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Mi, 20:55 Uhr
07.08.2013

Besuch in der Kubibo

Das Bauwerk der Kulturbibliothek wird immer realer, immer schöner, wird immer mehr diskutiert. Heute wollte die nnz der größten Investition in der Geschichte der Rolandstadt einen Besuch abstatten und erfuhr, wann die KubiBo eröffnet werden soll...


Seit Montag werden an dem Gebäudeteil, das einmal die moderne Bibliothek beherbergen soll, die Sonnenschutz-Lamellen angebracht. Die werden lichtabhängig gesteuert. Das heißt, jede einzelne Lamelle wird von einem Motor angetrieben. Und schließlich kommt vor die Lamellenfront noch einmal eine Glasfront. Das alles als geschlossenes System betrachtet, soll energetische Wunder bewirken und den ultimativen Stand der Klimatechnik darstellen.

Ob die Stadträte vor Jahren mal genau in die Preisliste geschaut hatten, ist nicht mehr belegbar, denn laut Bauamtsleiter Jens Kohlhause kosten allein die insgesamt 324 Quadratmeter Glas und die Lamellen zusammen rund 2,5 Millionen Euro.

Auf jeden Fall werden die Bibliothek und der Ratssaal das Non Plus Ultra an Technik reflektieren, bis hin zu der Möglichkeit, dass alle Stadträte bei ihren Sitzungen mit Laptops ausgestattet werden können. Tolle Sache, nur kann ich mir beim besten Willen das bei einigen der Gewählten nicht vorstellen.

Ob jedoch der jetzige Stadtrat eine Sitzung in dem Prachtbau abhalten kann, muss momentan bezweifelt werden. Immerhin zeigt sich Jens Kohlhause optimistisch, was die Genauigkeit des Fertigstellungstermins betrifft: Die Endreinigung des Baus soll am 18. Januar vorgenommen werden, dann wird die Inneneinrichtung eingebaut und zum Frühlingsanfang 2014 soll Eröffnung sein. Wenn alles reibungslos klappt.

Schön wird das dann alles anzusehen sein: Das Wasserspiel auf der großen Terrasse, die sich bewegenden Lamellen, die vielen lesenden Menschen, die genüsslich einen Mokka schlürfen. Nur: Straßen reparieren oder ähnliche Unwichtigkeiten werden ab dem kommenden Jahr voraussichtlich nicht mehr möglich sein.

Ob sich das Wunder der Klimatechnik dann real bewährt, das wird sich zeigen. In der Flohburg laufen die Aggregate - so hört man - auf vollen Touren. Nicht nur die Uhr tickt, sondern vor allem die Stromzähler. Die Kosten der Klimatisierung werden noch steigen, wenn an dem Plan des Umzugs der Himmelgartenbibliothek in die Flohburg festgehalten wird.

Momentan wird in den diversen Ausschüssen des Stadtrates über den Verwahrvertrag zur Himmelgartenbibliothek diskutiert. Dieses Papier war - wie sich später herausstellte - eigenmächtig im Namen der Stadt von der damaligen Oberbürgermeisterin Barbara Rinke unterzeichnet worden, ohne den Stadtrat einzubinden. Aus heutiger Sicht, sagen Fachleute: ein Unding. Wenn es nach der Sommerpause mit städtischer Politik weitergeht, dann sollen das aber genau die zu diskutierenden Themen sein. Und ohne einen Beschluss des Stadtrates zu einem neuen oder einem geänderten Vertrag wird es diesmal nicht abgehen.

Und vor allem wollen einige Fraktionen des Stadtrates endlich wissen, was das alles kosten wird. Nur eine Fraktion ist daran vermutlich nicht interessiert: die SPD. Die hatte in Sachen Kulturbibliothek schon mal vorsorglich einen Katalog mit 50 Fragen an die Verwaltung zur Beantwortung geschickt.
Peter-Stefan Greiner
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Arbeiten an der Glasfront (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Der Blick zwischen die Fassade (Foto: nnz)
Von innen nach außen (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Fußbodenheizung an der Wand soll kühlen (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Blick in den Bürgersaal (Foto: nnz)
Besuch im Palast aus Glas und Beton (Foto: nnz)
Indirektes Licht für den Bürgersaal (Foto: nnz)
Blick vom Cafe auf die Terrasse (Foto: nnz)
Montage der doppelten Glasfassade (Foto: nnz)
Blick in die Tiefgarage (Foto: nnz)
Blick in die Tiefgarage (Foto: nnz)
Autor: red

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Kommentare
Janko
07.08.2013, 23:05 Uhr
ring frei -
- für die übliche "kulturbibo ist scheiße/hat keiner gewollt/sieht kacke aus/passt nicht in die innenstadt/ist ein denkmal für frau rinke"- diskussion.
wer fängt an?
Retupmoc
08.08.2013, 07:51 Uhr
Sie @ Janko
haben damit angefangen. Haha
altmeister
08.08.2013, 08:52 Uhr
Der Erste ist Doch schon da!
Ich bin etwas enttäuscht von @janko, waren doch bisher seine Kommentare interessant und sachbezogen. Warum jetzt solch einen, von wenig Sinn gefüllten Kommentar?
Selbst wenn es nicht immer mit der eigenen Meinung zusammen passt, sollte auch die Meinung anderer Kommentatoren akzeptiert werden.

Auch wenn in dieser Kommentarfunktion der nnz keine große Politik gemacht werden kann, so ist doch zumindest sicher, dass diese auch von den zuständigen Verwaltungen mit ihren zugehörigen Vertretern zur Kenntnis genommen wird.
Dass es im.Zusammenhang mit dieser Bibliothek und der Flohburg viele Probleme gab, gibt und geben wird, vor allem planerischer und finanzieller Art, das kann und darf nicht übersehen und vergessen werden.

Eigenmächtige, nicht legitimierte Vertragsabschlüsse sollten dazu führen, dass diese Person auch für die Kosten aufkommt. Es ging in den betreffenden Punkten nie um abzuwehrende Risiken oder Gefahren! Nur um viel Geld, was nicht da ist.

Warum soll nicht aufgedeckt werden, dass diese so teure Art der Klimatisierung kaum Chancen hat, sich zu amortisieren.
Weiter ist es bestimmt nicht uninteressant, dass der Raum in der neuen Bibo der dunkelste ist, welcher sich Lesesaal nennt. Schilda lässt grüssen!

Dass die Betriebskosten wenig Berücksichtigung in der Planung fanden ist schon oft angesprochen worden. Bisher wurden dazu auch keine Zahlen der Stadtverwaltung veröffentlicht, trotz der Anfragen hier in der nnz.

Warum soll nicht immer wieder auf offensichtliche Probleme hingewiesen, über diese diskutiert werden?
andreas66
08.08.2013, 08:54 Uhr
In Zeiten...
knapper Kassen sich so einen "Palast" hinzusetzen, hat mit gesundem Menschenverstand nichts mehr zu tun. Die Notwendigkeit eines neuen Sitzungs- oder Tagungsgebäude bestand ja zweifelslos. Habe mehrere öffentliche Sitzungen des Stadtrates im "Säulensaal" besucht.

Das waren keine Zustände. Da es angeblich nur über die Schiene eines Bibliotheksneubaus wg. der Fördermittel ging, eine Nummer kleiner wäre doch auch gegangen. Da hätte man halbwegs die Kosten im Griff gehabt. Der neue Feuerwehrstützpunkt könnte gebaut werden und die Stadträte hätten trotzdem in einem klimatisierten HighTec-Saal ihre Sitzungen abhalten können. Auf die zukünftigen Besucherzahlen der KubiBo bin ich gespannt.
Psychoanalytiker
08.08.2013, 11:26 Uhr
Ironie und Witz
Peter-Stefan Greiner!
Vielen Dank für diesen ironischen und mit Witzen gespickten Beitrag. Schon der Witz, dass die KUBIBO immer schöner wird, ist eine Granate. Auch dass Glas plus Lamellen nur 2,5 Mio Euro kosten sollen, ist ein Witz. Die Ironie mit den Laptops – große Klasse! Der nächste Witz: Mitten im Winter die Endreinigung. Da werden bestimmt zunächst die streusalzbesetzten Schuhe aus- und Hausschuhe angezogen.

Dann wird „endgereinigt“, um anschließend die klinisch saubere Inneneinrichtung einzubauen. Das ist genial, fast so genial wie bei den Bürgern im berühmten Schilda. Selbst den Humor mit dem Straßenbau habe ich verstanden. Nur einen Satz habe ich nicht verstanden: „Wenn es nach der Sommerpause mit städtischer Politik weitergeht, …“. Könnte mir dieser Witz nochmal erklärt werden?
Pe_rle
08.08.2013, 13:45 Uhr
eine Frage ???
wie kann die SPD 50 Fragen zu diesem Bau haben wenn Ihre Genossin Rinke eben diesen Abgesegnet hat????
Tolle Partei wo der eine nicht weiß was der andere tut
Doerfler
08.08.2013, 15:36 Uhr
Chaosbaustellen
und die europaweit absolut lahmar... sind in dieser, meiner Heimatstadt ja gang und gäbe - erinnert sei nur an das Jahrhundertbauwerk in der unteren Stolberger Straße, die Jahrtausend-WasserrohrAnschlußverlegung in beiden Teilen der Nebelungstraße oder das BauenOhneEnde in der Helmestraße...

Aber mal ehrlich: Ist es nötig für ca. 35 schlampig abgestellte Holzpaletten, 4 irgendwie in der Gegend rumstehende Container und kreuz und quer liegende Baustoffreste ewig den Steinweg -Äh Verzeihung Markt- zu sperren??

Mal ehrlich: Das bischen Gerümpel könnte durchaus auch an der Rückfront des altehrwürdigen Rathauses GEORDNET mittemangk die BaustellenContainer gestellt werden und der Steinweg wieder freigegeben werden.

Man schämt sich ja schon bei Besuchern für solche Dillettanten- und Messie-Firmen...
Sebastian1
08.08.2013, 17:52 Uhr
Kubibo vs. Feuerwehr
Warum baut man aun solch ein Projekt so lange. Das Einkaufszentrum wurde später begonnen, und ist wesentlich größer mit Tiefgarage, ist schneller Fertig als die Kubibo.

Ach ja, seit kurz nach der Wende wusste man von den Problemen der Berufsfeuerwehr Nordhausen.. und die Probleme wurden immer mehr und keiner kümmerte sich darum. Toreinfahrten zu klein (Witz) Die Feuerwehr muss die Seitenspiegel einklappen wenn sie Raus oder Rein Will... Verletzungsgefahren usw.

Aber naja Hauptsache eine Große Kulturbibliothek.

und das die Außenanlage der Fassade 2,5 Mio. Euro kostet. Könnte ich aus der Hose hüpfen.

Alles für mich recht unplausibel und ein Bau für das Schwarze Steuerbuch.
von hier
08.08.2013, 18:56 Uhr
zum herrn doerfler
über diese sperrung regen sich nicht nur sie auf, auch ein paar stadträte haben die aufhebung dieser unseeligen und unsinnigen sperrung gefordert, leider kam als antwort nur lippenbekenntnisse- betreffend einer überprüfung- durch die verwaltung in die richtung dieser (3) stadträte
H.Buntfuß
12.08.2013, 13:24 Uhr
Es gibt schlimmeres
Da regen wir uns über den Bau der Kubibo auf, es wäre ein unnützer Bau, ich sehe das zwar auch so, aber es gibt da noch viel größere Deppen.

Wie sich rausstellte wurde das größte Wohngebäude de EU ohne Fahrstuhl gebaut. Ich glaube dem gegenüber sind wir hier in Nordhausen noch gut weggekommen?
Retupmoc
12.08.2013, 14:05 Uhr
Aber nur grad so,
Herr Buntfuß!
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