Mi, 08:51 Uhr
21.08.2013
Zitate zu unserer Zukunft (12)
nnz-Leser Bodo Schwarzberg bezieht in seinen Zuschriften und Kommentaren klare Positionen für den Umwelt und Naturschutz. Jetzt hat er Zitate von Fachleuten gesammelt...
Wenn die Finanzmärkte zum politischen Souverän avancieren, wird das auf den Verkauf seiner Arbeitskraft um fast jeden Preis zurückgeworfene Individuum entmündigt und die moderne Demokratie entkernt. Quelle: http://www.focus.de/politik/gastkolumnen/butterwegge/deutschland-vor-der-wahl-was-zur-wahl-steht-und-wer-nicht-zur-wahl-geht_aid_1075526.html
Unter der Überschrift Staat der Reichen? Warum Arme nicht mehr zur Wahl gehen, setzt sich Focus online mit der Wahlmüdigkeit vor allem unter dem wachsenden Heer der Armen in Deutschland auseinander und mit den Gefahren, die daraus der Demokratie erwachsen. Hört man den Schönwetterrednern der Parteien zu den unterschiedlichsten Jahrestagen der deutschen Geschichte zu, ist aber genau davon keine Rede. Lobhudeleien und Prosit auf die 1989 errungene Freiheit von 17 Mio. Ostdeutschen übertönen die Fragezeichen Tausender.
Jene machen die Politik in unserem Land, die in der Lage sind, genügend Lobbyisten und damit Einflussmöglichkeiten auf Parlament und Regierung zu mobilisieren. Die Interessen der Armen bleiben dabei auf der Strecke. Das Auseinandertriften der Einkommensschwere mag als Beweis dienen (bitte googeln). Zündstoff für eine immer weiter um sich greifende Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung ist die Folge. Die alljährlichen schweren Auseinandersetzungen in Pariser Vorstädten, gigantische Demonstrationen im gebeutelten Spanien und eine maximale Suizdrate in Griechenland auf Grund der Dauerkrise unserer Gesellschaft sollten uns auch in Deutschland aufhorchen lassen.
Was auch nützt die Freiheit des Wortes, wenn sich viele Menschen nicht trauen, es aus Angst vor existenziellen Nachteilen auszusprechen? Was nützt es im Allgemeinen und den Armen im Besonderen, in einer von Großbanken, Versicherungen und Großkonzernen dominierten Demokratie wählen zu gehen?
Für eine Freiheit, die viele Menschen nicht spüren können, liebe Politiker, sind die Menschen 1989 nicht auf die Straße gegangen. Es fehlt an Parteifunktionären mit Charisma, Idealismus und Pragmatismus , die die Interessen tatsächlich ALLER nicht nur, wie so oft vertreten, sondern nach den Wahlen tatsächlich auch umsetzen, und die die gefährlichen Schwachstellen unserer so genannten Demokratie beim Namen nennen, statt den potentiellen Wählern die Augen wie im Sozialismus mit Rosaherzchen verkleistern.
Macht die Politik so weiter, wie bisher, macht sie sich mitschuldig an den zunehmenden Gefahren für die Demokratie. Die Wahlmüdigkeit, die Focus online für die kommende Wahl auf ein Maximum steigen sieht (weniger als die Hälfte der jugendlichen Wähler weiß überhaupt, dass im September gewählt wird), ist ein in den anschließenden Elefantenrunden regelmäßig ignorierter Gradmesser dafür. Das Lächeln, das uns gegenwärtig in allen Farben von unzähligen Presspappen heruntergrüßt, kann über die wahren Verhältnisse genauso wenig hinwegtäuschen, wie die blumigen und einseitigen Lobeshymnen auf das 1989 in der DDR erkämpfte angebliche Schlaraffenland der Menschlichkeit.
Bodo Schwarzberg
Autor: redWenn die Finanzmärkte zum politischen Souverän avancieren, wird das auf den Verkauf seiner Arbeitskraft um fast jeden Preis zurückgeworfene Individuum entmündigt und die moderne Demokratie entkernt. Quelle: http://www.focus.de/politik/gastkolumnen/butterwegge/deutschland-vor-der-wahl-was-zur-wahl-steht-und-wer-nicht-zur-wahl-geht_aid_1075526.html
Unter der Überschrift Staat der Reichen? Warum Arme nicht mehr zur Wahl gehen, setzt sich Focus online mit der Wahlmüdigkeit vor allem unter dem wachsenden Heer der Armen in Deutschland auseinander und mit den Gefahren, die daraus der Demokratie erwachsen. Hört man den Schönwetterrednern der Parteien zu den unterschiedlichsten Jahrestagen der deutschen Geschichte zu, ist aber genau davon keine Rede. Lobhudeleien und Prosit auf die 1989 errungene Freiheit von 17 Mio. Ostdeutschen übertönen die Fragezeichen Tausender.
Jene machen die Politik in unserem Land, die in der Lage sind, genügend Lobbyisten und damit Einflussmöglichkeiten auf Parlament und Regierung zu mobilisieren. Die Interessen der Armen bleiben dabei auf der Strecke. Das Auseinandertriften der Einkommensschwere mag als Beweis dienen (bitte googeln). Zündstoff für eine immer weiter um sich greifende Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung ist die Folge. Die alljährlichen schweren Auseinandersetzungen in Pariser Vorstädten, gigantische Demonstrationen im gebeutelten Spanien und eine maximale Suizdrate in Griechenland auf Grund der Dauerkrise unserer Gesellschaft sollten uns auch in Deutschland aufhorchen lassen.
Was auch nützt die Freiheit des Wortes, wenn sich viele Menschen nicht trauen, es aus Angst vor existenziellen Nachteilen auszusprechen? Was nützt es im Allgemeinen und den Armen im Besonderen, in einer von Großbanken, Versicherungen und Großkonzernen dominierten Demokratie wählen zu gehen?
Für eine Freiheit, die viele Menschen nicht spüren können, liebe Politiker, sind die Menschen 1989 nicht auf die Straße gegangen. Es fehlt an Parteifunktionären mit Charisma, Idealismus und Pragmatismus , die die Interessen tatsächlich ALLER nicht nur, wie so oft vertreten, sondern nach den Wahlen tatsächlich auch umsetzen, und die die gefährlichen Schwachstellen unserer so genannten Demokratie beim Namen nennen, statt den potentiellen Wählern die Augen wie im Sozialismus mit Rosaherzchen verkleistern.
Macht die Politik so weiter, wie bisher, macht sie sich mitschuldig an den zunehmenden Gefahren für die Demokratie. Die Wahlmüdigkeit, die Focus online für die kommende Wahl auf ein Maximum steigen sieht (weniger als die Hälfte der jugendlichen Wähler weiß überhaupt, dass im September gewählt wird), ist ein in den anschließenden Elefantenrunden regelmäßig ignorierter Gradmesser dafür. Das Lächeln, das uns gegenwärtig in allen Farben von unzähligen Presspappen heruntergrüßt, kann über die wahren Verhältnisse genauso wenig hinwegtäuschen, wie die blumigen und einseitigen Lobeshymnen auf das 1989 in der DDR erkämpfte angebliche Schlaraffenland der Menschlichkeit.
Bodo Schwarzberg

