Fr, 17:18 Uhr
02.08.2013
Besuch im Keller
Es war das erste Mal - Südtirol. Und es wird nicht das letzte Mal sein. Das hat viele Gründe. Das Land, das Klima, die touristische Infrastruktur und das sind die Menschen. Ein privater Erfahrungsbericht...
Wir wollten nach zehn Jahren Bad Füssing diesem Thermen-Kleinod nicht etwa den Rücken kehren, sondern Neues erfahren, wollten auch vergleichen. Also wurde gezielt nach einem Hotel gesucht, das in Ausstattung, Preis-Leistungsverhältnis dem bisherigen entsprach. Wir hatten es gefunden.
Gefunden haben wir dabei auch einen Mann, der nicht nur der Eigentümer, der Chef, der Hotelier schlechthin war, nein, Hans Inderst ist das Hotel. Er lebt es sozusagen. Immer präsent, immer ein gastliches Wort, nicht aufdringlich, eher zurückhaltend höflich. Vor allem mit dem Wetter kennt sich der Mann aus, dessen Familie seit Generationen in Marling, oberhalb von Meran, lebt.
Am Abend zieht er sich gern zurück, in einer Ecke sitzt der 69jährige oft mit Dr. Willi Herpf, einem seiner Uralt-Freunde und spielt eine Partie Schach. Für die nnz hatte der Südtiroler an einem Abend dann noch Zeit, den privaten Weinkeller zu präsentieren.
Haben zusammen so manche Flasche geleert: Dr. Willi Herpf (links) und Hans Inderst
Wein, das ist für die Menschen um Meran herum vermutlich genauso wichtig, wie für den Mitteldeutschen oder Bayern das Bier. Es ist der Stoff aus dem vielen Geschichten, Anekdoten und Phantasien gesponnen werden. Der Fundus dieser Geschichten ist schier unerschöpflich, schließlich ist die Rebe seit Jahrtausenden in Südtirol bekannt. Und hier, in Südtirol, gedeihen die Reben im Kälteschutz der Alpen besonders gut, eben hervorragend.
Zurück aber zum Hotel des Hans Inderst und zu dem Abend, da es in den Weinkeller ging. Es ist der tiefste Punkt des Hotels, das in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder erweitert, immer moderner wurde und doch den familiären Charme nicht einbüßte. Obwohl das Gebäudeensemble an einem Hang liegt, könnte man in diesem Keller - wenn man noch 1,50 Meter gräbt - auf Grundwasser stoßen. Hier gibt es keine Temperaturschwankungen. Beim Ausbau des Kellers wurde das verbaut, was nach Meinung des Hans Inderst zu seiner Heimat, zu Südtirol gehört. Alte Holzbalken mit Malereien aus dem frühen 17. Jahrhundert. Mit Steinen aus einem ehemaligen Bruch wurde gemauert - ewig gewordene Erinnerungen. An den Wänden hänge Bilder Südtiroler Künstler, zum Beispiel von Albert Stolz.
Und dann sind da natürlich die Flaschen mit den edlen Tropfen, die der Hotelchef seit 1967 gekauft oder ersteigert hat oder geschenkt bekam. Und da sind die Geschichten, die vielleicht Hans Inderst zu jeder einzelnen Flasche erzählen kann. Aber das, das sind die anderen Geschichten aus Südtirol, die wir uns für das nächste Jahr aufheben werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redWir wollten nach zehn Jahren Bad Füssing diesem Thermen-Kleinod nicht etwa den Rücken kehren, sondern Neues erfahren, wollten auch vergleichen. Also wurde gezielt nach einem Hotel gesucht, das in Ausstattung, Preis-Leistungsverhältnis dem bisherigen entsprach. Wir hatten es gefunden.
Gefunden haben wir dabei auch einen Mann, der nicht nur der Eigentümer, der Chef, der Hotelier schlechthin war, nein, Hans Inderst ist das Hotel. Er lebt es sozusagen. Immer präsent, immer ein gastliches Wort, nicht aufdringlich, eher zurückhaltend höflich. Vor allem mit dem Wetter kennt sich der Mann aus, dessen Familie seit Generationen in Marling, oberhalb von Meran, lebt.
Am Abend zieht er sich gern zurück, in einer Ecke sitzt der 69jährige oft mit Dr. Willi Herpf, einem seiner Uralt-Freunde und spielt eine Partie Schach. Für die nnz hatte der Südtiroler an einem Abend dann noch Zeit, den privaten Weinkeller zu präsentieren.
Haben zusammen so manche Flasche geleert: Dr. Willi Herpf (links) und Hans Inderst
Wein, das ist für die Menschen um Meran herum vermutlich genauso wichtig, wie für den Mitteldeutschen oder Bayern das Bier. Es ist der Stoff aus dem vielen Geschichten, Anekdoten und Phantasien gesponnen werden. Der Fundus dieser Geschichten ist schier unerschöpflich, schließlich ist die Rebe seit Jahrtausenden in Südtirol bekannt. Und hier, in Südtirol, gedeihen die Reben im Kälteschutz der Alpen besonders gut, eben hervorragend.
Zurück aber zum Hotel des Hans Inderst und zu dem Abend, da es in den Weinkeller ging. Es ist der tiefste Punkt des Hotels, das in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder erweitert, immer moderner wurde und doch den familiären Charme nicht einbüßte. Obwohl das Gebäudeensemble an einem Hang liegt, könnte man in diesem Keller - wenn man noch 1,50 Meter gräbt - auf Grundwasser stoßen. Hier gibt es keine Temperaturschwankungen. Beim Ausbau des Kellers wurde das verbaut, was nach Meinung des Hans Inderst zu seiner Heimat, zu Südtirol gehört. Alte Holzbalken mit Malereien aus dem frühen 17. Jahrhundert. Mit Steinen aus einem ehemaligen Bruch wurde gemauert - ewig gewordene Erinnerungen. An den Wänden hänge Bilder Südtiroler Künstler, zum Beispiel von Albert Stolz.
Und dann sind da natürlich die Flaschen mit den edlen Tropfen, die der Hotelchef seit 1967 gekauft oder ersteigert hat oder geschenkt bekam. Und da sind die Geschichten, die vielleicht Hans Inderst zu jeder einzelnen Flasche erzählen kann. Aber das, das sind die anderen Geschichten aus Südtirol, die wir uns für das nächste Jahr aufheben werden.
Peter-Stefan Greiner




