlichen formulierten Brief an das Ministerium für Nationale Verteidigung, Kommando Grenze bat er um Prüfung geeigneter, alternativer Maßnahmen zur Vermeidung dieser Kahlschläge und der damit verbundenen Folgeschäden für angrenzende Waldbestände, insbesondere im Naturschutzgebiet Südharz.
Ungeachtet seiner Hinweise und Vorschläge wurden zwischenzeitlich begonnene Kahlschläge uneingeschränkt fortgesetzt. Er wurde als Oberförster nach Bleicherode zwangsversetzt. Aber auch hier war er Verfechter des ökologischen Waldbaues, gab praktikable Handlungsempfehlungen und veröffentlichte entsprechende Bewirtschaftungsrichtlinien. Hierbei fokussierte er den Waldumbau in standortgerechte, artenreiche Mischwälder, ein heute immer noch aktuelles Thema. Mehrfach sprach er sich gegen eine Verfichtung des Harzes aus und betonte unteranderem die Wichtigkeit der Buche für diese Region.
Fortschrittlich waren auch seine Ansichten zur parkähnlichen Bewirtschaftung von Waldbeständen in der Nähe von Erholungszentren und Ausflugszielen. Dr. Walter Elmer arbeitete als Leiter der Oberförsterei Bleicherode bis zum Eintritt in den Ruhestand 1979. Allerdings stand seine jagdlich zurückhaltende Einstellung im Gegensatz zu seiner permanenten Forderung nach niedrigen Wildbeständen. Seine zwiespältige Haltung war bei Kollegen und Jagdfreunden umstritten.
Politisch aktiv engagierte sich Dr. Walter Elmer in der Wendezeit in der SPD als Kreistagsabgeordneter und Alterspräsident des Landkreistages Nordhausen. Wiederum setzte er sich unter anderem für die Vernetzung von Waldgebieten und die Anlage des in Bleicherode bekannten Naturlehrpfades Alexander Petermann ein.
Darüber hinaus brachte er fachliches Wissen im Umweltausschuss und in Anbindung an das Gesundheitsamt des Landkreises Nordhausen als Pilzsachverständiger über 40 Jahre lang ein.
Für seine Verdienste als Naturschutzbeauftragter wurde er 1999 vom Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Michael Böhme
Autor: red
Dr. Walter Elmer bei der feierlichen Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande (Foto: Stadt Nordhausen)
Sein beständiges Wirken in naturschutzfachlichen Belangen spiegelte sich nicht nur in seinen theoretischen Abhandlungen wie zum Beispiel in seiner Dissertation zur wirtschaftlichen Standorterkundung in der Forstwirtschaft der DDR, insbesondere in Thüringen und im Harz wieder. Besonders in seiner täglichen Arbeit als Produktionsleiter im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Nordhausen in Ilfeld konnte er viele seiner Vorstellungen verwirklichen und als Naturschutzbeauftragter des Kreises Nordhausen trug er maßgeblich zur Ausweisung und Entwicklung des Südharzes als Landschaftsschutzgebiet bei. 1962 wurden ihm seine Grenzen durch das DDR-Regime unmissverständlich aufgezeigt. Durch Großkahlschläge sollten 100 m breite, freie Korridore zur Sicherung der Staatsgrenze geschaffen werden. In einem sehr sachlichen formulierten Brief an das Ministerium für Nationale Verteidigung, Kommando Grenze bat er um Prüfung geeigneter, alternativer Maßnahmen zur Vermeidung dieser Kahlschläge und der damit verbundenen Folgeschäden für angrenzende Waldbestände, insbesondere im Naturschutzgebiet Südharz.
Ungeachtet seiner Hinweise und Vorschläge wurden zwischenzeitlich begonnene Kahlschläge uneingeschränkt fortgesetzt. Er wurde als Oberförster nach Bleicherode zwangsversetzt. Aber auch hier war er Verfechter des ökologischen Waldbaues, gab praktikable Handlungsempfehlungen und veröffentlichte entsprechende Bewirtschaftungsrichtlinien. Hierbei fokussierte er den Waldumbau in standortgerechte, artenreiche Mischwälder, ein heute immer noch aktuelles Thema. Mehrfach sprach er sich gegen eine Verfichtung des Harzes aus und betonte unteranderem die Wichtigkeit der Buche für diese Region.
Fortschrittlich waren auch seine Ansichten zur parkähnlichen Bewirtschaftung von Waldbeständen in der Nähe von Erholungszentren und Ausflugszielen. Dr. Walter Elmer arbeitete als Leiter der Oberförsterei Bleicherode bis zum Eintritt in den Ruhestand 1979. Allerdings stand seine jagdlich zurückhaltende Einstellung im Gegensatz zu seiner permanenten Forderung nach niedrigen Wildbeständen. Seine zwiespältige Haltung war bei Kollegen und Jagdfreunden umstritten.
Politisch aktiv engagierte sich Dr. Walter Elmer in der Wendezeit in der SPD als Kreistagsabgeordneter und Alterspräsident des Landkreistages Nordhausen. Wiederum setzte er sich unter anderem für die Vernetzung von Waldgebieten und die Anlage des in Bleicherode bekannten Naturlehrpfades Alexander Petermann ein.
Darüber hinaus brachte er fachliches Wissen im Umweltausschuss und in Anbindung an das Gesundheitsamt des Landkreises Nordhausen als Pilzsachverständiger über 40 Jahre lang ein.
Für seine Verdienste als Naturschutzbeauftragter wurde er 1999 vom Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Michael Böhme


