Mi, 14:49 Uhr
14.08.2013
Plenterwälder in der Hainleite
Wenn man in den an Buchen reichen Wäldern der Hainleite auf Wandertour ist, übersieht man leicht die strukturelle Vielfalt und die geschichtlichen Hintergründe so mancher Waldbestände. Ein nnz-Beitrag von Revierleiter Stefan Großer vom Forstamt Bleicherode-Südharz...
Rotbuchen-Plenterwald des Forstamtes Bleicherode-Südharz im Revier Gebra
Völlig durchmischte, vielschichtige Strukturen, unterschiedliche Altersklassen, verschiedenste Dimensionen und Waldverjüngungsstadien auf kleinster Fläche, das sind die Kennzeichen für einen klassischen Plenterwald.
Die Plenterwirtschaft ist eine historische Form der Hochwaldbewirtschaftung und bringt einen vorratsreichen, sich ständig verjüngenden Dauerwald zustande. Plenterwälder entwickelten sich in den Zeiten des Mittelalters, als das Holz knapp war und eine ungeregelte Holznutzung in gemeinschaftlich genutzten Bauernwäldern durchgeführt wurde. Da es in diesen Bauernwäldern üblich war, die stärksten Stämme zu schlagen, sprach man von sogenannten Plünderwäldern.
Plenterwälder gehören zu seltenen Waldbewirtschaftungsstrukturen und finden sich nur in wenigen Gebieten Deutschlands wieder. Bei dieser Bewirtschaftungsform werden in der Regel Halbschatt- und Schattbaumarten wie Rotbuche, Weißtanne und Fichte bewirtschaftet. Diese schattentoleranten Baumarten können lange Zeit im Unterstand überdauern. Durch plötzliche Veränderung der Lichteinstrahlung durch das Kronendach, wie es nach der Durchführung forstlicher Eingriffe der Fall ist, können die Jungbäume nach und nach bis in den Oberstand empor wachsen und somit die späteren Waldgenerationen dominieren. In den Wäldern der Hainleite finden sich jedoch hauptsächlich Rotbuchen- Plenterwälder wieder, auch im Forstrevier Gebra des Forstamtes Bleicherode-Südharz bleiben diese dem aufmerksamen Waldbesucher nicht verborgen.
Die moderne Forstwirtschaft macht sich diese alten Bewirtschaftungsstrukturen zunutze, indem durch Nutzung einzelner zielstarker Bäume, kleine Lichtschächte im Kronendach entstehen. Dort entwickeln sich dann im Laufe der Zeit kleine Jungbäume, die durch den erhöhten Lichtgenuss nach oben streben können. Auch die schwächeren und mittleren Bestandesteile werden gepflegt, sodass sich aus ihnen im Laufe der Jahrzehnte qualitativ gute Einzelbäume entwickeln können. Gerade in Buchenplenterwäldern kann man gänzlich auf teure Pflanzungen junger Bäume verzichten, da die örtlichen Wirtschaftler die Verjüngungskräfte der Natur nutzen.
So entstehen über lange Zeiträume sehr naturnah bewirtschaftete Waldbestände, die ein bisschen an die früheren Urwälder erinnern.
Durch diese gezielten forstlichen Eingriffe erreicht man, eine sehr hohe strukturelle und ökologische Vielfalt. Es bilden sich Waldbilder mit Bäumen unterschiedlichster Dimensionen und Altersklassen heraus, die hervorragend an eine Vielzahl von Umwelteinflüssen angepasst sind.
Stefan Großer
Autor: redRotbuchen-Plenterwald des Forstamtes Bleicherode-Südharz im Revier Gebra
Völlig durchmischte, vielschichtige Strukturen, unterschiedliche Altersklassen, verschiedenste Dimensionen und Waldverjüngungsstadien auf kleinster Fläche, das sind die Kennzeichen für einen klassischen Plenterwald.
Die Plenterwirtschaft ist eine historische Form der Hochwaldbewirtschaftung und bringt einen vorratsreichen, sich ständig verjüngenden Dauerwald zustande. Plenterwälder entwickelten sich in den Zeiten des Mittelalters, als das Holz knapp war und eine ungeregelte Holznutzung in gemeinschaftlich genutzten Bauernwäldern durchgeführt wurde. Da es in diesen Bauernwäldern üblich war, die stärksten Stämme zu schlagen, sprach man von sogenannten Plünderwäldern.
Plenterwälder gehören zu seltenen Waldbewirtschaftungsstrukturen und finden sich nur in wenigen Gebieten Deutschlands wieder. Bei dieser Bewirtschaftungsform werden in der Regel Halbschatt- und Schattbaumarten wie Rotbuche, Weißtanne und Fichte bewirtschaftet. Diese schattentoleranten Baumarten können lange Zeit im Unterstand überdauern. Durch plötzliche Veränderung der Lichteinstrahlung durch das Kronendach, wie es nach der Durchführung forstlicher Eingriffe der Fall ist, können die Jungbäume nach und nach bis in den Oberstand empor wachsen und somit die späteren Waldgenerationen dominieren. In den Wäldern der Hainleite finden sich jedoch hauptsächlich Rotbuchen- Plenterwälder wieder, auch im Forstrevier Gebra des Forstamtes Bleicherode-Südharz bleiben diese dem aufmerksamen Waldbesucher nicht verborgen.
Die moderne Forstwirtschaft macht sich diese alten Bewirtschaftungsstrukturen zunutze, indem durch Nutzung einzelner zielstarker Bäume, kleine Lichtschächte im Kronendach entstehen. Dort entwickeln sich dann im Laufe der Zeit kleine Jungbäume, die durch den erhöhten Lichtgenuss nach oben streben können. Auch die schwächeren und mittleren Bestandesteile werden gepflegt, sodass sich aus ihnen im Laufe der Jahrzehnte qualitativ gute Einzelbäume entwickeln können. Gerade in Buchenplenterwäldern kann man gänzlich auf teure Pflanzungen junger Bäume verzichten, da die örtlichen Wirtschaftler die Verjüngungskräfte der Natur nutzen.
So entstehen über lange Zeiträume sehr naturnah bewirtschaftete Waldbestände, die ein bisschen an die früheren Urwälder erinnern.
Durch diese gezielten forstlichen Eingriffe erreicht man, eine sehr hohe strukturelle und ökologische Vielfalt. Es bilden sich Waldbilder mit Bäumen unterschiedlichster Dimensionen und Altersklassen heraus, die hervorragend an eine Vielzahl von Umwelteinflüssen angepasst sind.
Stefan Großer


