Do, 11:54 Uhr
08.04.2004
Ruhe im Turm
Nordhausen (nnz). Auch wenn das Gelände des Petersberges derzeit abgesperrt ist. Dort gehen die Arbeiten in Vorbereitung auf die Landesgartenschau munter weiter. Auch wenn es um Ruhe und Besinnung geht...
Ein "Raum der Ruhe und Besinnung" entsteht derzeit im Eingangsbereich des Nordhäuser Petri-Turmes - dem zentralen Bauwerk auf dem Nordhäuser Petersberg, dem Ausstellungsgelände der 2. Thüringer Landesgartenschau. Parallel zum "Raum der Ruhe" wird der Aufgang im Turm gestaltet. Der Petri-Turm ist Teil einer Kirche, die bei der Bombardierung der Stadt Anfang April 1945 zerstört wurde. Am 16. Februar 1522 hielt Pastor Lorenz Süße hier die 1. evangelische Predigt der Stadt. "Jetzt, wo das gesamte Umfeld auf dem Petersberg geordnet ist und sich in neuem Gewand zeigt, war es angemessen - und an der Zeit - auch das Innere des Turmes entsprechend zu gestalten. Bisher war es im wesentlichen eine unansehnlicher Abstellkammer und hat förmlich auf die Gestaltung gewartet", sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).
Mit der Umgestaltung wolle man zum einen die religiöse Bedeutung des Turmes als Teil eines Gotteshauses unterstreichen, zum anderen solle er auch ein Ort des Gedenkens an die mehr als hundert Menschen sein, die hier im April 1945 Schutz vor den Bomben gesucht hatten und von den Trümmern der zusammenstürzenden Kirche begraben wurden. "Und natürlich soll der Raum ein Ort werden, an dem die Menschen bei ihrem Besuch auf dem Petersberg innehalten und Ruhe finden können", so die Oberbürgermeisterin. "Der Turm lädt dazu ein, ihn zu betreten."
Die Entwürfe stammen vom Nordhäuser Künstler Jürgen Rennebach: "Der Raum ist im Prinzip ‚gestaltete Leere’, es werden nur die unbedingt nötigen Elemente eingesetzt." Der bisherige Betonfußboden werde durch einen Steinbelag ersetzt, der sich bereits vor dem Eingang befinde. "Damit wird der Turm auch optisch an das nicht mehr vorhandene Kirchenschiff angebunden", so Rennebach. Durchzogen wird die Steinpflasterung im "Raum der Ruhe" von einem in die Erde eingelassenen schmalen Kreuz aus gestampftem Lehm. "Mittelpunkt des Kreuzes - und damit des Raumes - ist eine schlichte, polierte Marmorscheibe. Auf sie ist von oben das blaue Licht eines Scheinwerfers gerichtet - damit entsteht ein Licht-Dom." An den Wänden rings um die Lichtsäule würden schlichte Hartholz-Bänke und Kerzen aufgestellt. Am Eingang des Raumes werde man unter anderem eine Bibel und Informationen zur Geschichte des Turmes und zur früheren Kirche auslegen.
Im Aufgang Richtung Turmspitze werden beleuchtete Informations-Tafeln die Besucher auf ihrem Weg nach oben begleiten und dabei über die Geschichte des Petersberges informieren. "Am Fuße des Turmes wird die Bedeutung des Berges als frühgermanische Kultstätte erläutert, und je weiter man hinaufsteigt, je näher kommt man der Gegenwart", so Rennebach. "Und ist man oben angelangt, hat man einen wunderschönen Blick über das neue Nordhausen!"
Autor: nnz
Ein "Raum der Ruhe und Besinnung" entsteht derzeit im Eingangsbereich des Nordhäuser Petri-Turmes - dem zentralen Bauwerk auf dem Nordhäuser Petersberg, dem Ausstellungsgelände der 2. Thüringer Landesgartenschau. Parallel zum "Raum der Ruhe" wird der Aufgang im Turm gestaltet. Der Petri-Turm ist Teil einer Kirche, die bei der Bombardierung der Stadt Anfang April 1945 zerstört wurde. Am 16. Februar 1522 hielt Pastor Lorenz Süße hier die 1. evangelische Predigt der Stadt. "Jetzt, wo das gesamte Umfeld auf dem Petersberg geordnet ist und sich in neuem Gewand zeigt, war es angemessen - und an der Zeit - auch das Innere des Turmes entsprechend zu gestalten. Bisher war es im wesentlichen eine unansehnlicher Abstellkammer und hat förmlich auf die Gestaltung gewartet", sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).Mit der Umgestaltung wolle man zum einen die religiöse Bedeutung des Turmes als Teil eines Gotteshauses unterstreichen, zum anderen solle er auch ein Ort des Gedenkens an die mehr als hundert Menschen sein, die hier im April 1945 Schutz vor den Bomben gesucht hatten und von den Trümmern der zusammenstürzenden Kirche begraben wurden. "Und natürlich soll der Raum ein Ort werden, an dem die Menschen bei ihrem Besuch auf dem Petersberg innehalten und Ruhe finden können", so die Oberbürgermeisterin. "Der Turm lädt dazu ein, ihn zu betreten."
Die Entwürfe stammen vom Nordhäuser Künstler Jürgen Rennebach: "Der Raum ist im Prinzip ‚gestaltete Leere’, es werden nur die unbedingt nötigen Elemente eingesetzt." Der bisherige Betonfußboden werde durch einen Steinbelag ersetzt, der sich bereits vor dem Eingang befinde. "Damit wird der Turm auch optisch an das nicht mehr vorhandene Kirchenschiff angebunden", so Rennebach. Durchzogen wird die Steinpflasterung im "Raum der Ruhe" von einem in die Erde eingelassenen schmalen Kreuz aus gestampftem Lehm. "Mittelpunkt des Kreuzes - und damit des Raumes - ist eine schlichte, polierte Marmorscheibe. Auf sie ist von oben das blaue Licht eines Scheinwerfers gerichtet - damit entsteht ein Licht-Dom." An den Wänden rings um die Lichtsäule würden schlichte Hartholz-Bänke und Kerzen aufgestellt. Am Eingang des Raumes werde man unter anderem eine Bibel und Informationen zur Geschichte des Turmes und zur früheren Kirche auslegen.
Im Aufgang Richtung Turmspitze werden beleuchtete Informations-Tafeln die Besucher auf ihrem Weg nach oben begleiten und dabei über die Geschichte des Petersberges informieren. "Am Fuße des Turmes wird die Bedeutung des Berges als frühgermanische Kultstätte erläutert, und je weiter man hinaufsteigt, je näher kommt man der Gegenwart", so Rennebach. "Und ist man oben angelangt, hat man einen wunderschönen Blick über das neue Nordhausen!"


