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Mi, 11:03 Uhr
17.07.2013

Linda und Sabrina – perfekt im Jagen

Hans-Rainer Model liebt neben seiner Angetrauten zwei weitere Damen. Sie heißen Sabrina und Linda. Entzückende Weiblichkeiten. Liebevoll streicht er ihnen über den schönen Rücken. Streift mit ihnen durch Feld und Flur. Und schlägt sich in die Büsche. Seine Ehefrau hat nichts gegen die Geliebten ihres Ehemannes einzuwenden. Im Gegenteil. Model ist Falkner. Aus Leidenschaft. Seine Damen sind ein Habicht und ein Ger-Lanner-Falke. Kurt Frank hat ihn in Ellrich besucht...


"Geliebte" (Foto: Kurt Frank) "Geliebte" (Foto: Kurt Frank) Schon als 12-Jähriger gehörte er der Arbeitsgemeinschaft Junge Förster an, die Revierförster Eduard Fritze leitete. Ihm, dem engagierten Naturschützer, verdankt Hans-Rainer seine Leidenschaft. Eines Tages brachte der Grünrock einen jungen Baumfalken mit, der aus dem Nest gefallen war, und vertraute ihn dem Schuljungen an. Fritze weihte den Buben in die Pflege, Fütterung und Haltung des Vogels ein. Mit Hingabe widmete sich Model dieser Aufgabe. Der Baumfalke gedieht prächtig und konnte alsbald schon in die freie Natur entlassen werden. Die Liebe zu den Greifen ist geblieben. Sie entflammt Tag für Tag auch nach 50 Jahren immer wieder neu..

Der 70-Jährige Malermeister betreut heute das Habichtweibchen Sabrina und das Falkenweibchen Linda. Sabrina ist im zehnten, Linda im neunten Flug, wie es unter Falknern heißt. Beide sind gewandte Jäger. Der Falke jagt in luftiger Höhe, der Habicht bevorzugt eine Jagd mehr in Bodennähe. Was in ihren dolchartigen Fängen gerät, ist verloren: Kaninchen, Hasen (Habicht), Stockenten, Elstern, Krähen, Fasane, Ringeltauben. Vor allem der Habicht (Grifftöter) macht kurzen Prozess.

Falkner in Ellrich (Foto: Kurt Frank) Falkner in Ellrich (Foto: Kurt Frank)

Sabrina wurde ausgehorstet. Mit Genehmigung der Naturschutz- und Jagdbehörde. Linda stammt von einem Züchter. Falkner Model hat einen Begehschein für das Gebiet von der Zorge in Niedersachswerfen über den Kohnstein, wo man den Habicht aus dem Nest nahm, bis in den Raum Hesserode. Beide Greifvögel sind beringt, was erkennen lässt, woher sie stammen. Einen Beizvogel, erklärt Model, erhalte man entweder von einem Züchter, als Nestling oder als Wildfang. Letzteres sei nur dann erlaubt, wenn sich ein Habicht für einen Hühnerhof oder Taubenschlag entschied, ihn regelmäßig aufsucht und sich bedient. Illegale Fänge seien nicht erlaubt und werden streng bestraft.

Hans-Rainer Model ( im Bild mit Habichtweibchen Sabrina) ist Mitglied im Verband Deutscher Falkner (VDF) und 2. Vorsitzender der Falknerei in Thüringen. Er war der erste im Freistaat, der Saga-Falken züchtete. „Die Pflege verletzter, kranker und junger Greifvögel und Eulen ist eine ehrenamtliche Tätigkeit der Falkner. Vorrangiges Ziel ist die erfolgreiche Wiedereingliederung in die Natur“, klärt Model auf und fügt hinzu: „Ein besonderes Anliegen des VDF ist die Erhaltung und Pflege der Beizjagd als wertvolles Kulturgut, unter Beachtung der Regeln deutscher Waidgerechtigkeit.“ Großer Wert werde auf eine enge Zusammenarbeit mit Umwelt-, Naturschutz- und Jagdbehörde gelegt, mit Ornithologen, Kommunen und den Landesjagdverbänden.

Der häufigste Beizvogel sei hierzulande der Habicht, weiß Model. Es folgen Falken und Steinadler. Ein Geier, obwohl bei Flugschauen beeindruckend, ist ein Aasfresser und als Beizvogel völlig ungeeignet. Die Falknerei sei heute kein Vorrecht irgendeiner Bevölkerungsgruppe. Jeder könne sie ausüben, sofern er die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Dazu zählen die Ablegung der Jäger- und Falknerprüfung. Vom Falkner persönlich sind viel Zeit, Geduld, Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen gefordert.
Kurt Frank
Autor: red

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