Fr, 06:57 Uhr
02.08.2013
Ein Paradies für Niclas, Dennis und Alec
Auf den Parzellen in den Kleingartenanlagen des Südharzes scheint sich langsam ein Generationswechsel anzudeuten, hat Dieter Springmann, Vorstandsvorsitzender des Kreisverbandes der Kleingärtner, konstatiert. Das kann Joachim Hoffmann, Chef der Kleingartenanlage Am Schurzfell in Nordhausen, bestätigen. Zu den jungen Leuten, die hier mit Leidenschaft ihr Stück Land unter den Spaten nehmen, gehört die Familie Gerd und Jacqueline Buntfuß. Kurt Frank besuchte sie...
Die Parzelle war nicht einladend, als sie das junge Paar übernahm. Es würde viel Arbeit kosten, sie so herzurichten, damit Freude einkehrt. Das wusste es. Gerd und Jacqueline aber wollten einen Garten. Unbedingt. Schon der Kinder wegen. Sinnvolle Freizeitbeschäftigung an frischer Luft, Freude am Erfolg bei der Ernte von Obst, Gemüse und Blumen, frohes Kinderlachen bei Sport und Spiel – diese Gedanken bestimmten ihr Handeln.
Hand in Hand gingen beide ans Werk, dem Unkraut zu Leibe, räumten auf, brachten den heruntergekommenen Bungalow auf Vordermann. Die Mühen ihres Schaffens wurden spür- und sichtbar. Es grünte, der Garten erblühte. Die Kinder haben ihre Freude. Niclas und Dennis werden am Dienstag elf Jahre, Nachkömmling Alec hat erst zweieinhalb Lenze auf seinen strammen Beinchen (im Bild auf dem Arm seiner Mama, die Zwillingsbrüder im Planschbecken). Ab und an ergreift der Kleine einen kleinen Besen und fegt über die Gehwegplatten hinweg. Seinen großen Brüdern obliegt die Aufgabe, sie unkrautfrei zu halten.
Für frohes Kinderlachen hat das Ehepaar gesorgt: Schaukel, Rutsche, Dusche, Sandkasten, Planschbecken erfreuen die Herzen ihrer Sprösslinge. Heute, sagt die 31-jährige gelernte Verkäuferin, die jetzt in einer Gärtnerei tätig ist, möchten wir den Garten nicht mehr missen. Ehemann Gerd pflichtet ihr bei. Der 32-Jährige, der beruflich als mobiler Kran-Fahrer wochentags oft unterwegs ist, freut sich immer wieder auf seine grüne Oase. Der Mann hat im Garten immer was zu tun, genau wie seine Frau. Er ist für das Handwerkliche im und am Bungalow zuständig, seine Liebste für das Gedeihen der Kulturen.
Für diesen und jenen über 70-jährigen Gartenfreund kommt einmal die Zeit, wo er aus Altersgründen oder wegen gesundheitlicher Probleme seine Parzelle nicht mehr bearbeiten kann. Gartensparten-Vorsitzender Hoffmann ist dann froh, wenn sich junge Menschen zur Übernahme einfinden. Die Kleingartenanlage Am Schurzfell, die seit 40 Jahren besteht, ist mit 237 Parzellen die größte zusammenhängende im Landkreis. Die Zeiten, wo 15 Parzellen ein leeres Dasein fristeten, sind vorbei. Nur zwei sind momentan zu haben. Hoffmann erwartet Interessenten.
Das Bundeskleingartengesetz, sagt der oberste Kleingärtner Dieter Springmann, garantiere Pachtverträge in unbefristeter Dauer. Der Pachtpreis sei nach oben begrenzt und betrage im Territorium sechs Cent pro Quadratmeter. Damit sei er sozial verträglich und politisch so gewollt, schließlich erhielten und förderten Kleingärten städtische Grünflächen und nutzten dem Gemeinwohl.
Kurt Frank
Autor: redDie Parzelle war nicht einladend, als sie das junge Paar übernahm. Es würde viel Arbeit kosten, sie so herzurichten, damit Freude einkehrt. Das wusste es. Gerd und Jacqueline aber wollten einen Garten. Unbedingt. Schon der Kinder wegen. Sinnvolle Freizeitbeschäftigung an frischer Luft, Freude am Erfolg bei der Ernte von Obst, Gemüse und Blumen, frohes Kinderlachen bei Sport und Spiel – diese Gedanken bestimmten ihr Handeln.
Hand in Hand gingen beide ans Werk, dem Unkraut zu Leibe, räumten auf, brachten den heruntergekommenen Bungalow auf Vordermann. Die Mühen ihres Schaffens wurden spür- und sichtbar. Es grünte, der Garten erblühte. Die Kinder haben ihre Freude. Niclas und Dennis werden am Dienstag elf Jahre, Nachkömmling Alec hat erst zweieinhalb Lenze auf seinen strammen Beinchen (im Bild auf dem Arm seiner Mama, die Zwillingsbrüder im Planschbecken). Ab und an ergreift der Kleine einen kleinen Besen und fegt über die Gehwegplatten hinweg. Seinen großen Brüdern obliegt die Aufgabe, sie unkrautfrei zu halten.
Für frohes Kinderlachen hat das Ehepaar gesorgt: Schaukel, Rutsche, Dusche, Sandkasten, Planschbecken erfreuen die Herzen ihrer Sprösslinge. Heute, sagt die 31-jährige gelernte Verkäuferin, die jetzt in einer Gärtnerei tätig ist, möchten wir den Garten nicht mehr missen. Ehemann Gerd pflichtet ihr bei. Der 32-Jährige, der beruflich als mobiler Kran-Fahrer wochentags oft unterwegs ist, freut sich immer wieder auf seine grüne Oase. Der Mann hat im Garten immer was zu tun, genau wie seine Frau. Er ist für das Handwerkliche im und am Bungalow zuständig, seine Liebste für das Gedeihen der Kulturen.
Für diesen und jenen über 70-jährigen Gartenfreund kommt einmal die Zeit, wo er aus Altersgründen oder wegen gesundheitlicher Probleme seine Parzelle nicht mehr bearbeiten kann. Gartensparten-Vorsitzender Hoffmann ist dann froh, wenn sich junge Menschen zur Übernahme einfinden. Die Kleingartenanlage Am Schurzfell, die seit 40 Jahren besteht, ist mit 237 Parzellen die größte zusammenhängende im Landkreis. Die Zeiten, wo 15 Parzellen ein leeres Dasein fristeten, sind vorbei. Nur zwei sind momentan zu haben. Hoffmann erwartet Interessenten.
Das Bundeskleingartengesetz, sagt der oberste Kleingärtner Dieter Springmann, garantiere Pachtverträge in unbefristeter Dauer. Der Pachtpreis sei nach oben begrenzt und betrage im Territorium sechs Cent pro Quadratmeter. Damit sei er sozial verträglich und politisch so gewollt, schließlich erhielten und förderten Kleingärten städtische Grünflächen und nutzten dem Gemeinwohl.
Kurt Frank


