nnz-Forum: Reich vom Nichtstun?
Matthias Jendricke ist beurlaubt. Bei vollen Bezügen, seit mehr als fünf Monaten. Darüber macht sich ein Leser der nnz so seine Gedanken...
Ich weiß nicht, welche Vergütungsansprüche Herr Jendricke genau hat. Aus den Veröffentlichungen entnehme ich allerdings, dass er seine (über)vollen Bezüge trotz monatelanger Beurlaubung weiterhin erhält. Da diese aus Steuermitteln finanziert werden, stellt sich die Situation vereinfacht wie folgt dar: Der Dachdeckergeselle, der Maurer, die Putzfrau und die Friseuse arbeiten 40 oder mehr Stunden pro Woche hart für ihr Brutto von - sagen wir mal in unserer Region durchschnittlich 1.600 Euro. Davon werden dann 122,08 Euro Lohnsteuer (Steuerklasse 1 oder 4) vom Arbeitgeber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
Dieses verteilt das Geld um, u. a. an die Beamten wie Herrn Jendricke. Ich schätze mal, dass ca. 66 Dachdecker, Maurer, Putzfrauen und Friseusen insgesamt 2.640 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten müssen, um allein die monatliche Alimentierung des Herrn Jendricke zu finanzieren. Dann würde aber von deren Steuern wirklich nur Herr Jendricke finanziert und keine Schule, kein Kindergarten, keine Straße usw., übrigens auch keine Feuerwehr. Sollte sich ein echter Sozialdemokrat nicht dafür schämen !!?
Simon St., Herne
Autor: red
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Kommentare
Rainer H.
29.08.2013, 21:32 Uhr
Das Gehalt des Bürgermeisters
wird regelmäßig und pünktlich bezahlt, davon gehe ich mal aus.
Die Frage dies Sie hier stellen, fragen sich viele Nordhäuser schon seit Wochen. Vor allen, was geschieht, sollte ein Vervahren eröffnet werden? Muss das Gehalt zurück gezahlt werden, wenn es nicht positiv läuft für den Bürgermeister? Ich denke nicht!
Verwunderlich ist für mich auch, dass sich alle Parteien zurück halten, in dieser Richtung gegen Jendricke stimmung zu machen. Herr Jendricke hätte bestimmt das angeschlagene Tier erlegt?!
Lorenz Gießler
Fleischi
29.08.2013, 21:39 Uhr
Aber er will ja ...
arbeiten und man lässt ihn nicht. Während andere hochgelobt werden, muss er zu Hause sitzen und die Anschuldigungen über sich ergehen lassen. Ihm sind ja die Hände gebunden. Ihm kann man aber zugute halten das er nicht die Beine hoch gelegt, sondern bei gemeinnützigen Arbeiten kräftig mit anpackt,beispielsweise im Park Hohenrode.
funny
30.08.2013, 07:34 Uhr
@ Lorenz G.
Ich kann Fleischi nur zustimmen! Er will arbeiten! Er darf nicht!
Was soll er denn machen?
Er ist nun mal verbeamtet und bekommt auch bei solch einer Burlaubung weiterhin sein Geld.
Lorenz, sie wollen mir doch jetzt hoffentlich nicht weis machen, dass, wären Sie in solch einer Situation, Sie das Geld an den Staat zurück überweisen würden??
Oder was stellen Sie sich vor sollte Herr Jendricke mit dem Geld machen?
In diesem Staat gilt immernoch die Unschludsvermutung!! Er ist nicht schuldig bis das Gegenteil bewiesen wurde.
Deshalb vermute ich auch, dass sich alle Parteimitglieder bei der Sache raus halten.
Ich denke alle Beteiligten haben genug mit der Sache zu kämpfen und es ist langsam mal gut mit den ganzen Diskussionen und Vermutungen.
Meine Meinung..
Retupmoc
30.08.2013, 07:53 Uhr
Arbeitsverbot
Man lässt hier jemanden nicht arbeiten. Der Mann wollte seine Arbeit ja sogar einklagen. So gesehen gehört ihm jeder Cent seines Verdienstes.
Was allerdings Leute aus Herne hier in internen Sachen etwas zum Besten geben entzieht sich meiner Kenntnis. Aber da ih vor kurzem in Herne war und mir die Stadt nicht besonders toll vorkam / viel Dreck, kaputte Straßen / frage ich mich, ob deren Bürgermeister sein Gehalt zu Recht bezieht. Viele Grüße in den goldenen Westen!
altmeister
30.08.2013, 07:56 Uhr
Sinnvoll
Ein vernünftig geschriebener Artikel, über ein Thema, welches auch von vielen Nordhäusern so wahrgenommen wird.
Dem Kommentar von Lorenz G. kann ich nichts zufügen, ich würde sagen, den Nagel auf den Kopf getroffen.
Zum Kommentar von Fleischi möchte ich bemerken, dass ein Repräsentant unserer Stadt Nordhausen, ein Vorgesetzter, der für die Führung vieler Personen verantwortlich ist, ein schwer vertretbarer Zustand wäre, bei den Anschuldigungen, welche im Raum stehen und selbst durch Herrn Jendricke nicht einmal mit allen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten angegangen werden.
Dass sich inzwischen so manch Neues herausstellt, welches dazu geführt hat, dass ein Disziplinarverfahren eröffnet wurde, ist der Situation mit Jendricke nicht gerade zuträglich und bewirkt einen weiteren Vertrauensverlust. Das Verfahren ist sogar durch OB Zeh veranlasst, der bisher nicht gerade mit Entscheidungsfreudigkeit aufgefallen ist.
Dass er seine nun reichlich vorhandene und bestens bezahlte Freizeit mit und für Frau Hartmann und ihren Verein verbringt, welche ihm oft genug beigestanden und die Wege geebnet hat, sollte nicht verwundern. Aber, so oft war das nun auch nicht der Fall, da gibt es noch Reserven!
Wolfi65
30.08.2013, 08:36 Uhr
Ich bin tief getroffen,
von dem Hass, auf unsere Brüder und Schwestern in Herne. Dort spart man sich den Aufbau Ost vom Munde ab. Deswegen fallen dort die Häuser und Strassen auseinander. Dann wird hier noch gemeckert.
Wir hier im Osten sind doch daran Schuld, dass sich der Westen verschulden musste.
Vom Aluchip zur D-Mark und dann ist es immer noch nicht richtig. Wenn ich mal nebenbei Zeit habe, dann schäme ich mich für meine ostdeutschen Landsleute.
Mit soz.Gruß
das Wolfi
Albert
30.08.2013, 09:44 Uhr
An Frauenbeauftragte spenden
Herr Jendricke könnte doch anstandshalber einen Teil des Geldes an die Nordhäuser Frauenbeauftragte spenden für deren aufopferungsvollen Kampf gegen Sexismus in der Werbung.
Akademiker
30.08.2013, 09:57 Uhr
Unglaublich
Es scheinen einige vergessen zu haben, dass wir nicht mehr zu Stasi-Zeiten leben, sondern in einem Rechtsstaat. Hier gilt die Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen ist. Und es ist richtig ung gut, dass es für gewählte Personen, wie Herrn Jendricke, gewisse "Absicherungen" gibt. Das wäre ja noch schöner, so a la: Wenn es schon mit dem Rufmord nicht klappt, dann machen wir die Leute wirtschaftlich kaputt, indem wir das Gehalt streichen. Der Sozial- und Statusneid scheint wirklich grenzenlos zu sein. Wo sind wir nur hingekommen...
Harzer_Wolf
30.08.2013, 10:57 Uhr
Zustimmung @ Akademiker
Es ist wirklich nicht zu fassen, wie einige Personen den Rechtsstaat auszuhebeln versuchen. Bevor jemand nicht beweiskräftig verurteilt ist, ist er unschuldig. Sonst könnte man ja bei jedem etwas behaupten. Wieso sich allerdings Leute aus Herne in Nordhäuser Innenpolitik mischen, muß ich mich auch fragen. Ich hoffe nur, das der Beitrag nicht mit Westgeld gekauft wurde.
Zorro
30.08.2013, 11:15 Uhr
An alle
Könnte es nicht sein, dass der Mensch in Herne ein Nordhäuser ist, zumindest hier seine Wurzeln hat und sich immer noch für lokale Politik interessiert? Also bitte, die Scheuklappen ablegen.
NDHler
30.08.2013, 13:47 Uhr
Für viele hier
ist immer noch alles was aus den alten Bundesländern kommt ein rotes, oder nein besser ein schwarzes Tuch. Gott sei Dank sind da die meiseten "Wessies" schon etwas weiter im Kopf, sonst könnte ich meinen Job an den nagel hängen!
Suse
30.08.2013, 14:43 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
wissender
30.08.2013, 17:59 Uhr
Bezüge ja aber
müssen es denn fürs Nichtstun die vollen sein.
Ich habe Herrn Jendricke oft als arroganten abgehobenen Beamten erlebt.
Er könnte doch in der Zeit z.B. an der Kasse Kiesschacht Eintrittskarten verkaufen oder dort den Rasen mähen. Dort hätte er auch die Nähe zu den Bürgern die er bei der gewünschten Arbeit ja gern hätte. Ich wäre dafür, dass er das Gehat eines Badehausmitarbeiters bekommt er müsste dann nicht verhungern und würde einmal wieder auf den Boden der Realitäten zurück geholt.
othello
30.08.2013, 19:56 Uhr
Schmierentheater im Parlament
Akademiker hat recht und es ist dabei egal aus welcher Himmelsrichtung der Unsinn verzapft wird.
Unverständlich ist aber, dass durch Andreas Wieniger diese Art Schmierentheater ohne Not in Gang gebracht wurde. Kann man nicht einfach die Ermittlungen abwarten, einschließlich des Disziplinarverfahrens, und dann eventuell in die Offensive gehen ?
Andere Querelen sollten außerhalb der parlamentarischen Sitzungen und auch nicht in der Presse ausgetragen werden ! Reaktionen wie in der letzten Sitzung waren natürlich zu erwarten. Fingerspitzengefühl geht manchen Provinzpolitiker irgendwie ab.
-Insider-
30.08.2013, 21:52 Uhr
ist
doch eigentlich alles ok. das beamtengesetz regelt das nun mal so. beamte die vom dienst freigestellt werden bekommen die vollen bezügen - punkt aus. wie und ob es überhaupt nun noch eine vernünftige zusammenarbeit geben kann zwischen OB und BM, dass muss man abwarten. für alle beteiligten wäre der rückzug des BM das sauberste. in erfurt würden sie ihn als referendar/staatssekretär sicherlich mit kusshand nehmen, denn fachwissen hat er - unbestritten.
altmeister
30.08.2013, 23:27 Uhr
Gibt es da nicht...
einen Passus in der Disziplinarverordnung oder so, wo drin steht, dass es sogar eine Halbierung der Bezüge bei einer solchen Beurlaubung gibt? Sollte mal geprüft werden.
Letztendlich gibt es doch da die Möglichkeit der Nachzahlung, falls diese Halbierung nicht richtig war. Nur die Möglichkeit der Rückforderung der gezahlten Bezüge gibt es nicht, da ist das Geld weg.
Dem normalen Arbeitnehmer wird auch gekündigt , ohne dass der Lohn weiter gezahlt wird, und wenn die Kündigung nicht richtig war, dann ist der entgangene Lohn nachzuzahlen.
Warum wird in diesem Fall nicht ähnlich verfahren?
Jetzt soll mir keiner kommen, dass dadurch die Lebensgrundlage entzogen würde, sehr viele würden von einem solch halbierten Einkommen träumen. Hat auch nichts mit Neid zu tun, nur allein, dass für gezahltes Geld keine Gegenleistung kommt. Wie schon angeführt, wäre das Geld nicht verloren.
Aber, bei aller Unschuldsvermutung, wo bleibt der Aufschrei der gerechtigkeitsliebenden Frauen und Männer, der Gleichstellungsbeauftragten mit all ihren Anhängern, da hier das Opfer, die Anzeigende, immer wieder diffamiert und der mutmaßliche Täter geschützt wird? Das wird bei aller Diskussion und Stellungnahme vergessen, weil viele zu oft die parteipolitischen Scheuklappen aufhaben!
nnz Redaktion
31.08.2013, 09:09 Uhr
Diskussion ist beendet
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